Ergänzung
Die dritte Denkfalle ist die hinterfotzigste. Sie besteht darin, das jetzige, durch und durch raubkapitalistische, der Finanzoligarchie, City und Wall Street dienende System und dessen etablierte Parteien in völliger Verdrehung der tatsächlichen Verhältnisse als sozialistisch bezeichnen und dann als Ausweg mehr Marktwirtschaft und Kapitalismus zu empfehlen. Diesem miesen Vorgehen liegt folgende Argumentationsstruktur zugrunde, die ich vereinfache und polemisch zuspitze: Rothschild, Goldman Sachs, Blackrock und Soros haben uns nicht gut getan, wir brauchen mehr Rothschild, Goldman Sachs, Blackrock und Soros.
Vielen Dank!
Unglaublich viele bemerken diese Falle nicht.
Das ist wie bei der Rente.
Schröder hat dem Volk erzählt, sie sei ineffektiv und man bräuchte Rürup und Riester und Steuern auf die Auszahlung der Rente etc. pp.
Es funktioniert noch immer nicht, also will man noch mehr Radikalität, z.B. eine Privatisierung (Black Roch, Merz, etc.), weil die Privatwirtschaft doch angeblich immer effektiver ist.
Doch niemand thematisiert, was der Rentenkasse immer aufgebürdet wird. Die Beiträge dazu kann man alle bei Nachdenkseiten nachlesen. Man darf nicht alles dort akzeptieren, weil vieles dort sozialdemokratisch ist, doch zur Rente gibt es dort Unmengen an guten Beiträgen.
Warum können z.B. Beamte komplett ausscheren?
Das mit mehr Markt ist ganz und gar auf der Linie der Neoliberalen, die seit 1980 durchmarschieren, mit kurzen Unterbrechungen. Weil die den Hals nicht vollbekommen ("In Class Warfare, Guess Which Class Is Winning"), kam das PNAC, die Krise mit den Bankenbailouts usw.
Merz ist der nächste Vertreter.
Man hätte die Bankster 2009 bestrafen müssen anstatt ihnen viel fiat money zu geben, weil es sich bei den Bankstern angeblich um die besten Fachleute handelt, die wir haben. Sie sind das Problem, nicht die Lösung.
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"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder