weder geht es hierbei um Väterchen Frost, ...
... oder um Energiepreise, noch geht es um Europa - oder um das ganze geopolitische Bla-Bla. Sondern die von Dir so schön erzählte Geschichte zeigt, dass es in der Realität da draußen einzig und allein um Machtpositionen geht. Und die nutzen die Russen genauso wie jeder beliebige Andere, der eine - wie auch immer geartetete - Machtposition innehat.
Meine Prognose ist, dass die Russen sich in den kommenden Verhandlungen moderat zeigen werden. Aber das wird sich herausstellen - und Du kannst gerne wieder davon berichten.
Ich hatte im Mai hier auf Lieferengpässe hingewiesen und entsprechende Vorsorge empfohlen. Was ich vermisse, ist eine differenzierte Diskussion darüber, wer die eigentlichen und ersten Preistreiber sind. Das ist nicht allein das Wetter (das ist zufällig), auch nicht allein eine gestiegene Nachfrage (allenfalls Pandemie-Nachholeffekte, die aber in gewissem Umfang absehbar waren). Es sind auch nicht allein Verschiebungen in der Logistik (Schiffe, Container). Ich erkenne hier vielmehr ein systematisches Bestreben, die Daumenschrauben anzuziehen. Und wenn man dann ein bißchen in Richtung höhere Preise getriggert hat (agenda setting), dann springen alle auf diesen fahrenden Zug auf (etwa so wie nach der Einführung des Euro) - und sie nehmen einen 'free lunch' mit, so gut es eben geht. Die Hirten kennen ganz genau das Verhalten der Schafe.
Niemand kann sich dagegen wehren, denn die Stellschrauben sind bereits besetzt. Und die Russen haben auch einen der Schraubenzieher.
Die Lösung ist hier, aber es ist eigentlich zu spät:
(ist nur als ein Beispiel zu verstehen)
Es ist unter anderem auch deshalb zu spät, weil diese genannten (und andere) Leute schon 'unter Vertrag' sind.
Weiner