Persönliche Umfrage in eigener Sache: Wie würdet Ihr Euch an meiner Stelle verhalten?

helmut-1, Siebenbürgen, Mittwoch, 25.08.2021, 20:39 (vor 1604 Tagen)4217 Views
bearbeitet von helmut-1, Mittwoch, 25.08.2021, 20:50

Bin hier sehr unschlüssig. Nein, ich habe keine Angst, - ich stehe zu meinen Überzeugungen. Auch, wenn da einer als lieber Papa dahintersteht, der sich mit den 100er Geldscheinen den Hintern putzen kann, soviel hat er davon. Wer Geld hat, der hat das Sagen, - aber auch das beeindruckt mich nicht besonders.

Viel mehr geht es mir um die örtliche Verkehrspolizei. Der Haken dabei ist, dass ich mit jedem Uniformierten gut zurechtkomme, alle grüßen mich, ich hab auch jedem geholfen, wenn er was von mir wollte, - ich weiß, dass die Kerle nicht besonders gut bezahlt werden, und auch der Dienst ist nicht gerade rosig. Aber es sind alles Menschen, und solange mich jemand als Mensch behandelt, mache ich das umgekehrt genauso.

Irgendjemand ist bei der ganzen Sache mit einem Haufen Geld geschmiert worden, anders geht das ja nicht. Schreibe ich das nun im rum. fb, in den Lokalseiten, wie ich das eigentlich vorhabe, dann gibt das ein entsprechendes Echo. Was bewirke ich damit? Ändert sich dann was in punkto Sicherheit für die Einwohner dieser Stadt, oder bleibt alles beim Alten, und die Polizei wird dann als Prügeljunge an den Pranger gestellt?

Verliert irgendjemand bei den Uniformierten dann seinen Job, oder kann man das irgendwie anders klären? Mir wäre es am liebsten, wenn die Beamten, die geschmiert worden sind, dafür sorgen, dass der Verrückte mit seinem Auto in Zukunft einen großen Bogen um unsere Stadt macht. Dann bin ich gerne bereit, über alles die Decke des Vergessens zu legen. Zum Glück ist es ja nur einer, der spinnt, der die anderen immer dazu anstachelt und provoziert.

Aber derjenige hat halt seinen Papa im Rücken, der immer für ihn die Kohlen aus dem Feuer holt:

https://www.youtube.com/watch?v=SmctKnIYWF0

Also, was würdet Ihr an meiner Stelle machen? Das ist das Schreiben, das ich für fb vorbereitet habe, ich übersetze es auf deutsch:

UNFÄLLE IN MEDIASCH

Es ist nicht das erste Mal, dass in Mediasch tödliche Unfälle passieren. Aber niemand stellt die Frage nach dem wahren Grund, niemand versucht, die tatsächlichen Umstände zu klären, die zum Unfall geführt haben.

Das ist falsch. Dazu vermehrt sich durch die Nichtaufdeckung das Risiko, dass weitere tödliche Unfälle passieren, wo auch Unbeteiligte davon betroffen sind.

Jeder von uns kann dadurch betroffen werden, und es sollte in unserem gemeinsamen Interesse liegen, dass genau das nicht passiert. Niemanden.

Ich führe als Beispiel diesen letzten tödlichen Unfall in Mediasch an:

https://starsibian.ro/foto-accident-mortal-la-medias-un-tanar-de-22-de-ani-a-murit/?fbc...

Ich habe dazu einiges in fb geschrieben, das auch wahr ist, - aber es war nicht die Begründung für den Unfall.

Seit einiger Zeit finden auch in Mediasch nächtliche Autorennen statt, meist auf der Hermannstädter Straße, und nun ist es das zweite Mal, dass es einen tödlichen Ausgang nahm. Ich war der Meinung, dass sich diese Dinge nur in anderen großen Städten wie Berlin, oder Köln etc. ereignen, - ich wurde eines Besseren belehrt.

