Noch zu früh für die breite Bericherstattung
Es bedarf vorher einer medial verwertbaren Einmischung der Türkei in diesen Konflikt.
Das käme der Grenz- und Verteidigungspolitik der EU sehr gelegen. Die Türkei wurde ja schon seit einigen Jahren zum Abschuss frei gegeben, wird mit Hilfe der EU und USA ganz easy in einen Absatz versprechenden Flächenbrand hineingezogen, der sich früher oder später nach innen kehren wird. Die Türkei als Schandpfleck und Kontrast zur strahlenden EU, einfachste Rechtfertigungen zum bevorstehenden Hochfahren der europäischen Verteidigungs- und Außengrenzpolitik, Jahrzehnte höchst angespannter Beziehungen zur radikalen Friedensbedrohung Türkei.
Wäre doch gelacht, wenn die EU das Potential nicht nutzt. Wie sonst will man die nun am Start befindlichen, einvernehmlichen Programme der 26 EU-Mitgliedstaaten umsetzen und die finanziellen Mittel für dieses größenwahnsinnige, militärische Jahrtausendprojekt rechtfertigen? Lange wird man die Mitgliedstaaten bei den die letzten Monate erfolgten Umstrukturierungen nicht bei Laune halten. Die EU braucht endlich einen medial verwertbaren Konflikt der ihr gemeinsames Handeln rechtfertigen kann. Gibt es einen besser kontrollierbaren Scheingegner als die medial kümmerlich und hinterfotzig vermarktete Türkei?
Schon erstaunlich, wie sich die politischen Schauspielergarden gegenseitig vor den Kameras hin und her schieben wenn ein in Wahrheit nur sehr kleiner Teil eines Flüchtlingslagers Feuer fängt und bei diesem schon hunderte Todesopfer fordernden Krieg in Europa nicht einmal die kleinsten Stellungnahmen erfolgen.
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