Wie sieht denn die Weltlage aus?
Die großen Ölfirmen sind amerikanisch.
Die Gaspreise in den USA sind unter 3 US$/mmBTU, auf einen LNG-Tanker geworfen und in Ostasien oder Europa wieder heruntergespült, ergeben sich Preise von um die 20US$/mmBTU.
Solange die Sperrung der Golfstaaten durch die USA und Iran anhält, lassen sich horrende Gewinne erzielen.
Die europäischen Gasimporteure spekulieren auf eine mittelfristige Lösung der Konfrontation und speichern zu den derzeitigen Horrorpreisen nur dezent ein.
Wenn sich der Konflikt hin zieht, wovon ich stark ausgehe, sonst hätte man sie gar nicht erst beginnen sollen, dann werden im Herbst, und stärker noch im Winter, die Gaspreise außerhalb der USA massiv steigen, und dann muß Europa eben zu Phantasiepreisen kaufen.
Die USA-Firmen werden mitfühlend ihre Reserven an die Europäer verkaufen, allerdings wohl nicht zu Freundschaftspreisen.
Der Russe sitzt am Rand, redet mit den Amerikanern unauffällig, und genießt zusammen mit den Amerikanern.
Egal, was es offiziell kostet, es bringt den USA mehr ein, wenn der Konflikt vorsichtig weiter vor sich hin brutzelt.
Da die EU demnächst auch kein Russengas mehr kaufen will/darf, grinst der Texashutträger doppelt breit.
Zum Ölmarkt.
Auch hier sehe ich auch bei einer Entspannung lange weiter relativ hohe Ölpreise, denn die Lager müssen weltweit wieder aufgefüllt werden.
Derzeit sind die Raffineriemargen astronomisch. Wir merken das an den extremen Preisen an den Tankstellen. Der Ölpreis ist nicht annähernd so stark gestiegen, wie es die Diesel- und Benzinpreise suggerieren.
Ursache sind neben dem Mangel an Rohöl (Der Golf, Rußland und Kasachstan liefern weniger), auch ein Mangel an Raffineriekapazität, was die Raffineriemargen explodieren läßt.
Eine Erdölraffinerie, wenn sie nicht, wie in der Ukraine oder Rußland laufend zerstört wird, ist derzeit eher eine Gelddruckmaschine. Üblicherweise belieferte Rußland halb Europa mit Diesel. Jetzt muß Rußland sogar etwas importieren, aus einem leer gelutschten Markt.
Profitieren dürften jetzt also Firmen, deren Geschäft unbeschwert außerhalb der Krisenregionen vor sich hin siecht.
Meine Idee wäre da Petrobras (derzeitiges "Kriegs"-KGV 4) und Afrikaner (Nigeria...), die man aber als Normalsterblicher nicht zu kaufen bekommt.
Ich wäre für weitere Hinweise sehr dankbar.
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MfG
LR
Alles ist ein Windhauch.