Lebensmittelversorgung: Bauern stellen aktuell den Anbau in den Gewächshäusern ein

Manuel H. @, Montag, 21.03.2022, 12:00 vor 1420 Tagen 6997 Views

Die Bauern rechnen wegen der hohen Energiepreise nicht damit, dass ein Anbau von Gemüse und Obst wirtschaftlich sein kann, selbst eine Teuerung der Verkaufspreise eingerechnet. Deswegen bleiben die Gewächshäuser leer. Sollte man nun im Ausland massenhaft Gewächshäuser errichten und die Gemüse- wie Obstproduktion signifikant steigern, außerdem der Transport nach Deutschland wirtschaftlich bleiben, dann kann uns das ja egal sein, oder?

Zitat
19.03.2022

17:19 | MMNews: Bauernverband: Gewächshäuser bleiben wegen hoher Energiepreise leer

Der Deutsche Bauernverband warnt angesichts der Auswirkungen des Ukraine-Krieges vor rückläufigem Gemüseanbau in Deutschland. "Es sieht schlecht aus. Viele Gewächshäuser bleiben derzeit einfach leer", sagte Verbandsexpertin Lilian Heim der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe).

https://bachheimer.com/landwirtschaft

Der Süden ( Spanien usw) wird liefern , nur etwas teurer

Joe68 @, Montag, 21.03.2022, 12:10 vor 1420 Tagen @ Manuel H. 4776 Views

Regionales Gemüse aus Deutschland wird es demnach nur noch in der passenden, kurzen, Saison geben, was auch nicht weiter schlimm ist ( bis auf den Umsatzverlust für unsere Bauern)

Kein weißer Spargel mehr seufz

Manuel H. @, Montag, 21.03.2022, 12:14 vor 1420 Tagen @ Joe68 4786 Views

Um nährstofffreies Wasser in Stangenform zu produzieren, hatte man einst sogar die Felder beheizt,
also in Zukunft nur noch auf Transportfähigkeit und ewige Lagerfähigkeit gezüchteste geschmacksfreie Tomaten, aber zu energiekostendeckenden Preisen. Oh jeh.

Gabs letzte Woche schon in Polen, aber noch für 12 €urotz fürs kg. Ist die erste Ernte, soll noch billiger werden. owT

igelei, Lammd des Stasi2.0-Rollcommanders, Montag, 21.03.2022, 12:43 vor 1420 Tagen @ Manuel H. 3967 Views

Die meisten Bauern dürften noch von langfristigen Energielieferverträgen zehren

Manuel H. @, Montag, 21.03.2022, 12:48 vor 1420 Tagen @ igelei 4124 Views

Ich liebe guten weißen Spargel, bin mal gespannt, wie sich dieses Jahr die Preise entwickeln.

Seit wann wird Spargel in Gewächshäusern angebaut? - Motto: Auf die Herkunft kommt es an, wir können noch teurer!

Mephistopheles, Montag, 21.03.2022, 14:20 vor 1420 Tagen @ Manuel H. 3803 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Montag, 21.03.2022, 14:23

Um nährstofffreies Wasser in Stangenform zu produzieren, hatte man einst sogar die Felder beheizt,
also in Zukunft nur noch auf Transportfähigkeit und ewige Lagerfähigkeit gezüchteste geschmacksfreie Tomaten, aber zu energiekostendeckenden Preisen. Oh jeh.

[image]

https://spargel.de/

Gruß Mephistopheles

Spargelfelder wurden zum Teil sogar (unterirdisch) beheizt, um möglichst früh regional auf dem Markt zu kommen kwT

Joe68 @, Montag, 21.03.2022, 16:44 vor 1420 Tagen @ Mephistopheles 3344 Views

kwT

Selbst anbauen, Abfälle verheizen

Ankawor @, Montag, 21.03.2022, 14:28 vor 1420 Tagen @ Manuel H. 4382 Views

Ich habe keine Ahnung, ob das wirklich so knapp wird mit den Nahrungsmitteln, wie hier und da beschrieben wird. Ich glaube, es war Lüning, der neulich erklärte, warum in Deutschland keiner wird hungern müssen.

Aber wer schlimmes befürchtet, und alle anderen auch, die den Platz haben, könnte sich selbst ein Gewächshaus bauen. Bei der angesagten Inflation nicht nur für Baumaterial sondern auch für Lebensmittel, wäre das ein doppelt vorteilhafter Tausch von Geld gegen Sinnvolles.