In der Nacht vom 17. auf den 18. August trafen sich ein paar Gleichgesinnte, und es fand ein Rennen statt, in Richtung Zentrum, von der Tankstelle aus beginnend. Ja, dort wurde auch etwas getrunken, aber das war nicht das Ausschlaggebende.

Die eigentliche Unfallursache war die regennasse Straße und die Geschwindigkeit der nebeneinander fahrenden Autos mit bis zu 170 km/Std. Dazu waren die Sicherheitseinrichtungen in den Fahrzeugen bewusst anulliert worden, außerdem wurde kein Gurt verwendet.

Der Unfallfahrer verlor die Kontrolle über das Fahrzeug und prallte an den Betonmasten. Der andere Fahrer fuhr schnell weg, damit er nicht in die Sache verwickelt wird. Aber dieser Fahrer war damals auch bei einem anderen Rennen dabei, als ein Unbeteiligter auf dem Zebrastreifen zu Tode kam.

Klar hat er keinen Mut, sein Fehlverhalten vor der Polizei zuzugeben. Für ihn ist es ausreichend, dass nicht ihm dieser Unfall passiert ist, sondern dem anderen Fahrer. Dieser junge Mann, der eine Mitschuld am Unfall trägt, hat keine Eier in der Hose, er wird sich niemals der Veranwortung stellen, deren Ausmaß er gar nicht abschätzen kann. Das enge Umfeld um den Verstorbenen kennt die Situation genau, aber alle schweigen. Auch ich werde schweigen, weil ich die Eltern des anderen Fahrers persönlich kenne und schätze.

Ob hier auf "rumänische Art" nachgeholfen wurde, dass die Wahrheit zugedeckt wird, - das weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass durch die Unvernunft junger Männer ein 2-monate altes Kind ohne Vater geblieben ist, und die Mutter des Kindes ohne den zukünftigen Ehemann.

Nach meiner Einschätzung wird es dabei nicht bleiben. Der Fahrer, der sich aus dem Staub gemacht hat, hat nach diesem bereits 2. tödlichen Vorfall die Überzeugung gewonnen, dass für ihn persönlich kaum ein Risiko existiert. Das heißt, er wird es wieder machen. Demnach erwarten wir den dritten tödlichen Unfall.

Eigentlich wollte ich einen Brief an den Polizeichef in Mediasch schreiben, - aber ich weiß nicht, ob das überhaupt einen Wert hat. Auch die Belegschaftszahl der Polizei in Mediasch ist nicht besonders groß, vielleicht haben sie nicht genügend Leute. Aber es wäre zur Sicherheit aller notwendig, wenn auch in der Nacht Polizeistreifen durch die Stadt fahren würden, schon aus präventiven Gründen.

Es ist einfach zu wenig, am Sonntag morgen vor der Kathedrale Alkoholkontrollen durchzuführen und die Papiere zu kontrollieren. Es geht darum, Menschenleben vor Schaden zu bewahren. Auch, wenn die Straße um Mitternacht fast menschenleer ist. Das Video, dass live beim Rennen gefilmt wurde, hat man nach dem Unfall ganz schnell aus dem Netz genommen, aber einige haben es sich doch heruntergeladen. Grauenvoll, was man darauf sieht.

Es mag sein, dass man auch dieses zweite Mal die Gefahr für den anderen, lebenden Teilnehmer des Autorennens entschärft hat, auf welche Weise auch immer. Aber ich habe einen guten Draht zu den jungen Menschen, auch als 70-jähriger. Und ich stelle fest, dass die meisten, die sich im Alter zwischen 20 und 30 befinden, diese Sache vom Wahrheitsgehalt her kennen, auch die Namen aller Beteiligten, aber trotzdem schweigen.

Das mag ja im Moment gutgehen, - aber beim nächsten tödlichen Unfall besteht die reale Gefahr, dass es eben größere Wellen schlägt. Und dann wird man es nicht mehr unter den Teppich kehren können. Dann wird alles herauskommen, auch die Wahrheit über die Vorgänge bei den ermittelnden Behörden, die bewirkt haben, dass man die genauen Umstände verschweigt.


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