Zinswende!

Zandow @, Heidenau/Sachsen, Donnerstag, 16.12.2021, 14:09 vor 1503 Tagen 3336 Views

Hallo Gemeinde,


heute, 16.Dezember 2021, ereignete sich eine Zinswende, die unser aller Leben für die nächsten Jahrzehnte beeinflussen wird:

1. England erhöht den Leitzins von 0,1 auf 0,25%.
2. Fed kündigt für 2022 (mindestens!) drei Leitzinserhöhungen an.

DAS ist DIE Zinswende!!!

Zum DGF-Diskussionsthema 'Inflation/Deflation' sind nun Meinungen gefragt.


Gruß in die Runde und einen gesegneten vierten Advent wünschend, Zandow

--
Nuclear power? Yes please!

Heißt das, das Hoffnung besteht die 500Tsd Euro auf Pump finanzierten Paläste der Kollegen bald für einen schmalen Taler zu bekommen? oT

mawa99, Donnerstag, 16.12.2021, 15:03 vor 1503 Tagen @ Zandow 1997 Views

Nein, das hat schon 2009 nicht funktioniert

Joe68 @, Donnerstag, 16.12.2021, 15:08 vor 1503 Tagen @ mawa99 2324 Views

Die meisten Immobilien sind langfristig finanziert, bis dahin sind sie zu einem guten Teil bereits getilgt so dass der Kreditnehmer bei der Anschlussfinanzierung eine höhere Zinslast, bei geringerer Tilgung, zu zahlen hat.
Ein paar wenige Kreditnehmer werden das nicht stemmen können, aber dafür steht weiterhin genügend liquide Käufer bereit, die froh sind ihr Geld in Betongeld stecken zu können.

Ich tippe weiterhin, daß die meisten Immos mit 20% Eigenkapital unterlegt sind. (mT)

DT @, Donnerstag, 16.12.2021, 21:43 vor 1503 Tagen @ Joe68 1505 Views

D.h. daß schon mal ein 20% drop drin ist, wenn noch gar nichts vom Kredit getilgt wurde.
100% Finanzierung im letzten Jahr ohne jegliche Rücklagen oder andere Assets - bin im Zweifel, wie viele Banken das tatsächlich genehmigt haben.

Ist es nur 1-2 Jahre her, haben die Immos schon wieder 10-20% an "Wert" gewonnen, so daß ein 20% drop schon mal drin sein dürfte.

Die Banken haben auch kein Interesse daran, eine Welle von Zwangsversteigerungen auszulösen, das würde nämlich den Markt killen und sie selber in die Bredouille bringen. Nur schlaue Sparer a la Jakob Fugger machen sowas und haben genug Zaster gebunkert, um danach die reifen Äpfel zum Tiefpreis zu ernten.

Wäre Deutschland und die Dx schlau gewesen, hätte sie 2009 in der Finanzkrise die spanischen und italienischen Kredite für die ganzen Hütten fällig gestellt und eine Hauspreiskrise ausgelöst. Nach dem Drop hätte man zu Tiefpreisen die Häuser aufsammeln können und dem deutschen Steuerbürger übereignen können. Sehr gerne hätte ich ein paar Spanier, die dann die nächsten 200 Jahre mir und meinen Nachkommen dauerhaft Miete zahlen und meiner Brut ein schönes Leben garantieren, mit hohen Vermögenswerten, Rente mit 60, Kreuzfahrten als Rentner etc etc., genauso so wie das die Dx den Franzosen, Spaniern, Italienern mittels EURO ermöglicht hat.

Deine Idee, die reifen Äpfel tief unten einzusammeln, hat nur in den USA 2011 für ein paar Monate geklappt. Ich hatte damals in San Diego richtig tolle Apartments in den Hochhäusern mit Meeres/Flugzeugträgerblick gesehen, über 100 m², für ca 300000 EUR. Die sind jetzt über eine Mio EUR wert.

DT

Die Zinserhöhungen der FED zwischen 2016 und 2019 hatten keinen nennenswerten Einfluss auf die Geldmenge.

Naclador @, Göttingen, Donnerstag, 16.12.2021, 15:04 vor 1503 Tagen @ Zandow 2013 Views

https://finanzmarktwelt.de/wp-content/uploads/2021/12/leitzins.jpeg

Insofern würde ich aus dieses Mal davon ausgehen, dass der Zins allein nicht viel an der Geldmenge ändert. Da aber die Produktivität unter steigenden Energie- und Rohstoffpreisen leidet, werden wir wohl dennoch Teuerung sehen.

Gruß,
Naclador

.. und selbst Wenn, es bleibt immer noch mehr als genug Geldmenge übrig. [owT]

Beo2 @, NRW Witten, Donnerstag, 16.12.2021, 18:19 vor 1503 Tagen @ Naclador 1333 Views

Die Rolle der ZBanken bei der Preisentwicklung wird weit überschätzt ..