Empfehlenswert ist ein Tiefgewächshaus oder Walipini, über das es zahlreiche Videos gibt, unter anderem den Anbau von Südfrüchten in kalten Ländern ohne Heizung. Ich bin mal gespannt, wann die ersten Gewächshausbesitzer das mitbekommen und anfangen zu baggern.

Beispiel:
https://www.youtube.com/watch?v=ZD_3_gsgsnk

Ansonsten habe ich vor rund 10 Jahren ca. 500 Gewächshausbesitzern eine von mir entwickelte Anlage angeboten, in der Pflanzenabfälle in Wärme verwandelt werden. Leider haben nur wenige überhaupt geantwortet und geschrieben, dass sie mit ihrer Gas-Gewächshausheizung sehr zufrieden sind, dass es sehr bequem ist und dass es keine Veranlassung gibt, eine andere Methode (und schon gar keine neue) in Betracht zu ziehen.

....ich produziere bald auch keine Eier mehr....

kaddii @, Chorin OT Serwest, Montag, 21.03.2022, 15:34 vor 1420 Tagen @ Manuel H. 4900 Views

Hallöle Manuel

Es ist ein ganz schlimmer Moment für die Landwirtschaft und keinen interessiert es.

Wir haben letzte Woche von unserem Gaslieferanten unseren neuen Tarif bekommen. Der Arbeitspreis plus 100% und der Verbrauch nicht genau beziffert.
Dann am Freitag ein Anruf von unserem Futtermittellieferant mit dem Hinweis einer Preissteigerung um 50% ab nächste Lieferung.
Da wir hier seit 10 Wochen Stallpflicht wegen der "Vogelgrippe" haben, fährt öfters mal ein Amt mit Auto vorbei und kontrolliert die Einhaltung der Stallpflicht.

Jetzt mal ein Rechenbeispiel

Mein Abgabepreis pro Ei jetzt 40 ct an die Läden. Gebe ich mal kurz die Energiepreise drauf, also Arbeitspreis + unbekannter Verbrauchspreis + Futtermittelpreis, dann bin ich beim Abgabepreis pro Ei von min. 65 ct pro Ei.
Da der Laden ebenfalls seine Steigerungen drauflegen muss, steht also in wenigen Wochen ein Eierpreis pro St. von 1 Euro ins Haus.

Wir werden also unsere Hühner komplett abschaffen.

Wieso ? Wäre doch ein geiles Geschäft, nee eben nicht. Alle wir und ihr werdet nicht mehr 5 Eier die Woche essen sondern 1 und somit ist meine Lieferung immer kritisch.

Im Nachbardorf schließt ein langjähriger Ziegenhalter seinen Milchziegenstall, ein anderer Milchviehbetrieb reduziert seine Herde um 50%. Mal sehen wo das Zeugs zu welchen Preisen herkommt.

Es bricht vieles weg, der Sommer wird schön und der Winter grausig. Einen echten Weg aus dieser Scheisse sehe ich nicht.


Kaddii, 10°, sonnig

Wir geben unserem Eiermann (bisher) immer nen 5er für 10 Stück die Woche. Aber die ... mkT

igelei, Lammd des Stasi2.0-Rollcommanders, Montag, 21.03.2022, 15:45 vor 1420 Tagen @ kaddii 4426 Views

... Hühner sind immer draußen und im Moment ist grad Mauser, aber für uns reicht es noch. Würde auch mehr zahlen, will er aber nicht. Hat auch immer leckere Weihnachtsenten.

Alle abschaffen würd ich nicht, vielleicht mal rumfragen in der näheren Umgebung und vom Endkunden direkt nen Euro pro Ei. Ich würde es zahlen, schließlich kenne ich die Hühner ...

