Mal ein Vergleich, wie wahnsinnig unproduktiv wir geworden sind.

Plancius @, Mittwoch, 29.07.2026, 22:30 vor 91 Tagen 4316 Views

bearbeitet von Plancius, Mittwoch, 29.07.2026, 22:34

Viele wundern sich immer wieder aufs neue, wie gigantisch teuer die öffentlichen Bauvorhaben bei uns geworden sind. Und das bei einem vergleichsweise geringen Output, mit langen Projektlaufzeiten und vielen kostspieligen Nachbesserungen nach Fertigstellung.

Ein guter Vergleich hierzu ist der Bau des neuen Megawerks von BASF im chinesischen Zhangjiang. Das Megawerk, das schon mit dem Stammwerk in Ludwigshafen mithalten kann, hat nach 7jähriger Bauzeit insgesamt 8,7 Mrd. Euro gekostet. Im Jahr 2019 wurde mit der Planung begonnen, im März 2026 lief die Produktion an.

Jetzt vergleiche man die Erstellung dieses Megawerks mit den Kosten für die Erweiterung des Kanzleramts in Berlin. Für diesen läppischen Anbau werden 1,5 Mrd. Euro veranschlagt. Und die Renovierung des Schlosses Bellevue (Sitz des Bundespräsidenten) soll ebenfalls 1 Mrd. Euro kosten.

Da sieht man mal, dass in unserem Land jegliche Relation von Kosten und Nutzen verloren gegangen ist. Unser Staat verschleudert das kostbare Geld des Steuergeldes an allen Ecken und Enden, um für den Bürger und das Land in fast jeder Situation immer den maximalen Schaden herauszuholen.

Jeder, der schon einmal am BASF Werk in Ludwigshafen vorbeigefahren ist, wird von den gewaltigen Dimensionen dieses Technikmonsters erst einmal vor Demut im Boden versinken. Man denkt, das muss die Arbeit von Generationen sein, ein solches Wirrwar an Rohren, Leitungen, Werkshallen und Straßen zu errichten und die Kontrolle darüber zu behalten.

Wir sehen aber gleichzeitig, dass mit doch vergleichsweise bescheidenen Mitteln ein solches Werk anderswo in seiner ganzen Komplexität auf der grünen Wiese errichtet werden kann. Das heißt, bei uns könnten die Lichter schneller ausgehen, als uns lieb ist.

Das sollte nachdenklich machen.

Gruß Plancius

--
"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Unterschiedliche Ansätze D und CN

so_gesehen @, Mittwoch, 29.07.2026, 22:44 vor 91 Tagen @ Plancius 3534 Views

Hallo Plancius,

vielen Dank für diesen sehr interessanten und vielsagenden Beitrag.

Aus meiner Erfahrung (viele Besuche in Taiwan/China und noch mehr Gespräche mit chinesischen Freunden dort, aber auch chinesischen Kollegen/-innen hier), liegt ein Grund dafür in unterschiedlichen Ansätzen zur "Problem-Lösung".

Beispiel : Renovierung eines Abschnitts einer Landstraße - sagen wir mal 12km

In Deutschland heisst es dann : Wir haben Firmen dafür beauftragt und die haben 20 Mann zur Verfügung, also brauchen wir 12 Monate.
Es wird dann von Montag-Donnerstag von 07.00h bis 16h gearbeitet.

In China ist der Ansatz : Wie viele Firmen/Arbeiter benötigen wir, um damit in 3 Wochen fertig zu sein und "Schwupps" sind die benötigten Arbeiter da und es wird 24/7 gearbeitet, bis das Projekt vollendet ist.

Dazu kommen in D dann noch die Schwierigkeiten mit Fröschen, Fledermäusen oder ähnlichem dazu - bei Windkraft-Anlagen und PV-Anlagen, interessiert sich keine Sau dafür. Das ist aber für die unterschiedlichen Ansätze unerheblich.

Bleibt alles gesund und munter.

Praktische Vorgehensweise in Spanien

Rainer ⌂ @, El Verger - Spanien, Donnerstag, 30.07.2026, 01:15 vor 91 Tagen @ so_gesehen 3546 Views

Die Landstraße zwischen Ondara und Oliva (Spanien) bekam eine neue Teerdecke. Das sind 18km. Das wurde einseitig gemacht. Eine Fräsmaschine vornweg und die Straßenbaumaschine hinterher. 3 Tage für jede Seite, also zusammen 6 Tage.
Die Spurregelung geschah durch Arbeiter und nicht durch eine Ampel. Dadurch war flüssiger Verkehr gewährleistet.

Man glaubt nicht, wie funktional sich so eine Baustelle in den fließenden Verkehr einfügen kann.

Rainer

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Gasspeicher: Alle Jahre wieder und wieder weniger. Warum nur?

MI @, Dienstag, 08.09.2026, 10:48 vor 50 Tagen @ stokk' 838 Views

Hi Forum,

jetzt geht dieser ganze Gaskrams wieder von vorne los, nur mit 20 Prozentpunkten [[zwinker]] weniger im Vergleich zum letzten Winter, wo ja schon im Februar gebangt wurde, dass es "nicht reichen könnte", obwohl die Versorgungslage "aktuell gesichert" sei.

