Kurze Ergänzung
Die NZZ bringt eine gute Zusammenfassung der historischen Zusammenhänge, ohne die man den Konflikt nicht verstehen kann.
https://www.nzz.ch/international/nagorni-karabach-armeniens-und-aserbaidschans-national...
Eine wichtige Komponente in diesem Konflikt ist auch der Zuzug der Armenier aus dem Osmanischen Reich nach Berg Karabach zwischen 1846 und 1915 als Folge der Verfolgung der Armenier dort. Hierdurch verachtfache sich die Zahl der zuvor als Minderheit im muslimischen Aserbaidschan lebenden Armenier. 1905 und 1918 kam es zu Massakern in armenischen und aserbaidschanischen Dörfern in Berg Karabach. Erdogan täte also gut daran, sich zurückzuhalten.
Nach Etablierung der Sowjetmacht in Aserbaidschan wurde dann Berg Karabach Aserbaidschan zugeschlagen, die Armenier bekamen administrative und kulturelle Autonomierechte. Stalin verfolgte damit auch das Ziel nationale Bewegungen durch Zersplitterung zu schwächen. Das Ziel Berg Karabach zurückzugewinnen wurde allerdings durch Armenien nicht aufgegeben.
Ich war selber einmal in einem Flüchtlingscamp für aserbaidschanische Flüchtlinge auf aserbaidschanischem Gebiet. Diese existieren seit langer Zeit ohne dass dies hier in Deutschland zur Kenntnis genommen wird.