MfG
igelei

Die meisten Eier landen aber in der Industrie. (OT)

Mitmacher @, Montag, 21.03.2022, 15:56 vor 1420 Tagen @ igelei 3458 Views

Ot

--
"Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt." - Thomas Mann, Der Zauberberg

"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)

Macht ja nix. Hier geht es um die private Versorgungssicherheit, die der Industrie ist mir in dem Scheixland gleichgültig. owT

igelei, Lammd des Stasi2.0-Rollcommanders, Montag, 21.03.2022, 15:58 vor 1420 Tagen @ Mitmacher 3715 Views

@igelei: Deine Einstellung gefällt mir - voll in echt. Nur so können wir etwas umbiegen! (owT)

der_Chris @, Nördl. Ruhrgebiet, Montag, 21.03.2022, 16:23 vor 1420 Tagen @ igelei 3486 Views

:-D

--
Gruß
Der_Chris

Verhaltensregeln gegenüber deutschen Politkern:
*Verachten* Auslachen* Verhöhnen* Ignorieren*
Und niemals Aufmerksamkeit schenken!

Nebenerwerbslandwirte hören auf, was machen aber die Profis?

Joe68 @, Montag, 21.03.2022, 16:43 vor 1420 Tagen @ kaddii 4002 Views

Die höheren Kosten, die wahrscheinlich kaum 1:1 an den Markt durchgereicht werden können, werden wohl Nebenerwerbslandwirte zum Aufgeben ihres zweiten Standbeines bewegen. Was machen aber die 100% Landwirte? Werden die, wegen der Skalierungseffekte (und EU Prämien), noch weiter wachsen (müssen) und die Lücken, die die Nebenerwerbslandwirte öffnen, schliessen? Noch mehr Automatisierung und Industrialisierung in der Landwirtschaft?

Nebenerwerbslandwirte sind genauso im Arsch wie Grossbetriebe

kaddii @, Chorin OT Serwest, Montag, 21.03.2022, 17:33 vor 1420 Tagen @ Joe68 4035 Views

Hallöle Joe

Deine Frage bezüglich der Vergleichbarkeit zwischen Nebenlandwirten und Vollerwerbsbetrieben ist nicht ursächlich oder entscheidend.
Auch Grossbetriebe müssen Gewinn einfahren oder die Produktion einschränken, egal ob Huhn, Schwein oder Rind. In welcher Form soll diese Laienspieltruppe in Berlin und Brüssel effektiv helfen können. Erhöhung der Pendlerpauschale oder Stützung von Dünger oder Saatgut. Wann und Wieviel ? Solange den Menschen ihr Hirn mit Ukraine, Coschissma oder Flüchtlinge zugeschissen wird ist keine Veränderung an gedacht noch in Gang gesetzt.
Was ist zuerst da ? Die Preissteigerung der benötigten Futtermittel und Energieträger oder die Bereitschaft der Kunden diese Steigerungen sofort mitzumachen ?
Im ländlichen Raum kann ich dies Jahr mehr Kartoffeln, Zwiebeln usw. anbauen und in einer Erdmiete lagern, aber wie macht dies die Bevölkerung in der Grossstadt oder kleineren Stadt ?
Lohnerhöhungen 25% oder mehr ? Meine Tochter war am Wochenende mit Enkel da und es gab lecker Hähnchen mit allen SchnickSchnack. Eine Diskussion bezüglich der letzten 6 Jahre lehnte sie grundsätzlich ab. Sie fliegt in einigen Tagen mit Söhnchen nach Griechenland, anschließend noch 2 Wochen nach Spanien und im Herbst noch ein Kreuzfahrt durchs Mittelmeer. Wohnhaft in Berlin und einem Hochhaus. Sie hat einen sehr gut bezahlten Job im IT Bereich aber wie lange noch ?

Ein Irrenhaus

Kaddii, Serwest, 10°, sonnig

Die kommerziellen Produzenten

Manuel H. @, Montag, 21.03.2022, 18:08 vor 1420 Tagen @ kaddii 3874 Views

Mir hat ein Bauer folgendes erzählt:

1. Seine demeter-fähige Milch verkauft er zu gaga-"fair"-Preisen auf dem Wochenmarkt, zu erhöhten Preisen an eine Genossenschaft, die Bioläden beliefert, aber den Großteil an Aldi zu Kampfpreisen.
Warum Aldi? Der nimmt alle Mengen klaglos ab und der zahlt wenigstens zuverlässig.
2. Als Bauer sind die Subventionen wichtig. Pflichtlektüre: Welche Subventionen laufen wann aus, welche werden ab wann neu installiert, was muß man dafür tun und was bringt es? Diese Info ist wesentlich wichtiger als das Kleingeld, das eine Genossenschaft oder Aldi oder der im SUV vorfahrende Direktkunde für die tatsächlichen Produkte rüberwachsen läßt.

Die richtigen Masse-Produzenten von Lebensmitteln werden die erhöhten Einkaufskosten weiterreichen. Da alle betroffen sind, werden es alle machen als hätten sie sich abgesprochen. Der Konsument kann sowieso nicht weglaufen. Die Alternative für den Konsumenten ist: statt selber kochen im Restaurant zu essen. Dürfte nicht billiger sein.

Aber da gibt es eine Lücke:

Kantinen wie Uni-Mensa, Krankenhaus-Kantine, Vodafone-Kantine, Finanzamts-Kantine, Theater-Kantine, die müssen ihre Kalkulation vorlegen, genehmigen lassen und langfristig zusichern. Oft verkaufen die eh zu Selbstkostenpreisen und bekommen Pauschalen zur Deckung ihrer Kosten dazu. Solange die auf ihren alten Verträgen festsitzen, kann man dort fertige Essen auf aktuellem Hygienestandard zu sich nehmen und zahlt weniger als wenn man es selber zubereitet. Am besten sind die natürlich bei Behörden, weil systemrelevant und bei großen Firmen, die auf ihr Image achten, am schlechtesten in Krankenhäusern, für die gesunde Kost nun mal geschäftsschädigend ist.

Selbstversorgung und Nutztierhaltung ist neben dem Beruf sowieso nur Hobby, wo man draufzahlt

Plancius @, Montag, 21.03.2022, 17:29 vor 1420 Tagen @ kaddii 4103 Views

In den letzten 10 Jahren hat nach einem geschwundenen Interesse nach der Wende und der massiven Abwanderung junger Leute die Selbstversorgung aus dem Garten und die Nutztierhaltung im ländlichen Mecklenburg wieder an Popularität gewonnen. Haupttreiber hierfür sind der Zuzug aus dem Westen und aus den Großstädten, insbesondere Berlin.

Viele Kleingartenanlagen in den Kleinstädten haben ihre Gärten zur Nutztierhaltung geöffnet, damit die Gärten noch bewirtschaftet werden. Das Interesse an Kleingärten ist jedoch gegenüber DDR-Zeiten merklich zurückgegangen. Auf diese Weise pachten jetzt die verbliebenen Kleingärtner 2 oder 3 Gärten, bauen in einem Garten Gemüse zur Selbstversorgung an, in einem Garten werden Hühner oder manchmal auch Kamerunschafe gehalten und ein Garten ist für größere Flächen, wie Kartoffeln und Grünfutter für die Hühner (Grünkohl, Mangold) und Klee für die Hasen reserviert.

Ich habe auch immer zwischen 12 und 25 Hühnern und weiß, dass ich bei meinen 2 Gärten jedes Jahr draufzahle. Pacht und Wasser sind zwar noch billig, aber da ich eigentlich alles biologisch anbaue, muss ich immer mit großen Ertragsausfällen rechnen. Auch der Einsatz der chemischen Keule rechnet sich nicht mehr. Pestizide sind sehr teuer und weniger wirkungsvoll als zu DDR-Zeiten (wahrscheinlich war früher überall DDT drin).

Letztes Jahr hatte ich den Kartoffelkäfer und die Raupe des Kohlweißlings hat mir den gesamten Grünkohl geraubt. Da hat auch tägliches Absammeln nichts geholfen.

Vor kurzem habe ich mir neue Hühner gekauft. Gegenüber letztem Jahr sind die Preise fast 50% gestiegen. Junghennen jetzt zwischen 12,50 EUR und 17 EUR, letztes Jahr zwischen 9 und 13 EUR. Da man jetzt praktisch jedes Jahr im Herbst/Winter mit einer mehrwöchigen Stallpflicht wegen Vogelgrippe rechnen muss, habe ich mir vor 2 Jahren eine überdachte Voliere gebaut. Kosten auch mehr als 1.000 EUR. Bei Stallpflicht hat man auch mehr Krankheiten, so dass auch hier mal das eine oder andere Huhn stirbt. Im freien Garten holt sich auch der Habicht mal ein junges Huhn.

Also mir dienen die Gärten nur zur körperlichen Ertüchtigung, für einen regelmäßigen Tagesablauf und der gesunden Ernährung. Im Supermarkt könnte ich wohl insgesamt alles billiger kaufen, wenn ich eine Vollkostenrechnung ohne Arbeitseinsatz aufmache. Vielleicht würde es finanziell sogar für den Bioladen reichen.

