Die kapiert das System nicht. Macht aber nix. Wir haben unseren Spass dabei.

Mephistopheles, Dienstag, 25.05.2021, 16:04 (vor 1695 Tagen) @ Rain1714 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Dienstag, 25.05.2021, 16:16

Ihr Lieben,

ich bin ein Freund des schlanken Staates und der niedrigen Steuersätze. Außerdem bin ich ein Freund des Wettbewerbs und des freien Marktes.

Was mich ärgert, ist die Steuerheuchelei der Reichen, die einerseits alles tun, um Steuern zu sparen (was natürlich nur dann legal möglich ist, wenn der Staat Lücken, in der Regel für Superreiche, läßt) und andererseits rumheulen, der Staat möge sie stärker besteuern, weil alles andere so ungerecht ist.

Seit einiger Zeit irrt Marlene Engelhorn mit genau dieser Forderung durchs Netz.

Statt aller: https://www.derstandard.at/story/2000126792517/millionenerbin-marlene-engelhorn-besteue...

Klingt für Liese Müller und Heino Meier gut.

Sie hat das Geld sicher nicht unter der Bettdecke, sondern angelegt. Davon werden Arbeitsplätze finanziert oder Staatsanleihen begeben, also auch Arbeitsplätze. Wird das Geld als Steuern eingezogen, dann wird es verkonsumiert. Also einmal was da und nächstes Jahr Arbeitsplätze weg und Verelendung.
Aber diese boshaften debitistischen Zusammenhänge übersteigen die Maushirnkapazität.

Der Hintergrund ist alles andere als schön, gerecht und sozial.

Ihr Großvater, Curt Engelhorn, der in Mannheim zur Haute Volee gehörte, verkaufte 1997 Böhringer an Roche. Er verdiente dadurch 8 Mia, durch Steuersparmodelle steuerfrei.

Als Almosen spendete er Mannheim ein paar Millionen, zum Dank wurde ein Museum nach ihm benannt.

Sixte. Schon isses weg, die Kohle. Und die Stadt Mannheim muß sich um die Zusatzaufwendungen für den Unterhalt des Museums und die Erhaltungskosten und den Museumsdirektor incl. Altersversorgung kümmern und kann das Geld nicht für Bildung von Kindern aus der Unterschicht ausgeben. [[lach]]
Wie nannte man so etwas früher? Danaergeschenk nannte man es.

Das Museum ist schön, unbestreitbar, der Direktor ist ein Top Mann. (Allerdings ist er, als er bei der Landtagswahl 2021 antrat, vollständig durchgefallen.)

Hätte Engelhorn auf den Verkauf Steuern bezahlt, würden wir weniger zahlen.

Nö, dann würde der Staat das Geld dazu verwenden, um adäquat weniger Kredite aufzunehmen und die Steuern wären genau so hoch. Die Steuern bewegen sich immer am Maximum des Möglichen. Für das Unmögliche werden Staatsanleihen begeben.

(Oder der Staat würde noch mehr Geld zum Fenster rauswerfen, genau weiß das niemand.)

Der Staat wirft niemals Geld zum Fenster raus, weil jede Staatsausgabe ist für irgendjemanden Einkommen. Allerdings schädigt das das Klima. [[top]]

Hier zum Bericht über den alten Engelhorn:

https://kommunalinfo-mannheim.de/2017/11/16/steuerhinterziehung-in-milliardenhoehe-lega...

Beste Grüsse

Rain

Gruß Mephistopheles


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