"Aktuell gesichert" ist auch so eine Plattitüde, das sagt einfach gar nichts aus. Das bedeutet, dass es jetzt gerade zwar gesichert ist, ab morgen könnte es aber nicht mehr gesichert sein. Das können sie sich wirklich sparen. Ich möchte ein Land mit einer "gesicherten Gasversorgung", keine "aktuell gesicherte".

Was ich mich frage: Polen hat die Speicher voll, Portugal, selbst Italien ist >80%, die meisten über 70% (Link). Warum meint dieses ehemalige Industrieland, es sich erlauben zu können, Anfang September bei 55%(!) herumzudümpel und nun wieder die Nachrichten zu provozieren, dass wir mal wieder in eine Gasmangellage kommen könnten (jetzt aber wirklich!), wenn der Winter "kälter als normal" werden sollte. Für welche Industrie soll das einladend sein?

Also bitte, was zur Hölle ist das für eine unprofessionelle Gaspolitik? Ist es um dieses Land wirklich so schlimm bestellt, dass wir mit den Gasspeichern pokern und auf milde Winter hoffen müssen? Letzteres mussten wir ja eh schon immer. Aber dieses Gepokere "Wir müssen halt sparen, es wird schon irgendwie gut gehen", das ist doch vollkommen unerklärlich.

Ich möchte es wirklich verstehen: Was steckt dahinter? Einfach kein Geld mehr für teures Gas, ist es das?

MI

Ganz-Einfach: Narrativ-Erhaltung

stokk', Dienstag, 08.09.2026, 11:18 vor 50 Tagen @ MI 831 Views

Die sind so durchschaubar...

"Wir wissen sie lügen,..."

Habe kürzlich Brennstofflieferung bekommen und mal nachgefragt

MI @, Dienstag, 08.09.2026, 16:55 vor 50 Tagen @ stokk' 773 Views

Ist nur für unseren zusätzlichen Kaminofen. Ist einfach gut und beruhigend, stromunabhängige Wärme vorrätig zu haben. Irgendwie wird es ja doch Jahr für Jahr "spannender". Habe dann mal nachgefragt, wie gerade das Bestellaufkommen ist. "Die Leute bestellen wie verrückt", sagte der Lieferant. "Einfach irrational, bevorraten sich für Jahre." Sagte ich: "Steckt den Deutschen wohl in der DNA. Zwei verlorene WKs, Hungerwinter, Flucht...". "Ja, ist wohl so".

Interessant fand ich das kürzlich berichtete private Goldvermögen der Deutschen: über 9.173 T = derzeit ca. 1,2 Billionen €. Dazu das (offizielle) BuBa-Gold, 3.350 T = 409 Mrd €, zusammen 1,5 Billionen €. Schon mehr als die halbe Staatsverschuldung. Da geht sicher noch was [[zwinker]]. Und Silber hat anscheinend noch keiner gezählt.

Grüße
MI

O-Ton: "Die Zukunft ist Grün und ...in China"

Reffke @, Narragonien, Dienstag, 08.09.2026, 13:40 vor 50 Tagen @ Plancius 813 Views

bearbeitet von Reffke, Dienstag, 08.09.2026, 13:48

Hallo Plancius und allerseits,

Aus und vorbei in Deutschland.

Man muß es gesehen haben:

https://www.youtube.com/watch?v=8ZLi91FGkOM
erman Chemical Giant BASF Inaugurates World-scale Integrated Site in ChinaTrade

Die Deutschen - samt Westeuropäischen "Freunden" - haben sich Nordstream 2 mit List und Tücke entwenden lassen,
wie man unartigen Kindern die Schippe im Sandkasten einfach wegnimmt... [[euklid]]

Wie treudoof kann man obendrein sein,
Gas und Erdöl nun auch noch doppelt und dreifach zu kaufen... [[wut]]

Die Schwarmdemenz im "Westen" erledigt ein Übriges!

Die Mitteldeutschen hatten "De-Industrialisierung" hinter sich,
und erleben nun die zweite Pleite...
leider unaufhaltsam.
Die abgeschnittenen Energie-"Lebensartern" sind einfach nicht zu ersetzen.

Operation gelungen, Patient tot:

Stratfor George Friedmans Rede auf deutsch und Putins Gegendarstellung
https://www.youtube.com/watch?v=GeKJnVcld1w

Chronistenpflicht: Quelle, elf Jahre her!
George Friedman, "Europe: Destined for Conflict?"
https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc


LG Reffke

--
Wer warnen will, den straft man mit Verachtung.
Die Dummheit wurde zur Epidemie.
So groß wie heute war die Zeit noch nie.
Ein Volk versinkt in geistiger Umnachtung.
Erich Kästner "Große Zeiten"

Oh man... Das ist echt f...d up (owT)

MI @, Dienstag, 08.09.2026, 16:19 vor 50 Tagen @ Reffke 728 Views

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