Da hast Du recht, auf Deutschland bezogen.

helmut-1, Siebenbürgen, Sonntag, 02.02.2020, 22:01 (vor 2201 Tagen) @ Mephistopheles2409 Views

Als mein Baum noch aus dem Odenwald kam, da musste ich spätestens am 23. 12. antanzen, das stimmt. Aber hier in Rumänien gehen die Uhren anders. Da ist der 24. noch normaler Arbeitstag, - lediglich der öffentliche Dienst macht da schon um 13 Uhr dicht.

Was aus meinen Worten nicht hervorgeht, das ist das persönliche Verhältnis zum Förster (hier heißt das "Waldhüter"). Da fährt man zu dem nach Hause, wenns viel Schnee gibt, wartet der Baum schon dort bei ihm im Hof, weil er den schon einen Tag vorher geschnitten hat. Die Forstwege kann man manchmal nur mit Schneeketten befahren, oder nur mit deren Arbeitsmaschinen.

Dann unterhält man sich, staunt, wie sein Junge wieder gewachsen ist, trinkt einen Schnaps mit dem Förster, oder auch zwei oder drei, und dann geht man ins Dorf zu dem traditionellen Treffen der Jungs, die einen großen Eichenstamm aus dem Wald geschlagen haben. Da sind immer zwei Gruppen von Jungs, die gegeneinander antreten, und dann wird gemessen, wer den größeren Baum geschlagen hat, und diese Gruppe hat dann gewonnen.

Das Ganze in Tracht, mit Musik, viel Gesaufs und unter Präsenz des ganzen Dorfes. Das ist bei denen der 24. Dezember. Weihnachten ist für die erst am 25. Aber das, was ich geschildert habe, ist mir nur in dem speziellen Dorf in den Karpaten geläufig, wo unser Baum jährlich herkommt.(Riu Sadului)


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