Manches ist wirklich unfassbar
Ich hatte Glück mit meiner Frau, was den Spitalsaufenthalt in Österreich betrifft. Es waren gute Ärzte, und auch das Krankenhauspersonal war in Ordnung. Was ich zu bemängeln hatte:
- es krankte an allen Enden durch zuwenig Personal. OP-Termine zu lange, und auch das Pflegepersonal aufgrund von Unterbesetzung zu gestresst. Da sich der Aufenthalt einige Wochen lang hinzog, hatte ich natürlich die Gelegenheit, nachzuforschen, warum das so ist.
Was ich herausbekommen habe. Es ist interessanterweise nicht die Entlohnung, die evtl. zu gering ist. Es wurden überwiegend zwei Hauptgründe genannt, - einmal die stressigen Diensteinteilungen, die vermutlich durch die Unterbesetzung entstehen, und häufig gabs auch Beschwerden in Richtung Krankenhausverwaltung, was oftmals völlig unsinnige Anordnungen der Leitung betraf.
- dann gibts Ärzte, und das ist ja der überwiegende Fall, die vormitags im Spital arbeiten und nachmittags in ihrer eigenen Praxis, wo sie Privatpatienten behandeln. Der dortige Onkologe in Österreich hat mir vorgeschlagen, eine Behandlung in seiner Praxis zu beginnen, was ich aber mit dem Hinweis versehen habe, dass wir in Österreich genügend KV-Prämie bezahlen und das deshalb über die Kasse abrechnen wollen.
Daraufhin hat mir dieser Onkologe einen abschließenden Befund geschrieben, in dem er lediglich eine palliative Behandlung für möglich hält. Zum Glück habe ich auch ihm den Stinkefinger gezeigt und bin nach langem Suchen an die richtigen Ärzte gekommen. Das Thema palliativ ist deshalb schon lange vom Tisch.
Nun, für zulange Termine bei OPs, was in Rumänien genauso ist, da hab ich den casus cnactus gefunden. Ein treffendes Beispiel in Rumänien war die Interpretation einer whole-body-MRT durch den Radiologen, die ewig auf sich warten ließ. Dazu muss man sagen, dass auch in RO die teuersten und modernsten Geräte von Siemens stehen, EU-subventioniert, und sie können auch damit umgehen. Aber diese privaten Firmen, die oftmals mehrere Filialen in den verschiedenen Städten haben, sparen alle an einem bestimmten Punkt: Sie haben keinen Radiologen fest angestellt, sondern bedienen sich einer bestimmten Plattform, wo Radiologen - je nach Zeit und Lust und Standort - die Interpretationen aufgrund der zugesandten CDs vornehmen und pauschal dafür bezahlt werden.
Sowohl für die überlangen OP-Termine als auch für überlange Wartezeiten bei OPs gibt es ein probates Mittel: Man muss das Zauberwort "Verantwortung" verwenden. Der Bruder des Wortes "Verantwortung" ist das Wort "Entschädigungszahlung". Und das machts dann aus.
Ich habe in beiden Fällen den Verantwortlichen schriftlich mitgeteilt, dass aufgrund der langen Wartezeit bereits weitere gesundheitliche Verschlechterungen eingetreten sind. Es wird demnächst von Spezialisten geklärt, ob das vorübergehende oder bleibende Schäden sind.
Das war die Kernaussage, gewissermaßen der Wink mit dem Zaunpfahl. Und siehe da, der ursprünglich auf drei Monate angesetzte OP-Termin wurde plötzlich auf 3 Wochen verkürzt, und nach Abschicken des Mails an die MRT-Firma bekam ich noch in derselben Nacht die Interpretation des Radiologen auf mein Mail.
Soviel als Ratschlag für Leidensgenossen, die das nun lesen. Vermutlich verweise ich unnötig darauf, dass es sowohl in Österreich als auch in Rumänien ganz anders geht, wenn man bar bezahlt, weil das sowieso bekannt ist. Dann bekommt man einen OP-Termin innerhalb einer Woche und das MRT- Ergebnis innerhalb von drei Tagen.