Du hast ein wahres Wort ausgesprochen, das viele in Deutschland nicht verstehen
Nämlich "Vereint sind wir unschlagbar".
Dazu kommt der völlig unterschiedliche Begriff von "Deutschland" und der "Deutschen Nation". Viele ausländische Staaten begreifen das besser als die Deutschen (oder auch die Österreicher) selbst.
Es ist ein Unterschied, was das Staatsgebiet betrifft, und durch aktuelle Grenzen festgelegt ist, was sich aber immer wieder ändern kann. Manchmal durch Verträge, früher durch Kriege, usw.
Aber das Wort "Nation" bedeutet was ganz anderes. Der deutschstämmige Elsässer oder der Wolgadeutsche zählt da genauso dazu wie der Sudetendeutsche oder der Schlesier, neben anderen wie der norddeutschen Minderheit in Dänemark, Südtiroler, etc. (ich will hier nicht alle aufzählen). Ganz abgesehen von den Schweizerdeutschen, Österreichern und natürlich den in Deutschland lebenden.
Die deutsche Nation ist was Großes, was Grenzüberschreitendes, und hat ganz andere Parameter als die Kleinstaaterei, die durch Grenzen geregelt ist. Andere Staaten, die seit Jahrhunderten mit mehreren Nationen zusammenleben, kennen und respektieren das. Ich hab das als Beispiel schon hier aufgeführt, nämlich das Abiturzeugnis meines Jüngsten:
Da steht die Wohnadresse in Siebenbürgen, der Name, das Geburtsdatum, und dann liest man:
- Staatsangehörigkeit: Österreich
- Nationalität : Deutsch
Aber das hat sich aus den Politikergehirnen der Deutschen und Österreicher schon lange ausgebrannt. Ich freue mich immer wieder, wenn ich in Siebenbürgen am 26.10 zur Feier der Österreicher eingeladen werde und dabei auch die Botschaftsfritzen treffe. In Österreich bezeichnen das die Politiker als "Nationalfeiertag". Ich bin überzeugter Österreicher und werde mein Land immer hochhalten. Niemals werde ich meine Staatsbürgerschaft gegen eine andere eintauschen.
Aber mich kostet der Begriff "österr. Nation" immer ein Lächeln. Der Österreicher, sofern er seine Wurzeln in Österreich und nicht in der Türkei, Afghanistan oder sonst wo hat, ist Teil der deutschen Nation. Wenns bei den Botschaftsvertretern dann ans Eingemachte geht, im Laufe der Diskussion, und man auf die Geburt des Deutschtums zu sprechen kommt, nämlich, wo denn die Wiege des Deutschtums steht, dann fangen sie immer wieder zu hufen an.
Gegen das Argument, dass sich das Deutschtum aus der Nibelungensage ergibt, mit einer Ausbreitung vom Eisack bis zum Odenwald, was heute über drei Staatsgebiete geht, können sie nur schlecht was dagegen halten. Mir gefällt dann immer, wie sie sich winden, zumal sie nicht damit rechnen, sich mit jemanden zu unterhalten, der sich halbwegs in der Geschichte auskennt.
Also: Für mich ist unser Feiertag am 26.10 heilig, ich begehe den im Gedenken an die Verträge 1955 und die damit erreichten Freiheiten. Aber ich bezeichne ihn als Staatsfeiertag, und nicht als Nationalfeiertag.
Deshalb sehe ich diesen Ausspruch:"Vereint sind wir unschlagbar" in einer größeren Dimension. Auch, wenn ich die Bayern gerne mit meinen Äußerungen provoziere. Wenn mich da einer als Österreicher gerne mal auf die Schippe nimmt, dann frage ich ihn, ob er weiß, was Bayern überhaupt ist. Natürlich fragt er dann nach, was ich damit meine. Und dann erkläre ich ihm, dass schon rein geografisch, in Nord-Süd-Richtung, der Bayer nur der Übergang ist. Und zwar vom "Deutschen" zum "Menschen".
Aber das ist lokalpatriotisches Geplänkel, das gehört dazu. Meine grundsätzliche Einstellung habe ich oben ausführlich erklärt.