Immer wieder passieren solche Unfälle, die aber vermeidbar sind
Dabei sind immer zwei Komponenten beteiligt: Der Wald und der Autofahrer.
Zum Wald:
Jetzt kommts darauf an, ob es sich um einen Staatsforst oder um einen Privatbesitz handelt. Fest steht, dass jeder Waldbesitzer (egal ob Staat oder privat) verpflichtet ist, periodisch (den genauen Intervall kenne ich nicht)den Baumbestand in der Nähe von öffentlichen Verkehrswegen auf bevorstehenden Windbruch zu überprüfen. Wenn dieser Baum bereits mehrere trockene Äste hat, und er wurde nicht rechtzeitig gefällt, wenn er in der Nähe der Straße steht, dann wirds für den Waldbesitzer resp. für den Beauftragten (Förster) gefährlich. Hier gehts nicht nur ums Zivile (Schadenersatz), sondern auch ums Strafrechtliche (fahrlässige Tötung).
Wenn der Förster bei einem Staatswald diese Vorsorge nicht getroffen hat, dann bleibt er alleine dran hängen. Der Staat ist der unsozialste Arbeitgeber, - er tritt in keinem Fall für seinen Bediensteten in die Haftung ein, sondern lässt diesen das alleine ausbaden. Nicht einmal Rechtshilfe bietet er seinen Angestellten an.
Es gibt ja auch die Möglichkeit, mit Kernbohrung den Zustand des Baumes festzustellen, wenn äußerlich keine Merkmale sind. Außer der mechanischen Methode gibt es mittlerweile auch andere:
https://iml-system.com/?gclid=EAIaIQobChMIzrj6qMKN9gIV18PVCh2ETQ4KEAAYASAAEgKWovD_BwE
Aber ein erfahrener Förster sieht auch an anderen Merkmalen, ob ein Baum sich bereits von dieser Welt verabschieden will, z.B. an übergroßen Fruchtbehang (bei der Eiche eben die Eicheln).
Beim Staatswald ist dann meistens folgendes zu beobachten: Die Feuerwehr schneidet den Baum in Stücke, und oft noch am selben Tag wird nicht nur das Unfallfahrzeug abtransportiert, sondern auch der Baum, und zwar komplett (also der gesamte Stamm und auch der Wurzelstrunk). Einmal habe ich gehört, dass man das mit "Sicherheitsaspekten" begründet hat, diese Eile. Für mich schon klar, denn wenn das "Corpus delicti" nicht mehr auffindbar ist, dann dient das der Sicherheit des Försters.
Dazu kommt ja die menschliche Seite: Welche Ehefrau besteht darauf, wenn sie gerade erfahren hat, dass ihr Mann von einem Baum erschlagen wurde, dass dieser Baum von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wird. Die meisten kennen ja die Hintergründe nicht, was da alles dran hängt.
Zum Autofahrer:
Zumal mir vor vielen Jahren auch schon ein Baum auf das Auto gekracht ist, aber nur auf die Motorhaube, und der Baum war nicht so schwer, bin ich da vorsichtig. Bei Sturmwarnung werde ich mit Sicherheit nicht auf Straßen fahren, die durch ein Waldgebiet gehen. Genauso gibts ja Unbelehrbare, die bei Sturm auch auf einen Waldspaziergang nicht verzichten wollen. Obwohl man meistens sogar über die Medien gewarnt wird, oder auch durch manchmal aufgestellte Tafeln am Beginn der Forstwege mit dem Hinweis, diese bei Sturmwarnung nicht zu betreten. Alles Dinge, die einem der normale Hausverstand sagen müsste.
So, nun denke ich, diese Hintergrundproblematik etwas beleuchtet zu haben.