Hab darüber nachgedacht

helmut-1, Siebenbürgen, Dienstag, 03.03.2020, 05:08 (vor 2172 Tagen) @ valuereiter1735 Views
bearbeitet von helmut-1, Dienstag, 03.03.2020, 05:18

Aber nicht gleich darauf kommentiert, weil ich mir selbst unschlüssig war.

Dein Satz:
--> einen Mehrwert für das Forum würde ich nur sehen, wenn konkrete nach Lektüre des Beitrags und ggfs. der Links NUTZBARE Hinweise/Anleitungen/usw. gegeben werden!

ist prinzipiell richtig. Es stellt sich die Frage, worin der Nutzeffekt für die Leser des Forums liegt. Und genau das sollte ja im Vordergrund stehen, im Rahmen der Diskussion eine Form der Wissenserweiterung zu betreiben, evtl. eigene Ansichten zu überdenken, auf jeden Fall sich geistig nach vorne zu bewegen. Ungeachtet, ob es sich um Anlagen, Politik oder - wie in diesem Fall - um Gesundheit handelt.

Trotzdem würde ich die Anregung von @Konstantin nicht in die Negativ-Ecke schieben. Es ist schwierig, das zu begründen, - aber ich versuchs mal.

In seiner Antwort an mich spricht er von 50 - 60 Jahren durchgehendem Einsatz. Das ist natürlich übertrieben. Man müsste es eigentlich anders formulieren: Jahrzehntelanges Beobachten und vor allem wach durchs Leben gehen, die Dinge links und rechts um sich herum aufnehmen, darüber nachdenken und den Dingen auf den Grund gehen.

Ich will es am Beispiel meiner Person genauer erläutern:

Wie ich schon mal erwähnt habe, - seit meinem 16. Lebensjahr, als ich begann, mit einem reiferen Bewusstsein an Beerdigungen teilzunehmen, denen ich mich nicht entziehen konnte, habe ich gemerkt, dass bei der überwiegenden Zahl der Verstorbenen zu Beginn des Leidensweges eine Fehldiagnose des Hausarztes stand.

Nachdem mir das auffiel, handelte ich danach. Ich ging direkt zum Facharzt, wenn ich ein Problem hatte. Immer wurde ich gefragt, wer denn der Hausarzt sei, - und ich sagte jedes Mal, dass ich keinen habe. Bei meiner ersten Frau, als die an der Niere operiert wurde (nichts Besonderes, eine Wanderniere wurde an die Rippe angenäht), bekam ich aufgrund "einschlägiger" Beobachtungen der Mediziner den Rat, von einem Kinderwunsch Abstand zu nehmen. Folgerichtig bot man mir auch gleich die medizinische Indikation an, als meine Frau schwanger wurde.

Das war in den 70er Jahren, da gabs noch keine Info übers Net usw., - ich griff mir alle Bücher, die ich über dieses Thema lesen konnte. Danach trafen wir die Entscheidung, dass wir Kinder haben wollten. Nicht aus Egoismus, sondern aus der Gewissheit heraus, dass die Meinung der Weißkittel vorschnell und nicht schlüssig war. Der gesundheitliche Lebensweg sowohl von Frau und Kindern hat mir übrigens recht gegeben. Meine erste Frau ist an was ganz anderem verstorben.

Das bewirkte ein Umdenken bei den üblichen Kleinigkeiten, die bei Kindern so auftreten. Dass sie nur Pocken und Kinderlähmung als Schutzimpfung bekamen, versteht sich von selbst. Schon berufsbedingt waren mir die Heilpflanzen bekannt, und ich intensivierte dieses Wissen durch Literatur und Erprobungen an meiner Familie, einschl. an mir.

Der wesentliche Wandel in meinem Verhältnis erfolgte, nachdem ich meinen Schwiegervater bis zum Ende begleitet habe. Er war einer der ersten Patienten mit pathologischen Cystennieren, seit vielen Jahren an der Dialyse, und als sich eine Gallenoperation einstellte, begannen die Probleme. Damals hatte ich Semesterferien, meine Frau war im 5. Monat, die Schwiegermutter mental nicht in der Lage, und so blieb nur ich übrig, mich des Patienten begleitend anzunehmen.

Die Ärzte schlugen dann vor, dass ich ein Bett neben meinem Schwiegervater in die Intensiv bekomme, und dadurch 24 Std. pro Tag anwesend sei. Man versprach sich in psychologischer Hinsicht einen Erfolg, wenn jemand von der Familie mental "mithilft" und aufbaut. Erst später kam ich dann drauf, dass es eigentlich nur der Ehrgeiz der Mediziner war, ihr ältestes Versuchskaninchen über die Runden zu bringen. Der Patient selbst war ihnen egal.

Was ich bei dieser Gelegenheit über den täglichen Ablauf in einem Krankenhaus mitbekommen habe, diese zweieinhalb Wochen haben mich "geheilt". Aber ich habe auch dadurch gelernt, viele Vorgänge im Körper durch eine andere Brille zu betrachten. Leider war mein Engagement nicht mit einem positiven Ende versehen, - und da mein Schwiegervater seine Organe der medizinischen Wissenschaft zur Verfügung gestellt hat, erfuhr ich auch vom Pathologen nachträglich so manche Einzelheit.

