Habe eben meine Bund-Future-Shorts verkauft
Habe eben meine Spekulation auf steigende Zinsen beendet, indem ich meine Bund-Future-Shorts verkauft habe.
Die EZB kann und wird nicht zulassen, dass die Zinsen nennenswert steigen, da dies die Staaten und Unternehmen in ohnehin stark verschuldeter und geschwächter Lage dahinraffen würde wie ein Virus.
Ob wir dann im Nachgang der Krise eine Inflation, insbesondere dann wieder der Vermögenspreise, sehen werden, sei dahingestellt. Jetzt geht es erstmal darum, den Krieg zu gewinnen, und da wird man nichts anbrennen lassen. Daher sage ich jetzt erstmal wieder: Never fight the FED (EZB). Es ist der Kampf des David gegen Goliath: Die EZB ist also Goliath, und der Markt ist David. Dieser Whatever-it-takes Goliath hat schon in der Griechenlandkrise gewonnen und könnte auch jetzt wieder gewinnen. Aber David ist stärker geworden, denn jetzt geht es nicht um "Griechenland", sondern um die ganze Euro-Zone und um die ganze Welt. Natürlich helfen Goliaths Zentralbank-Brüder in USA, Japan usw. kräftig mit, aber die Aufgabe ist global, also ungleich größer als damals.
Sollte es dennoch zu einer Vertrauenskrise kommen, hätte der Markt noch eine Chance, zum Goliath zu werden. Dann würde der Anleihemarkt Risiken einpreisen oder gar paniken, und die Zinsen würden deutlich steigen. Aber ist dieses Szenario realistisch angesichts des unbegrenzten Geldmonopols der Zentralbanken? Diese Art von durchsetzungsfähigem Vertrauensverlust setzt eigentlich eine massive Inflation bei Güterpreisen voraus, und dagegen steht die Gefahr und Kraft einer krisenbedingten Deflation. Also ist das eher nicht zu erwarten.
So bleib ich jetzt erstmal "vernünftig" und erkenne die Übermacht des Monsters, welches uns alle rettet, an. Obwohl, der Sieger der Herzen wird der kleine David sein, der kleine schwache Markt, der sich fügt, und angewidert aufsteht und sagt: Wenn die Musik spielt, musst Du tanzen. Armer David.
Gruß
Stagflati
(der das Rettungsmonster hasst und sich trotzdem retten lässt)