Und als Krisenvorsorge dient die Selbstversorgung auch nicht, denn in einem abseits gelegenen Garten werden Gemüse, Hühner und Eier schneller geklaut als man gucken kann.

Gruß Plancius

--
"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Kann ich bestätigen.

Steppke, Montag, 21.03.2022, 18:46 vor 1420 Tagen @ Plancius 4024 Views

bearbeitet von Steppke, Montag, 21.03.2022, 19:41

Mein Vater hat zwei Gärten (nebeneinander), genau gegenüber des EFH, pflanzt dort eigene Kartoffeln, eigenes Gemüse, kleines Gewächshaus etc. und hält auch ein paar Kannichen, für die jährlich Futterrüben (für den Winter) angebaut werden. Dazu reichlich Obstbäume, Obststräucher, Kräuterbeete, Erdbeeren usw.

Dazu gibt es noch eine ca. 1ha große Pachtfläche, auf der im Sommer Grünfutter gemäht (als Sommerfutter für die Kannichen) und auch Heu gemacht wird (für den Winter).

Pachtgebühren sind winzig.

Da er im Rentenalter ist, bin ich gezwungen, da immer öfter zu helfen und der Aufwand ist wirklich beachtlich.

Auch wenn alles zu hundert Prozent BIO ist, keine Verwendung von Giften oder Kunstdünger, und man weiß "was man da isst" (und woher es kommt), lohnt der Aufwand nicht, nüchtern betrachtet.

Wenn man den ganzen Aufwand, den man da betreibt, mal hochrechnet, ist man jenseits von Gut und Böse.

Das ist nur was für Liebhaber, die das als erfüllendes Hobby sehen (wie das bei meinem Vater der Fall ist (und schon immer war)), oder für Menschen die zu viel Zeit haben.

Auch wenn die Frühkartoffeln, Erdbeeren, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kürbisse und auch der Kanninchenbraten usw. immer hervorragend schmecken, habe ich "nebenbei" auch einen Job und finde diesen ganzen zusätzlichen Aufwand bzgl. "selbstangebautes Bio-Gemüse/Obst/etc. aus dem eigenen Garten" eher belastend, höflich gesagt.

Der letzte Sturm hat das Gewächshaus beschädigt und ich "darf" da jetzt helfen, bei der Reparatur, und danach wird der Komposthaufen "aufgemacht", das ist zwar echter Bio-Kompost, aber das sind knapp eine Tonne, die dann im Garten verteilt werden müssen. Das ist hervorragender natürlicher Dünger und alles wächst wunderbar und es wird auch mit einer Motorfräse in den Boden eingearbeitet, aber, ganz ehrlich, das alles ist ein riesiger Aufwand, der sich in keinster Weise rechnet.

Mein Vater kann sich damit stundenlang seelig beschäftigen aber für mich persönlich ist das nichts Erfüllendes, ganz zu schweigen davon, dass das (Zeit)Kosten/Nutzen-Verhältnis völlig unausgewogen ist.

Na ja, das ändert sich doch im Moment

solstitium @, Dienstag, 22.03.2022, 21:51 vor 1419 Tagen @ Plancius 2806 Views

Wenn das Ei ff. 1 Euro kostet (@Kaddii) dann lohnt es sich ja wieder.
Ferner betrachte es als Ausbildung und Vorbereitung für etwaige Fälle, in welche wir grad hineinschlittern.

Wer versteht, sein Essen slebst herzustellen, der muss sich vor nichts fürchten.
Wer aber ohne Supermarkt verhungert, der sollte schonmal damit beginnen, sich Sorgen zu machchen.

Und zur zweiten Gruppe, Hand aufs Herz, gehören doch mindestens 95%!

Da sind die Gartentrainierten ja schon mal auf dem Sprung nicht mehr dazu gehören zu müssen.

--
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"...nein, wer NICHT kämpfen will, der fällt genauso!"
(Zur Erklärung, man "fällt" im Krieg, ohne Krieg hieße es man stirbt!)

Interessant

Manuel H. @, Montag, 21.03.2022, 22:01 vor 1420 Tagen @ kaddii 3336 Views

Die Preise im untersten Bereich, ob Wasser, Butter, Milch was auch immer ist überall identisch.