Mein Fazit, was ich durch einen landläufigen Spruch, den man in Siebenbürgen kennt, bestätigt bekommen habe:

Ein Arzt, der nicht wenigstens einen Friedhof voll gemacht hat, kann eigentlich kein guter Arzt sein.

In den 80er Jahren war ich soweit, dass ich mein Leben, - was die Gesundheit betrifft - um Griff und unter Kontrolle hatte. Damals ging das noch, ich klinkte mich aus der Sozialversicherung aus. Ich las viel, interessierte mich für so manches aus dem medizinischen Bereich, - las nicht nur einschlägige Fachbücher der Ärzte, sondern auch die Bücher, die man auf die "Schwarze Liste" verbannt hatte. Durch ein eigenes Erlebnis kam ich dann drauf, dass man bei einer Infektion gar keine Antibiotika benötigt, sondern dass hier andere Dinge maßgeblich sind.

Jahrzehntelange Gesundheit, - und damit meine ich: frei von jedwelchen chronischen Erkrankungen, - von wenigen vorübergehenden Erscheinungen abgesehen, die ich mit Logik und dem Rat von befreundeten Ärzten abgehakt habe (und nur auf die höre ich, die an mir nichts verdienen können), gibt mir recht bei meinen Ansichten und dem daraus resultierenden Lebensstil. Ergänzend sei noch zu erwähnen, dass ich informativ ein Mal jährlich ein großes Blutbild mache, worauf mir der Laborarzt angesichts meines Alters immer seine Gratulation ausspricht.

Warum erzähle ich das so detailliert?

Es geht nicht um mich, sondern um diejenigen, die sich für so ein Seminar interessieren könnten.

Ich kenne genügend, die wg. jedem Unsinn in eine Arztpraxis laufen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass diese Leute bereits süchtig sind, - nicht nach der Substanz, die sich in einer bestimmten Tablette befindet, sondern süchtig nach Verschreibung von Medikamenten. Wahrscheinlich hören sie dem Vertreter in Weiß wesentlich andächtiger zu als dem Pfarrer auf der Kanzel. Es gibt eben Leute, die ihr Leben lang gedankenlos ihre Gesundheit aufs Spiel setzen und sich von dem vorhandenen Gesundheitssystem beeindrucken lassen, - einschl. Pharma-Unwesen, Krankenhauswirtschaft, usw. Das sind Leute, die verantwortungsvoll mit ihrem Rentenanspruch umgehen, - denn viele von denen nippeln bereits kurz nach dem Erhalt des ersten Rentenbescheides ab. Auf diese Art klappt die Finanzierung der Rentenkasse ("Wir schaffen das").

Jetzt gibts aber auch noch ein paar andere, die so ähnlich wie 5 vor 12 nun merken, dass der Stecken nicht richtig schwimmt. Trotzdem gingen sie aber früher achtlos an dem vorbei, was sie eigentlich nachdenklich und vor allem kritisch machen sollte. Diese Seminare, von denen @Konstantin spricht, sind eigentlich für dieses Klientel die einzige Möglichkeit, in kurzer Zeit wenigstens einen Teil des Wissens nachzuholen, was sie sich eigentlich aufgrund eigener Beobachtungen im Laufe von Jahrzehnten hätten aneignen können.

Ums drastischer auszudrücken: Wer einfach früher blind durchs Leben gegangen ist, und nun den Wunsch hat, eine besondere Brille zu bekommen, der soll halt dafür bezahlen. Ist nur legitim. Wenn hier die wesentlichen Punkte und Elemente eines "way of life" angesprochen werden, um hinsichtlich des persönlichen Gesundheitsbewusstseins eine Richtungsänderung vorzunehmen, verbunden sogar mit Einzelgesprächen, dann sehe ich darin nichts Negatives.

Da ich mir dessen bewusst bin, dass ich nicht die Weisheit mit dem Löffel gefressen habe, könnte auch ich davon profitieren. Bin aber der Meinung, dass mein dadurch erlangter Wissenszuwachs allenfalls bei 10 % liegen könnte, - und deshalb lohnt sich sowas für mich nicht. Aber andere, die dabei auf Null stehen, - warum nicht.

Ich betrachte das nicht als kommerzielle Werbung, sondern als das Aufzeigen eines möglichen Hintertürchens für ein bestimmtes Klientel, - auch, wenns nicht gerade billig ist. Seminare vorzubereiten und abzuhalten, das ist schon ein Aufwand, das weiß ich von meiner Tochter. Als Psychologin und Psychotherapeutin reist sie in dieser Angelegenheit nicht nur in der EU, sondern auch in anderen Ländern herum. Aber die Teilnahmegebühren liegen bei ihr im beginnenden dreistelligen Bereich.

Um mit Deinem eingangs zitierten Satz abzuschließen:

Es ist schon ein Nutzeffekt vorhanden. Nämlich das Aufzeigen einer Lösungsmöglichkeit für eine bestimmte Gruppe von Lesern, die ihr Leben verschlafen haben und nun aufgewacht sind.


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