Offenbar doch. Der Herr Wieler wüsste das (ist kein Chemiker wie Du, oder ElektroIng wie ich, ist bekanntlich ein Tierarzt!).

Hannes, Freitag, 04.02.2022, 15:13 (vor 1461 Tagen) @ Naclador2037 Views

Das darfst Du mir glauben, Hannes, dass ich als Chemiker Kohlenmonoxid und Kohlendioxid auseinander halten kann.

Ja, mit CO bringt man sich bei noch viel niedrigeren Konzentrationen ums Eck, da es irreversibel ans Hämoglobin bindet. Aber CO2 geht immer noch deutlich rascher als Stickstoff.

Viele Grüße,
Naclador

Ein angenehmes Woenende wünsche ich uns. Habe gerade ausgelogged (Büro) und lese dies hier.

Ich schrieb aus dem Gedächtnis (meine Schulbildung DDR war "polytechnische OS", daher mein Beitrag zu u. a. "Kohlenmonoxyd" - mein Sohn lernte schon "Kohlenstoffoxid"?). Egal, mich hat das interessiert, also, ob ich mich geirrt habe in meinem Beitrag? Da ich spontan aus der Erinnung schrieb:

"so weit ich erinnere:

CO - Kohlenmonoxyd, wird vom roten Blutfarbstoff lieber aufgenommen als O2 (Sauerstoff), deshalb beliebte Selbsttoetungsmethode mit z. B. offenem Kohlenbecken im geschlossenen Raum (unvollständige Verbrennung, Kokelei)

CO2 - Kohlendioxyd, eher ungefählich, da Vergasung damit i. d. R. starke Luftnot erzeugt, Tierquälerei!!!

N2 - Stickstoff, keine Tierquälerei, meine bevorzugte Selbsttötungsmethode, theoretisch, da noch nicht probiert.

[[ironie]] "

Ich habe nun fünf Minuten nachgeguckt und finde mich in meiner Meinung voll bestätigt: Deine Korrektur "Aber CO2 geht immer noch deutlich rascher als Stickstoff." ist falsch. Wie ich schrieb, ist das Tierquälerei und ich würde immer N2 bevorzugen, das gibt es im Baumarkt und das ginge schnell. Schneller als ne Flasche Schnaps saufen, Schnaps und Abschleppseil von der Tanke, und dann von der Autobahnbrücke hopsen, wie hier mal passiert. Sauerei!

Aber dies (auch als Beleg meiner richtigen Aussage) ist m. E. eine viel erwähnenswertere "Sauerei", da es jeden Tag vieltausendfach den armen Schweinen angetan wird:

[[kotz]]

"Die Mehrzahl der Schweine in der Fleischproduktion wird vor der Tötung im Schlachthof mithilfe von Kohlenstoffdioxid betäubt – darunter auch Schweine aus der Bio-Haltung. Bei dieser Methode werden Gruppen von mehreren Tieren in sogenannten Backloader-Anlagen in eine Art Gondel getrieben und in eine Grube hinabgelassen, die mit einer hohen CO2-Konzentration angefüllt ist. Das Gas soll die Tiere bewusstlos machen, sodass sie wahrnehmungs- und empfindungslos sind, wenn im nächsten Schritt der sogenannte Entblutestich des Schlachters vollzogen wird. Doch die Betäubung ist alles andere als kurz und schmerzlos, denn die Tiere verlieren das Wahrnehmungs- und Empfindungsvermögen erst nach einer Einleitungsphase von 10 bis 30 Sekunden. In dieser Zeit bildet das Kohlendioxid auf den feuchten Schleimhäuten der Atemwege Kohlensäure, die den Schweinen einen stechenden Schmerz zufügt. [3] Bis die Tiere schließlich tatsächlich betäubt sind, leiden sie in Todesangst an Erstickungserscheinungen und versuchen panisch, zu fliehen. [3]

Die Atmung von Säugetieren wird durch den CO2-Gehalt im Blut reguliert. Bei der CO2-Betäubung riechen die Tiere das Gas bereits, bevor sie den tiefsten Punkt der Grube erreichen. Durch die Gaskonzentration in der Luft steigt der CO2-Gehalt im Blut der Schweine. Die Tiere reagieren mit vertiefter Atmung, durch die sich der Kohlendioxid-Gehalt im Blut weiter erhöht. Die Schweine geraten in Atemnot und zeigen heftige Erstickungssymptome: Sie recken die Köpfe in die Höhe, bäumen sich auf, schreien laut und versuchen, hochzuspringen. Sie geraten in Panik, hyperventilieren und versuchen, dem Gas in der Grube durch Trampeln und Drängen zu entkommen. All das sind deutliche Abwehrreaktionen auf das Gas und verzweifelte Fluchtversuche.

