Dürfte zutreffen

Kurz_vor_Schluss, Samstag, 29.08.2026, 19:07 (vor 16 Stunden, 31 Minuten) @ paranoia668 Views

Hallo Paranoia (und einen Gruß an die Schwester, die nette Hysterie),
Deine Einschätzung dürfte korrekt sein, dass die Verlustzahlen der Ukrainer höher, wahrscheinlich deutlich höher, als die der Russen sind. Die russische Führung hat sich offensichtlich bewusst für einen Abnutzungskrieg entschieden, in welchem sie als die personell und vor allem militärtechnisch stärkere Seite in der Lage ist, den Ukrainer mehr Verluste zu zufügen als vice versa.
Das zeigt sich deutlich im Vergleich der Waffensysteme – mit Ausnahme von Drohnen, wo möglicherweise ein Pari herrscht oder eine leichte Überlegenheit der einen oder anderen Seite (angeblich ist der Westen mit der Ukraine aktuell in der Lage, 7 Mill Drohnen pro Jahr zu produzieren und Russland 5 Mill) ist Russland der Ukraine bei allen sonstigen Systemen teilweise deutlich überlegen.
Im Artilleriebeschuss, im flächendeckenden Einsatz von Gleitbomben (angeblich gehen jeden Tag 200+ Gleitbomben auf Stellungen der Ukrainer nieder), bei Raketen, in der Luftwaffe, bei der Manpower – kurz, in allem. Die Ukraine ist seit den desaströs gescheiterten Offensiven von 2023 (Sommeroffensive) und 2024 (Kursk) nicht mehr in der Lage, in deutlicher Art und Weise in die Offensive zu gehen. Man musste sich daher bis vor kurzem auf lokale Gegenstöße, PR-taugliche Aktionen im Hinterland (Operation Spiderweb oder die Attacke auf die Kertsch-Brücke), Morde an russischen Generälen und vor allem die eigene sehr versierte Propaganda verlassen, die beständig die Mär von den enormen russischen Verlusten verkündete (welche auch gerne bei uns geglaubt wird).
Die Strategie der Russen, die feindliche Streitmacht langsam durch die Materialüberlegenheit zu zerstören, ging bis 2025 auf. Seit Ende 2025 hat die Ukraine den aus ihrer Sicht verständlichen Ausweg gewählt, das russische Hinterland verstärkt mit Drohnen zu attackieren und kann dabei auch große Erfolge vorweisen. Doch würde dies nur etwas am Kriegsverlauf ändern, wenn die russische Zivilbevölkerung deswegen kriegsmüde würde. Das ist aber nicht der Fall – eher werden die Rufe nach härteren Maßnahmen gegen die Ukraine lauter.
Wegen der doch deutlichen Schäden an der Infrastruktur in Russland (wobei es zu bedenken gilt, dass diese Schäden in der Ukraine noch viel größer sind und im Winter katastrophale Ausmaße annehmen dürften) ist es wahrscheinlich, dass Russland den Krieg nach den Parlamentswahlen Ende September intensivieren dürfte, um ein schnelleres Ende herbeizuführen (ich vermute mit Hilfe einer neuen Mobilisierung).
Summa summarum ist das auch bei uns oft bemühte Bild von der katastrophalen Lage Russlands nicht zutreffend. Es ist die Ukraine, wo Zwangsmobilisierungen stattfinden – wo sich Männer in großer Zahl durch Landesflucht, Bestechung oder Verstecken der Einberufung entziehen. Und es ist die Ukraine, wo darüber diskutiert wird, Frauen zum Kriegsdienst heranzuziehen und das Einberufungsalter für Männer zu senken. Die verzweifelte Lage der Ukraine zeigt sich auch in den gebetsmühlenartig wiederholten Vorstößen der Kiewer Junta zu einem Waffenstillstand, welche alle paar Wochen zu vernehmen sind.
Kurzum, die Lage ist für Russland unangenehm bis schlimm, für die Ukraine allerdings schlimm bis katastrophal und dürfte im Winter unerträglich werden. Von daher rechne ich mit einem Kriegsende im nächsten Jahr bzw. einer dann irgendwann erfolgenden Kapitulation der Ukraine.
Beste Grüße
K_v_S

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Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin


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