Analyse des Uhren-Magazins dazu

Manuel H., Samstag, 25.12.2021, 11:10 (vor 1496 Tagen) @ Garderegiment2533 Views

Ist schon viele Jahre her, da hatte das Uhren-Magazin festgestellt, dass 1990 gekaufte Uhren im Jahre 2005 ihren "Wert" verdoppelt hatten. Woher haben die das hergleitet? Natürlich nicht aus den Ankaufspreisen der Uhren-Fachhändler, die an Ankauf gar nicht interessiert sind, sondern aus der Teuerung, die die Armbanduhren von 1990 bis 2005 im Einzelhandel erfuhren.

Eine Nomos Tangente kostete 1990 980 D-Mark, jetzt sind die 1.660 Euro teuer. Das ist doch eine stramme "Aufwertung"
Extrapoliert man diese "Wert"-Entwicklung auf die nächsten 25 Jahre, dann outperformen die sogar den Krügerrand. :-)

Rolex hat in dem Test am besten abgeschnitten (hatte also seine Preise am stärksten erhöht)

Der Gebrauchswert einer Uhr ist nahezu Null, da das Ablesen einer Uhr mit jedem x-beliebigen smartphone zuverlässiger gelingt. Je teurer die Uhr, desto unzuverlässiger der angebliche Gebrauchswert, da billige Quarz-Uhren nun mal Handaufzug schlägt.

Eine Armbanduhr ist ein reiner Schmuckgegenstand, insbesondere für Männer, die trotz Gendergequassel als Schmuck nur Uhr, Krawattennadel, Manschettenknöpfe und Kugelschreiber tragen dürfen (und Nadel wie Knopf sind aus der Mode).

Mit einer Uhr kommuniziert man seinen sozialen Status und seine "Haltung" zur Welt.

Auch im sozialen Status vermitteln ist Rolex führend, da am flexibelsten.
Sie ist bei Zuhältern beliebt (wegen der Brillianten-Modelle), bei Neureichen (wollte immer schon dazugehören) und bei Ganoven (kann man auf der Flucht weltweit zu Geld machen), aber auch bei wertkonservativen Bürgern wegen der hohen Fertigungsqualität, Zuverlässigkeit und langen Firmengeschichte.

Die vielen anderen Marken haben halt alle ihre soziale Status-Nische gefunden, zu der man sich durch die richtige Markenwahl zugesellen kann. Es geht also nicht um eine Entscheidung wegen technischer Einzelheiten, sondern darum, wie will man von Unbekannten (=eigenem Wirkungskreis) wahrgenommen und eingeschätzt werden.
Ich genoß mit einem völlig überteuerten Mont-Blanc Kugelschreiber im Ausland höchste Wertschätzung und Respekt, bevor ich auch nur den Mund aufmachte. :-)


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