Im Fleisch der Tiere, die in Panik und unter Qualen gestorben sind, ist deshalb meist eine erhöhte Konzentration der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin zu finden. [4, 5] In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen konnte die panikverursachende Wirkung des Gases nachgewiesen werden, sodass die Betäubungsmethode als tierschutzwidrig eingestuft wurde. [4] Die Fehlerquote bei der CO2-Betäubung liegt bei schätzungsweise fünf Prozent [11] – was bedeutet, dass allein in Deutschland jedes Jahr rund 2 Millionen Tiere bei Bewusstsein getötet werden.
...

Helium, Argon und Stickstoff als Alternativen

Mittlerweile gibt es deutlich weniger belastende Betäubungsalternativen für Schweine, die den Tieren zumindest in der Betäubungsphase zusätzliches Leid ersparen könnten.
...
Im Gegensatz zu Argon und Helium ist Stickstoff kein Edelgas und könnte ein einfaches Betäubungsmittel sein, weil er ohnehin in der Luft enthalten ist. Theoretisch wäre es möglich, den Sauerstoff in der Luft herunterzufahren und zusätzlich mit Stickstoff anzureichern. Bisher ist jedoch noch nicht erforscht, inwiefern die Tiere unter Stickstoffbetäubung tatsächlich leiden würden. [9]

Es gibt also Gase, die grundsätzlich dazu geeignet wären, den Tieren zumindest in der Betäubungsphase zusätzliche Qualen zu ersparen. Doch abgesehen davon, wie sehr Tiere bei ihrer Betäubung und Schlachtung leiden – die Qual der Tiere beginnt schon deutlich früher. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung leiden Millionen von ihnen ihr Leben lang u....

Akkordschlachtungen: Tiere teilweise bei Bewusstsein zerlegt

Todesangst, Panik und Schmerzen bei der CO2-Betäubung sind leider nicht die einzigen Qualen, denen Tiere in deutschen Schlachthöfen ausgesetzt sind. Zahllose Tiere erwachen im Laufe des Schlachtprozesses wieder aus der Betäubung und erleben ihre Tötung bei vollem Bewusstsein!

In den größten deutschen Schlachtbetrieben werden pro Stunde bis zu 750 Tiere getötet. Bei diesen Massenschlachtungen kann eine Nachkontrolle in den meisten Fällen nicht stattfinden. Die Schlachter töten Schweine im Akkord und haben für die Durchführung des Entblutungsstichs pro Tier nur etwa fünf Sekunden Zeit. [10] Unter anderem aufgrund von Zeitmangel kommt es immer wieder zu Fehlern bei der Ausführung des tödlichen Schnitts durch die Kehle. Bis zu ein Prozent der Tiere bleiben während des Ausblutens wahrnehmungs- und empfindungsfähig. Was sich wenig anhört, bedeutet in absoluten Zahlen jedoch, dass jährlich etwa 550.000 Schweine unzureichend betäubt sind, wenn sie in das Brühbad gelangen. Sie werden bei vollem Bewusstsein durch das 60 Grad heiße Wasser gezogen und ertrinken qualvoll im Brühwasser, das der Entfernung der Borsten der toten Tiere dient. [12]"

Da wäre viel mehr Aufmerksamkeit angebracht, als für den tragischen Tod des jungen Mannes, wegen Liebeskummers, wie man sagt.

Fazit: Unwissenheit der Masse lässt Schweine leiden. Wirtschaftliche Gründe auf den ersten Blick. Desinteresse m. E. das eigentlich Problem. Wird Dir jeder Psychoklempner sagen: Meide die Wahrheit, tut nur weh und macht am Ende krank.
[[hae]]

H.


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