Wahlen könn(t)en etliches ändern

Gernot ⌂, Mittwoch, 01.09.2021, 18:00 (vor 1599 Tagen) @ Falkenauge1844 Views
bearbeitet von Gernot, Mittwoch, 01.09.2021, 18:05

Es ist so leicht, es sich (besserwisserisch?) am Wahlsonntag zu bequem zu machen, um wählen zu gehen und danach über die Politik zu schimpfen.
Auch für das "sowieso alles gefälscht" trifft das zu, denn der Weg zur Teilnahme an der Auszählung im Stimmlokal ab 18 Uhr könnte zu anstrengend sein - wie auch die Mitarbeit als Wahlhelfer.

Mir scheint es egal zu sein, welche Farben die zukünftige Regierung tragen; sie machen alle dasselbe, die einen etwas schneller, die anderen eher nach dem Prinzip Frosch und heißes Wasser. Eine Mehrheit etwa für AfD, Basis, NPD, ÖDP, Todenhöfer usw. wird sich nicht einstellen.

Für viel wichtiger als die Regierungszusammensetzung halte ich das Wahlergebnis als legitimierendes Stimmungsbarometer.
Gegen eine wirkliche Opposition von, sagen wir, 35 Prozent, hätte sich die "Grenzöffnung" 2015 schwerlich durchsetzen lassen.

Deshalb appelliere ich, zur Wahl zu gehen und Protest zu wählen (nicht ungültig, auch diese Stimmen werden im Endeffekt gleichmäßig auf die gültigen verteilt).

Vor allem sollte man nicht auf das angeblich warnende Gegreine
("ich, Johann Baptist Phossyl prophezeie euch: den Weltuntergang!")
vor rot-grünen Farbkombinationen hereinfallen und zur Verhinderung des "Untergangs" Deutschlands doch wieder zähneknirschend CDU wählen.
Wie kurz kann denn politisches Gedächtnis sein?
In legislaturperiodenlanger CDU-Herrschaft hat die Anzahl von Ausländern (inkl. "Naturalisierter") in D stets zugenommen.
Die Covid-Kriege, die "Maßnahmen" (und Lügen) wurden unter CDU-Herrschaft begonnen.
2015 wurden unter CDU-Herrschaft die Grenzen geöffnet.

Was war eigentlich um die Jahrtausendwende unter SPD-Grünen-Herrschaft? Ist D da untergegangen? Meine Erinnerungen erstrecken sich auf Vernichtung von Restnatur durch manisches Mähen von Autobahnrandstreifen, Demonstrieren gegen sich selbst bei den Castor-Transporten, Einschränkung des Bismarckschen Sozialsystems und eine Beteiligung an einem Krieg.

Ich gehe sogar soweit zu sagen: Unter SPD-Regie wäre es nie zu dieser "Grenzöffnung" gekommen!
Die SPD hätte sich einem breiten, gesamtgesellschaftlichen Widerstandsfeld gegenüber gesehen, einschließlich einer tobenden CDU/CSU! Selbst die Kirchen, zumindest bedeutende ihrer Teile, wären kritisch gewesen, von der tatsächlichen Opposition ganz zu schweigen. Möglicherweise wäre sogar die Linke - wie seinerzeit tatsächlich die KPD - darauf verfallen, den Unterschied zwischen Flüchtlingshilfe und Lohndrücker-Import herauszustellen.

Man sollte wählen, was man will, nicht, was einem taktisch klug erscheint. Das geht schief, weil große Wählergruppen ebenso taktisch, jedoch ganz anders handeln, siehe jetzt den Rutsch von den Grünen zur SPD.
Man lege das Gewicht seiner Stimme auf eine Seite der Waage. Nach dem Hebelgesetz muss das außen sein, soll heißen, dort, wo der eigene Standpunkt liegt.
Das Spiel ist vor jeder Wahl dasselbe: Kopf-an-Kopf-Rennen, Gefasel vom "Gewinnen der Wahl" (bei Verhältniswahlrecht unmöglich, man kann nur Stimmen gewinnen), Warnungen vor der "Katastrophe", wenn "das andere Lager gewinnt" und Äußerungen über "verschenkte Stimmen". Damit wird wieder zu den Parteien zurückgetrieben, die, was immer den einzelnen von uns stört, angerichtet haben.

Ich war vor Jahren Gast der Stimmenauszählung im Wahllokal meines Spießerviertels. Meinen Stimmzettel bzw. meine Stimme vermochte ich leicht wiederzuerkennen: Es war die einzige für diese Partei!
Aber sie war wenigstens nicht verschenkt.

--
Ab jetzt wird durchregiert. Wir kennen keine rote Linie mehr. Verbote bedeuten auch mehr Freiheit. Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Hass bedeutet Liebe. Gebt ihnen keinen Millimeter preis.


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