Lohnt sich der Kauf eines Plugin-Hybrids?

Plancius @, Dienstag, 08.06.2021, 08:42 vor 16 Tagen 2044 Views

Bei mir steht demnächst der Kauf eines neuen bzw. jungen gebrauchten Autos an.
Üblicherweise kaufe ich einen 3jährigen Mittelklasse Diesel-Pkw, Leasing-Rückläufer von Dienstwagen.

Nun muss man für Diesel-Pkw ab Baujahr 2017 wesentlich mehr Kfz-Steuern zahlen. Wegen Corona haben sich meine Fahrleistungen auch erheblich reduziert, so dass jetzt auch ein Benziner für mich in Frage kommt.

Meine Bekannten und Freunde Ü55 kaufen sich alle in der Regel einen kleinen Benziner SUV, wobei sich die Hälfte aus steuerlichen Gründen für einen Hybriden entscheidet. Sie sagen, dass sie den Elektroantrieb praktisch nie nutzen und sie ohne die steuerlichen Anreize gar keinen Hybrid genommen hätten.

Ich habe keine klare Kalkulationsbasis, aber wenn ich mir folgende Fragen stelle, frage ich mich, ob sich der steuerliche Vorteil eines Hybrid überhaupt lohnt.

1) Die Anschaffungskosten sind wesentlich höher. Man muss praktisch für zwei Antriebe bezahlen. Meine Bekannten sagen, dass dieser Aspekt durch den hohen Wiederverkaufswert kompensiert wird. Ein Blick in die Gebrauchtwagenportale zeigt, dass Hybride auch gebraucht noch sehr teuer sind.

2) Das Fahrzeuggewicht ist bei einem Hybrid höher als bei einem reinen Benziner. Der zweite Antrieb und der Akku schlagen zu Buche. Das müsste sich in einem höheren Benzinverbrauch niederschlagen.

3) Die Wartungskosten eines Hybrids im Vergleich zum Benziner sollen sehr hoch sein. Dieser Punkt ist meinen Bekannten unbekannt bzw. spielte bei der Kaufentscheidung keine Rolle.

4) Reparaturen bei Hybriden sollen wegen des zusätzlichen Antriebs und hoher Aufwendungen für Montage/Demontage und der schweren Zugänglichkeit einzelner Bauteile mit höheren Kosten in der Werkstatt zu Buche schlagen.

Wenn ich mir die 4 Punkte anschaue, dann frage ich mich, ob der Kauf eines Hybrids wirtschaftlich überhaupt einen Sinn macht. Umweltpolitisch ist der Hybrid m.E. ein Fehlgriff, weil mehr Fahrzeugteile verbaut werden müssen, der Benzinverbrauch höher ist und damit die CO2-Bilanz negativ im Vergleich zum Benziner ausfällt.

Es stimmt, dass Steuern gespart werden und gebrauchte Hybride unverschämt teuer sind. Aber wiegen sie diese Punkte die zusätzlichen Kostenfaktoren auf?

Gruß Plancius

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Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.

Hybrid

Wiener Ninja @, Wien, Dienstag, 08.06.2021, 09:49 vor 16 Tagen @ Plancius 1641 Views

Hi,
ich hab seit ca. 1 Jahr einen Plugin-Hybrid (Volvo XC60), ist ein Firmenwagen.
Den rechnerischen Teil kann ich Dir nicht beantworten, was Du sagst stimmt sicher.
Man muß aber auch bedenken, dass bei jedem Abbremsen die Batterie aufgeladen wird, sodass hier eine Einsparung an Sprit zu erwarten ist. Dafür lade ich die Batterie während der Fahrt auf, was nicht im Sinne des Erfinders ist.
Was aber dazu kommt, ist das mit Hybridantrieb wesentlich angenehmere Fahrgefühl, man kann in einer ruhigen Seitenstrasse fast lautlos dahingleiten, ohne Nachbarn aufzuschrecken. Die Frage ist, ob einem das etwas wert ist.
Schau Dir auf jeden Fall die Reichweite der Batterie an, die ist meist lächerlich klein und in der Realität ist sie noch kleiner.

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Wenn immer die Klügeren nachgeben, wird das passieren, was die Dummen wollen

Hab ich. BMW X2 35km elektrisch zum doppelten km Preis ggü. Diesel. Braucht man nicht. (OT)

Mitmacher @, Dienstag, 08.06.2021, 10:45 vor 16 Tagen @ Wiener Ninja 1192 Views

Ot

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"Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt." - Thomas Mann, Der Zauberberg

"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)

Kommt wohl darauf an, was eingeplugt wird - 3 Minuten tanken, 800 Kilometer fahren, ohne Ladekabel, aber elektrisch angetrieben

b.o.bachter @, Dienstag, 08.06.2021, 19:46 vor 16 Tagen @ Plancius 773 Views

Urban Priol sagte mal: "Ich brauche keine neuen Autos... ich fahre lieber die alten auf"

Knappe @, Dienstag, 08.06.2021, 20:14 vor 16 Tagen @ Plancius 787 Views

so sehe ich es auch.
Falls mein Euro4-X3 mal die Grätsche macht, spekuliere ich auf einen top-gepflegten "Rentner-X5".
Der passt auch in meinen schmalen Geldbeutel.
Knappe

Fragen: (mT)

DT @, Dienstag, 08.06.2021, 21:41 vor 16 Tagen @ Plancius 740 Views

Jährliche Fahrleistung? Nutzung geschäftlich oder privat? (die 0.5% Regelung vs. 1% pro Monat macht einen großen Unterschied).
Typische Strecken: eher Stadt, eher Pendeln, eher Mittel-/Langstrecken (Außendienst)
Weite Urlaube, mit wievielen Personen?
Haus/Dach/Nebengebäude vorhanden für evtl. Solarzellen?
Welches Alter bist Du?

Falls eher Kurzstrecken: ein ID3 könnte sich lohnen. Bin ich kürzlich gefahren, mit den Boni ist der gar nicht so teuer. Und da ich Dachfläche habe, könnte sich dann das Solardach lohnen.
Muß man mal kalkulieren auf 20 oder 25 Jahre. Ein alter Knacker :-) wie Hasso hat nicht mehr genügend Restlaufzeit, daß sich für ihn noch irgendetwas zukunftsträchtiges lohnt. Er genießt lieber die Schäfchen am See und zahlt seine Steuern für seinen alten BMW.


DT

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