Mein Buchtipp: "Krass" von Martin Mosebach

Langmut, Sonntag, 14.11.2021, 14:22 (vor 1530 Tagen) @ Oblomow2271 Views

Hallo in die Runde,

Martin Mosebachs: "Krass"
wurde in der Humorkritik der TITANIC Mai/2021 lobend erwähnt, was für einen konservativen Autor schon mehr als einen halben Ritterschlag darstellt:

"Uneingeschränktes Lesevergnügen hat mir dagegen Martin Mosebachs Roman "Krass" (Rowohlt) bereitet, weil die Ironie mit den Namen der Hauptfiguren: Krass, Dr. Jünglein und Lidewine bereits abgegolten ist und der Erzählung so uneinholbar vorauseilt, wie es die Möhre dem Esel tut. Ironie funktioniert hier als Möglichkeit, die der Roman als bekannt voraussetzt, wenn er von so hohen Dingen wie Schicksal und Fügung, Größe und Untergang handelt. Mosebach bildet sich ja viel darauf ein, ein Reaktionär zu sein, und seine selbstbewusste Artistik, die für gewöhnlich als Manierismus geführt wird, zwinkert, anders als bei Thomas Mann, genau einmal, weil Humor bekanntlich das rechte Maß ist; und dass es das hier wirklich ist, mag dann doch wieder Ironie sein. Meinethalben romantische."

Habe das Buch gleich ein zweites Mal gelesen, was bei mir noch nie vorgekommen ist.

Gruß
Langmut

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Die Mutter der Dummheit ist immer schwanger.

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. (Joachim Meyerhoff)


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