“Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht!“

Oblomow, Mittwoch, 18.08.2021, 09:07 (vor 1618 Tagen) @ Weiner4299 Views
bearbeitet von Oblomow, Mittwoch, 18.08.2021, 09:22

BALLADE VON DER UNZULÄNGLICHKEIT MENSCHLICHEN PLANENS

“Der Mensch lebt durch den Kopf.
Sein Kopf reicht ihm nicht aus.
Versuch es nur, von deinem Kopf
Lebt höchstens eine Laus.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlau genug.
Niemals merkt er eben
Diesen Lug und Trug.

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlecht genug.
Doch sein höhres Streben
Ist ein schöner Zug.

Ja, renn nur nach dem Glück
Doch renne nicht zu sehr
Denn alle rennen nach dem Glück
Das Glück rennt hinterher.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht anspruchslos genug.
Drum ist all sein Streben
Nur ein Selbstbetrug.

Der Mensch ist gar nicht gut
Drum hau ihn auf den Hut.
Hast du ihm auf dem Hut gehaun
Dann wird er vielleicht gut.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht gut genug
Darum haut ihm eben
Ruhig auf den Hut!“

Mir ging es um 40 Jahre, die wohl ein Förster bedenkt, wenn er Bäume pflanzt. Klar, respice finem als größte Meisterleistung. Ich frage mich nur, ob das viele Planen nicht zugleich auch Irrsinn ist. Ich denke da an Alexis Sorbas. Das mit der totalen Kausalität, die Du ja auch historisch untersuchst und insofern “ausrechnest“ ist für mich eher befragungswürdig. Wunder passieren immer wieder. Ich bin skeptisch, was Modelle absolut setzt - nicht nur individuum est ineffabile, mir scheint auch historia est ineffabile. Natürlich, wenn ich Dein Buch gelesen habe, werde ich anders denken.[[top]] Ich halte übrigens Deine Prognose, wie schon an anderer Stelle von mir erwähnt, dass es zu einer Verwarlordisierung der Welt kommt (so wie in Afghanistan) für nicht zutreffend. Ich vermute, dass die Warlords in Afghanistan sogar bald nichts mehr zu lachen haben.

O.


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