So auch der Eierpreis am untersten Ende. Vor Jahren waren das die KZ-Legebatterie-Hühner.

Der Preis war über Jahre 11,9 oder 12,9 cent Endverkaufspreis im Discounter inkl. 7% MwSt.

Jetzt ist der auf 16,9 cent je Ei gestiegen. Das ist immerhin eine Steigerung von über 30%, gegenüber dem älteren Preis sogar von 42%.

Herkunft der Eier? Üblicherweise irgendeine der gigantischen Legebatteriefirmen in den NIederlanden, die hocheffizient aus Industrie-Futtermitteln über den Umweg Huhn Eier produzieren.

Mir erscheint das, was jetzt passiert, eine Parallele zu haben zu dem, was dem Einzelhandel widerfuhr, als Lockdown war.

Der Effekt war ja, dass inhabergeführten Ladengeschäften systematisch jegliches Einkommen verboten wurde während gleichzeitig darauf hingewiesen wurde, dass es der Volksgesundheit diene, wenn man fortan alles, was dem Einzelhandel zugute kam, nun beim steuerbefreiten Amazon ordert.

Nun wiederholt sich diese Reset Agenda im Lebensmittelbereich. Die kleinen, selbständigen Lebensmittelhersteller werden systematisch aus der Produktion gedrängt zugunsten einiger weniger Großproduzenten, die wahrscheinlich eine ähnliche Eigentümerstruktur aufweisen wie die Profiteure der Lockdowns.

Dass das (mittlerweile) 17 cent Ei aus der Industrie qualitativ nichts mit dem (bald) 1 Euro Ei aus landwirtschaftlicher Produktion zu tun hat, ist schon klar.

Obstanbau in Spanien

Rainer ⌂ @, El Verger - Spanien, Montag, 21.03.2022, 18:01 vor 1420 Tagen @ Manuel H. 4518 Views

Hier in Spanien lässt man die Hälfte der Apfelsinen und Mandarinen verrotten, um die Preise zu stützen.
Bevor mir das bekannt war, habe ich mich immer gewundert, warum hier große Plantagen einfach nicht abgeerntet wurden. Die Früchte fallen irgendwann auf den Boden und verrotten.

Reserven sind also vorhanden.

Rainer

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Ist am Bodensee nicht anders: Äpfel, Zwetschgen und Kirschen. Ganzen Plantagen werden nicht abgeerntet. (owT)

Ortelius @, Montag, 21.03.2022, 22:05 vor 1420 Tagen @ Rainer 3400 Views

Hier im Norden auch! Hier gibt es einen Obstproduzenten, mit großen Flächen, ...

Steppke, Montag, 21.03.2022, 22:14 vor 1420 Tagen @ Ortelius 3799 Views

bearbeitet von Steppke, Montag, 21.03.2022, 22:19

... bei dem die Äpfel am Baum vergammeln oder runterfallen (und dann vergammeln), da sich die Ernte, bei den niedrigen Großhandelspreisen, nicht lohnt, selbst nicht mit polnischen Gastarbeitern.

Wie die Italiener das machen, von denen ein Großteil der Discounter-Äpfel stammen, weiß ich leider nicht.

Die verwenden als Erntehelfer höchstwahrscheinlich Illegale aus Afrika, die sie ausbeuten und mit Peanuts abspeisen.

Anders ist das nicht zu erklären.

Ja, oder Bangladeschis wie in Griechenland, wo osteuropäische Erntehelfer bzw. Albaner inzwischen zu teuer sind.

Ortelius @, Montag, 21.03.2022, 22:26 vor 1420 Tagen @ Steppke 3516 Views

Die brechen dir dafür den Camper auf, weil sie nur 10 Euro am Tag verdienen...

Lektion 1: Die Relation von Angebot zu Nachfrage regeln den Preis, für alle Freunde des Kapitalismus

solstitium @, Mittwoch, 23.03.2022, 10:18 vor 1418 Tagen @ Rainer 2580 Views

Und das ist keine Theorie, die sich auf Edelmetalle begrenzt, das gilt für alle käuflich zu erwerbenden Dinge!

Wenn es keine Nutten gibt, kosten die 1000,00 Euro (willste Dir nicht leisten)

Wenn es eine Nuttenflut gibt, kriegste die für 5,00 Euro (Somalia, willste nicht haben)

Wie mans macht, ist es verkehrt!

