Faschismus ist der Versuch der Grossgläubiger, die tickende Uhr des Debitismus mittels staatlicher Gewalt anzuhalten
Da dieser Begriff inzwischen beliebig geworden ist, wird es Zeit diesen Terminus einmal zu erhellen.
Beim Saker werden die Begriffsdeutungen von Umberto Eco und Georgi Dimitrov verglichen und es stellt sich relativ schnell heraus, daß Eco mehr oder weniger „daher babbelte“, während der Bulgare klar und deutlich das Phänomen umriss.
"Der Faschismus ist die Macht des Finanzkapitals selbst.
Er ist die Organisation der terroristischen Rache gegen die Arbeiterklasse und den revolutionären Teil der Bauernschaft und der Intelligenz."
Das ist so nicht richtig. Die Arbeiterklasse und die Bauernschaft profitierten in grossem Masse von der faschistischen Wirtschaftsorganisation. Viele soziale Errungenschaften der heutigen Massengesellschaft stammen aus dem Faschismus.
Faschismus ist, ebenso wie der leicht unterschiedlich orientierte Nationalsozialismus, eine linke Bewegung (siehe auch Vorgeschichte Mussolinis). Auf einer eindimensionalen Koordinate wären sie wirtschaftspolitisch zwischen der Sozialdemokratie und den Kommunisten anzuorden - sie betrieben im Grunde sozialdemokratische Politik, allerdings nutzen sie die Machtmittel des Staates direkter, rücksichtloser und konsequenter als die Sozialdemokraten. In ihrer Radikalität entsprachen sie den Kommunisten, unterschieden sich aber von diesen hingegen insbesondere dadurch, dass sie das Eigentum an den Produktionsmitteln - und damit die Vermögen wie auch die Organisation der Wirtschaft - in privater Hand liessen, unter der richtungsweisenden Generalplanung des Staates. Das Grosskapital und sein System wird vor sozialer Aufruhr geschützt, ihre Wirtschaft angekurbelt, aber im Gegenzug wird es ebenfalls verpflichtet, ihren Teil beizutragen, um das soziale Konfliktpotential durch die Verbesserung der materiellen Lebensbedingungen der Massen zu verringern.
"Die Entwicklung des Faschismus und die faschistische Diktatur selbst nehmen in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Formen an", betonte Dimitrov.
Das war bereits in den Dreissigern so: Mussolinis Faschismus unterschied sich in wesentlichen Punkten von Hitlers, und Francos Faschismus war noch einmal anders.
Was ihnen gemein war, ist die Idee der nationalen Gemeinschaft, wobei sie im Gegensatz zu den Kommunisten zwar auch die Arbeiterinteressen gegenüber dem vorangehenden unregulierten Liberalismus stärkten, aber den privaten Besitz am Produktionskapital dabei aufrecht erhielten.
Russland stellt sich gegen den Faschismus und den Imperialismus.
Was wollt ihr dagegen tun? [/i]
Russland stellt sich nicht gegen den Faschismus, sondern entspricht selbst dem Modell des Faschismus ziemlich exakt. Sie sind nationalistisch orientiert, die Wirtschaft ist in der Hand von Oligarchen. Diese aber werden - bestens inszeniert - vom Staat gezwungen, auch die einfache Bevölkerung besserzustellen. Sie haben auch die passende Führerfigur:
![[image]](https://qph.fs.quoracdn.net/main-qimg-0ffdeaf045dadf593575d69692ed051a.webp)
Gute Frage, nächste Frage.
Es stehen sich nun gegenüber: der Faschismus Ost gegen Faschismus West. Der Letztere findet seine Besonderheit darin, dass er nicht national, sondern international orientiert ist.
Daher die nächste Frage: Welches Schweinderl hätten Sie denn gern?
Gruss,
mp