Beo2 @, NRW Witten, Donnerstag, 16.12.2021, 17:58 vor 1503 Tagen @ Zandow 1473 Views

bearbeitet von Beo2, Donnerstag, 16.12.2021, 18:13

Die maßgebliche Geld(mengen)-, Preis- und Wachstumspolitik wird von den produktiven Unternehmen gemacht: deren Kreditnachfrage und die Verteilung der Einkommen unter den dort direkt beteiligten Teilnehmern (Aktionären, Management & Lohnempfängern) ist und bleibt entscheidend .. für alles! Hinzu kommt noch die Steuer- und die Ausgabenpolitik des Staates, der öffentlichen Hand. An dritter Stelle sind die Zockerbörsen und die zockernden Banken als "relevant" zu nennen. Erst dann endlich spielt die ZB eine bescheidene Rolle.
Die "Geldpolitik" der ZB ist eher eine optische Täuschung, da die ZB immer nur nachziehen/nachlaufen MUSS. Sie ist ja angeblich für die Geldwertstabilität zuständig. Einfach lächerlich!
Diese Wirtschaftsteilnehmer entscheiden über alles, was die Wirtschaft betrifft .. letztlich auch darüber, ob und wieviel Geldmenge nachgeschossen werden MUSS. Die ZB kann die Wirtschaft lediglich "abwickeln" .. nämlich durch sehr grobe Fehler.

Steigende Zinsen sind steigende Kosten der kreditnehmenden Unternehmen: Diese müssen diese Kosten einpreisen (sofern der Kundenmarkt es ihnen abnimmt). Die Folge kann in der Regel nur sein: mehr Insolvenzen und zunächst steigende! Preise .. und weiter: steigende Massenarbeitslosigkeit infolge tendenzieller Rezession. Und erst dann, in weiter Ferne!, fangen die Preise an zu sinken .. mangels aktiver Kaufkraft bei den Lohnabhängigen.

Von Inflation oder Deflation zu reden, hat nur Sinn, wenn man den Warenkorb genau definiert, von dem eigentlich die Rede ist.
Mit Gruß, Beo2

Zinswende - ein Klassiker im Gelben

CalBaer @, Donnerstag, 16.12.2021, 18:15 vor 1503 Tagen @ Zandow 1706 Views

Die Zinswende wird schon solange prognostiziert, wie ich hier Mitglied bin (seit 12 Jahren glaube ich).

Dass steigende Zinsen viele Schuldner in den Ruin treiben werden, ist schon mal mathematisch gesichert. Von daher wird bald eine neue Krise kommen muessen, damit es nicht soweit kommen kann. Mich wuerde eher interessieren, was als naechstes nach der Pandemie kommt. Was sind Eure Tipps?

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Ihr Einsatz Kralli: Zombiefirmen tschüssi.(k.T.)

Oblomow, Donnerstag, 16.12.2021, 18:36 vor 1503 Tagen @ CalBaer 1592 Views

Natürlich die"Klimakatastrophe",

dersachse @, Donnerstag, 16.12.2021, 19:04 vor 1503 Tagen @ CalBaer 1512 Views

und das böse CO2. Gruss

--
In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat (George Orwell)

Stagflation?

solstitium @, Donnerstag, 16.12.2021, 19:07 vor 1503 Tagen @ CalBaer 1542 Views

Dass steigende Zinsen viele Schuldner in den Ruin treiben werden, ist schon mal mathematisch gesichert.

Und wer ist das zu allererst?

Der Steuerzahler!
Weil Die geringe Zisnbelastung für den hochverschuldeten Staat eine willkommene Entlastung war, war doch die Zinslast schon mal die dritthöchste Ausgabe des Staates (korrigiert mich, meine es so in Erinnerung zu haben.)

Ergo Höhere Steuern, ergo höhere Preise um die Steuern zu erwirtschaften. Das ganze bei einem Flächendeckenden "Run" ins Sozialsystem also fallenden Einkommen, das geht so weiter, wie Sale an leas back es seinerzeit bei Städten gemacht wurde.

Der Staat verkauft sodann ALLES und least es zurück vom Privatbesitzer, was dann Gates, Schwab und Konsorten sein werden (wollen).

Beim Federal Reserve Act überzeugten Warburg, Schiff und Co. Präsident Wilson noch, dass der Staat pauschen nicht so gut mit Geld umgehen kann und das in privaten Händen einfach besser geht.

Wilson willigte ein, was er später als seinen schlimmsten Fehler seiner Amtszeit beschrieb, wenngleich die Argumente durchaus stimmten.

Private können und machen es tatsächlich besser als staatliche Insitutionen.
Weitere Beispiele?
Wer schiesst aktuell in Amerika Satelliten in den Weltraum?
Einer der als Hobby, weil Raketen in den Wletraum schießen so viel abwirft, noch Elektroautos nebenher baut!