Was denkt ihr denn, wieso Öl so viel kostet?

Ohne Verknappung und Opec, wäre Öl ein Minusgeschäft weil UNMENGEN vorhanden sind!
Es wäre ein solches Wagnis, jemals die Investitionen wieder rauszubekommen - also slebst bei Öl ist es so (Bsp. die Funde vor Brasilien - Brasilien selbst fährt mit Alkohol braucht also nahezu keinen Tropfen davon).

Man muss also, und seid froh dass man das macht, 20 Plantagen einfach hängen lassen und nicht abernten, damit die anderen 20 Plantagen wirtschaftlich arbeiten können.

Beim Weinanbau ist das in Deutschland überdies reguliert.

Wein ist per se auch ein Minusgeschäft und es wäre das billigste Gesöff auf Erden.

Aber die WInzer haben sich da was einfallen lassen.

Die Anbaufläche ist gesetzlich begrenzt.

Einer, der davon nichts wusste, irgendwo in Sachsen, musste nach 5 Jahren Rebpflege den Berg wieder unterpflügen, also vernichten, damit er den Weinmarkt nicht durch ein Überabngebot runiierte.

Er erfand nicht einen neuen Weinberg sondern reaktivierte einen 500 Jahre nicht genutzten Berg.

Derer haben wir noch etliche im Chiemgau, sogar bis McPom gammeln Flächen, die man aus dem 16. Jhdt. heraus wiederaktivieren könnte vor sich hin. Im Osten (Polen) gibts entlang der Oder Weinbau, bis fast an die Ostsee.

Um das alles bei heutiger Effizienz und sonstiger Ertragshöhe wieder nutzen zu können haben wir zu wenige Menschen auf dem Planeten.
Bei vvl. 20 Mrd. oder so könnte es gelingen.

Die aktuelle Politik hingegen zielt in die exakte Gegenrichtung.

Und genau deshalb gehen die Kapazitäten vom Markt.

Schöne Grüße von der Deagle Liste!

Wenn 50% der Bevölkerung lobotimiert sind, muss auch 50 % des Lebensmittelmarktes des Automobilmarktes, des Dachdeckergeschäftes, des Lebensmitteleinzelhandels, der Behördenstruktur der Immobilien lobotimiert werden.

Siechtum nennt man das wohl.

Guckt Euch die Problemregionen Mitteldeutschlands an.

Das was es dort noch gibt, gibts dann im Rest noch, weil alles andere verschwunden ist.

Seniorenwohnanlagen waren die letzten Leuchttürme von Prosperation durch den Netto Geldzufluss der Renten.

Durch die Nebenwirkungen Boosterungen (Genexperimente der Versuchsteilnehmer, Notschew, Poschmann) ist/wird das dann auch hinfällig.

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"...nein, wer NICHT kämpfen will, der fällt genauso!"
(Zur Erklärung, man "fällt" im Krieg, ohne Krieg hieße es man stirbt!)

Es gibt doch keine Lebensmittelknappheit. Verschwendung pur!

Durran @, Montag, 21.03.2022, 20:48 vor 1420 Tagen @ Manuel H. 4242 Views

Heute bei einem größeren Landwirt. Der hat noch Weizen gelagert. Der letzte Rest so zusagen.
Kommen mehrere große LKW und werden damit beladen. Wohin gehts?

In die Bio Ethanolanlage im 20 km entfernten Ort. Da wird nun Biosprit draus gemacht.

Nein, kein Tierfutter und auch kein Mehl. Biosprit, wir wollen ja den Russen ärgern. Dabei gibt es längst kaum mehr Mehl in den Läden zu kaufen. Auch die großen Bäckereien stöhnen schon. Denn hier klemmt die Säge offensichtlich auch schon.

Dann warten die Landwirte auf Signale der Politik ob man denn zumindest dieses Jahr die geplanten Stilllegungsflächen nicht doch lieber bewirtschaften sollte. So hätte man immerhin 4 Prozent mehr landwirtschaftliche Fläche und eben dann auch Ertrag. Wurde letzte Woche mal kurz diskutiert, jetzt herrscht Funkstille. Sollte man sich langsam Gedanken machen. Es bleiben noch 2 Wochen Zeit. Dann ist das Fenster geschlossen.

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