Sorry, dein Post ist keineswegs weniger billig, wenn wir schon das Wort "billig" so gebrauchen wollen, wie du denkst.

Olivia, Montag, 07.03.2022, 13:57 (vor 1436 Tagen) @ Greenhoop2052 Views

Hast Du eigene Kinder, wenn ja, wie alt sind die - genauer: WANN sind die hier aufgewachsen?

Ich wohne in einer ziemlich vernünftigen Gegend in München und die zeichnet sich dadurch aus, dass die Eltern ALLE sehr engagiert waren in Bezug auf ihre Kinder. D.h. die Eltern, von denen oft beide berufstätig waren/sind, haben sich auch noch im Elternbeirat engagiert. Sie haben auch durchwegs an ihre Kinder eine Leistungsbereitschaft und ein Lerninteresse weitergegeben.

Trotzdem war/ist es SEHR schwierig, Kinder und speziell Jugendliche vor dem "Zeitgeist" zumindst zu einem gewissen Maße "in Schutz" zu nehmen.
Die bekommen einen solchen Blödsinn verbraten, dass man es kaum noch fassen kann. - Entspricht in allem dem, was die Medien jetzt über die "Ukraine"-Krise verfassen und verbreiten.

Beliebt war zu der Zeit, als meine Tochter das Abitur machte (ist bereits 10 Jahre her, ich denke, dass es sich NICHT verbessert hat) dass die Jugendlichen ein "soziales Jahr" machten und/oder "work and travel" für etwa ein Jahr oder aber dass sie ins Ausland gingen an eine Uni. Meine Tochter plante "ein soziales Jahr" in Südamerika zu machen. Es gelang mir, sie davon zu überzeugen, ERST eine Lehre zu machen, da sie mit abgeschlossener Lehre nicht mehr so ausgenutzt werden kann (in Südamerika). Sie hat die Lehre abgeschlossen und danach ein Studium. Obwohl an der Lehre viele NICHT optimal lief und teilweise sehr schwierig war (Hotelbereich, die wurden sehr ausgenutzt), bin ich trotzdem froh, dass sie das gemacht hat. Die Dinge, die sie dort (auch im Zusammenhang mit anderen Auszubildenden) gelernt hat, hätte ich ihr nie beibringen können, denn dazu gehört eine Gruppe von Gleichaltrigen. Sie hat dort u.a. gelernt, dass sie (egal wie heftig sie Nachts gefeiert hat und wieviel sie getrunken hat) MORGENS ANTRETEN mußte.

Ein solcher RAHMEN ist für viele Jugendliche ABSOLUT notwendig, um mit kritischen "Sturm- und Drang-Zeiten" klarzukommen. Die Berufstätigkeit/Lehre war für sie ein Gerüst. Sie wäre sonst vmtl. sehr leicht "abgesackt". Das Drama habe ich bei Freunden von ihr beobachten können.

Die Freunde, die ein "soziales Jahr" gemacht haben, die wurden NICHT gefordert, die wurden weiter gepampert. Gelernt haben sie auch nicht viel. Sie haben auch nicht gelernt, was sie alles können und wie sie ihre "Grenzen" ausweiten können.

Ein verpflichtendes Jahr für die Gemeinschaft (gleichgültig, was das ist), wo die Jugendlichen gefördert UND gefordert werden und lernen, über ihren eigenen Tellerand hinauszuschauen, halte ich für sehr sinnvoll.

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For entertainment purposes only.


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