Ja, privat kann es besser.
Leider gibts da noch ein Problem:
Die Gemeinnützigkeit, geht privat noch weiter am Allerwehrtesten vorbei, Ausnahmen bestätigen die Regel, als Denjenigen, die es vorgaukeln im saatlichen Auftrag streng nach Vorschrift zu tun!

Beides ist Raub am Steuerzahler.
Aber da Privat es einfach aus Gründes der Emsigkeit, des Willens, des Arbeitseinsatzes wirklich "besser" kann, entstand Corona, wo über Bande alles was irgendwie Gewinn abwirft privatisiert wird, und alles was dem Untergang geweiht ist, in staatlicher Hand, mit Depp Steuerzahler in der Hinterhand, verbleibt.

Und die Enteignung war bei "sale an lease back" schon klassisch zu sehen, im bisher kleineren Rahmen.

Welche Schulden hat nun jetzt der Steuerzahler, konkret welcher Steuerzahler?
Die der Stadt/Land/Kommune (siehe Berlin) und des Bundes.

Der Glückliche Steuerzahler verweilt in einer Kommune, die keine Überschuldung vor sich her schiebt, der unglückliche Steuerzahler lebt in Berlin!

Gestern wurden erst Stadien nach Unternehmen benannt (undenkbar noch vor 30 Jahren) morgen werden sie Städte umbenennen aka Karl Marx Stadt - (auch Nichts anderes gewesen) dann Bill Gates Stadt mit "Nischel" vorm Rathaus (ehemals Berlin) oder die Rockefeller Hansestadt, wer kennt sie nicht (ehemals Hamburg)

Glaubste nicht?
Wart's ab!

Die Städte werden sich angesichts dieser Chance (wer zuerst kommt mahlt zuerst) um die Umbenennung reissen!

Zuletzt gibts dann noch einen neuen Kalender eine neue Zeitrechnung "vor" respektive "nach" Schwabs Geburt.

War immer so! (vgl. Namensgeber von "Juli" und "August" wofür bei Letzterem der Februar einen Tag abgeben musste - und zwar weltweit!)

Das ist die Handschrift der wirklich Mächtigen, und hinter denen wollen sie freilich nicht zurückstecken. In 1000 Jahren sollen alle wissen, wer Schwab war, wer Cäsar war, wird in Vergessenheit geraten, so wie heute die Namen der Griechischen Antike hinter die katholischen Kirche, und deren "gaaanz wichtigen" Kaspertheater in den Schatten gedrängt wurden.

--
https://dasgelbeforum.net/index.php?id=568547
[image]

"...nein, wer NICHT kämpfen will, der fällt genauso!"
(Zur Erklärung, man "fällt" im Krieg, ohne Krieg hieße es man stirbt!)

Ich sehe da keine Zinswende.

Durran @, Donnerstag, 16.12.2021, 22:35 vor 1503 Tagen @ Zandow 1443 Views

Der Goldpreis steigt wieder, Aktien ebenso. Das sind nur Ankündigungen, die genauso schnell revidiert werden. Es wird keine Zinswende geben. Wir werden daher weiterhin negative Zinsen sehen, die Einlagen werden sich verringern.

Bei real steigenden Zinsen würden sowohl Aktien und auch der Goldpreis fallen.

Wie der Markt funktioniert können wir ja gerade live in der Türkei erleben. Lire Absturz bei Leitzinssenkung. Massive Geldentwertung mit galoppierender Inflation. Heute wurde übrigens verkündet, der Mindestlohn wird um 50 Prozent angehoben. Dort geht die Lohn Preis Spirale gerade los.

Und bei uns dauert es auch nicht mehr lange.

Reale Zinsen (inckl. Chart)

CalBaer @, Freitag, 17.12.2021, 02:12 vor 1503 Tagen @ Durran 1418 Views

Marktzinsen (10-jaehrige US-Staatsanleihen) - Inflationsrate (CPI). Das ist ungefaehr das, was ein Sparer an Zinsen erwarten kann bereinigt um den Wertverlust.

[image]
Wer will kann hier weiter rumspielen: https://fred.stlouisfed.org/graph/?g=JX0K

Die nominalen Zinsen koennen zwar steigen, nur was nuetzt es, wenn die Inflation vorneweg gallopiert. Fuer die Bemessung der Geldwertstabilitaet sind nur die realen Zinsen relevant. Die nominalen Zinsen muessten jetzt sofort um 5% steigen (Powell hat es gestern auf naechste Jahr aufgeschoben), um erst mal bei Null anzukommen. Frueher gab es sogar ein sattes Plus fuer Sparer. An die erfolgreiche Zinswende glaube ich erst, wenn es wieder soweit ist. Das kann aber erst nach einer massiven Schuldenabwertung passieren aus den Gruenden, die ich bereits anfuehrte.

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Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
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www.tinyurl.com/y97d87xk
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