Was passiert am Kartoffelmarkt?

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Montag, 08.06.2026, 15:32 vor 1 Tag, 0 Stunden, 52 Min. 2355 Views

Hallo,

ich verstehe die Situation am Kartoffelmarkt nicht.
Es begann damit, dass ich vor etwa einem Monat las, dass die Kartoffelpreise unten seien, so dass ein Landwirt den verbleibenden Teil der Ernte verschenkt hat:

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/landwirt-in-dahl...

Heute stehe ich bei Kaufland am Regal und wollte mal gucken, welche Marken (z.B. Belana und andere) es gibt.
Marken finde ich keine, dafür aber die Herkunftsländer USA und Israel.

Wie passt das zusammen?
Teurer Import trotz lokalem Überangebot?

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

am Luxus geht die Welt zugrunde

Weiner, Montag, 08.06.2026, 16:26 vor 23 Stunden, 58 Minuten @ paranoia 1940 Views

Es kommen jetzt die neuen Kartoffeln aus Ägypten, Israel et al. in den Markt.

Die sollen schöner aussehen und gesünder sein als die einheimischen vom letzten Jahr (stimmt real nicht, da die Lagerung heute perfektioniert ist).

Daher werden diese Auslandskartoffeln sowohl von den Kunden bevorzugt wie auch von den Supermärkten, weil letztere sie teurer verkaufen können (mehr Ertrag pro Angebotsfläche).

Die einheimischen Bauern müssen verschenken oder vernichten (Biogas) oder unter Gestehungskosten verkaufen.

Du kannst lange nach besserem Staat und nach besserer Politik rufen, aber wenn die Schafe, die den Staat und die Politik finanzieren, selbst dumm sind, macht das wenig Sinn.

Anabelle statt Importmurks

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Montag, 08.06.2026, 20:22 vor 20 Stunden, 2 Minuten @ Weiner 1228 Views

Hallo Weiner,

danke für die Info. Werde morgen zum Bauern/Landwirt fahren.
Ich brauche keine ausländische Pseudo-Edelware auf Kosten der inländischen Garanten der Nahrungsmittelsicherheit.

Eva statt Annalena!

https://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Vlaardingerbroek

Gruß
paranoia

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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Was soll der Quatsch?

Andudu, Dienstag, 09.06.2026, 09:07 vor 7 Stunden, 17 Minuten @ Weiner 545 Views

Daher werden diese Auslandskartoffeln sowohl von den Kunden bevorzugt wie auch von den Supermärkten, weil letztere sie teurer verkaufen können (mehr Ertrag pro Angebotsfläche).

...

Du kannst lange nach besserem Staat und nach besserer Politik rufen, aber wenn die Schafe, die den Staat und die Politik finanzieren, selbst dumm sind, macht das wenig Sinn.

Was nicht im Supermarkt liegt, kann ich nicht kaufen! Das hat nichts mit Schafen und Dummheit zu tun, Kartoffeln kann man leider auch nicht gut und ohne großen Aufwand lagern, als Endverbraucher.

Ich war gestern selbst bei Kaufland und REWE, es gib dort aktuell keine Kartoffeln unter 1 Euro das Kilo! Ich habe bisher keine gekauft, ich werde erst alle Supermärkte abklappern und eine Weile auf Angebote warten (gelegentlich gibts dann den 10kg-Sack für 2,50 oder sowas). Aber es nervt!

ot: Wohnung ohne kühlen Keller ?

Dieter @, Dienstag, 09.06.2026, 09:36 vor 6 Stunden, 48 Minuten @ Andudu 404 Views

"Kartoffeln kann man leider auch nicht gut und ohne großen Aufwand lagern, als Endverbraucher."

Altbauhäuser haben alle einen Keller, eben aus diesem Grund zur Lagerung nicht nur von Unrat sondern auch von lagerfähigen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Möhren, Eingemachtem, Eingelegtem, Gepökeltem usw.

Gruß Dieter

--
Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.

Wir haben sogar einen Gewölbekeller...

Andudu, Dienstag, 09.06.2026, 09:55 vor 6 Stunden, 29 Minuten @ Dieter 427 Views

bearbeitet von Andudu, Dienstag, 09.06.2026, 10:07

...leider hat der eine Temperatur und Feuchtigkeit, dass die Kartoffeln meterlange Triebe produzieren. Man kann zwar auch die Reste dann noch verwerten, aber man hat nicht nur einen wahnsinnigen Aufwand, es schmeckt auch nicht mehr besonders und der Ausfall ist relativ groß. Ich hatte sie mal testweise in sandgefüllten Eimern (sie sollten sich nicht berühren, sonst kann es passieren, dass sie zu einem großen Klumpen zusammenfaulen) über den Winter gelagert, um zu sehen, ob das funktioniert. Wir wären vermutlich nicht verhungert, aber der große Bringer ist es nicht. Ich müsste evtl. das Temperaturmanagement des Kellers verbessern, indem ich täglich prüfe und lüfte und den kalt zu halten versuche. Im Sommer ist das noch problematischer als im Winter. Kein rationaler Mensch macht das, um einige Euros zu sparen, die meisten haben nichtmal den Platz dafür. Den Leuten deswegen Vorwürfe zu machen, ist einfach nur dumm.

Kartoffeln professionell lagern, bedeutet vermutlich knapp über Null Grad zu lagern, sie zu begasen usw. wie man das halt heutzutage macht. Kein Endanwender hat die Technik dafür, schon weil es sich wegen der Mengen (Wohnraum ist knapp und teuer) schlicht nicht lohnt.

Man kann sie noch einkochen (braucht Platz und viel Energie) oder trocknen (dann kann man aber auch gleich professionell getrocknetes Kartoffelpulver kaufen). Sprich: Kartoffeln gehören zu den wenigen Lebensmitteln, die ich als "lagerproblematisch" einstufe (Reis hat diese Probleme z.B. nicht), weil sie sozusagen "frisch" aufbewahrt werden müssen und weil die Energiedichte zu gering ist, als dass es sich lohnt, sie anderswie zu konservieren. Ich kaufe daher keine Packungen mehr, die größer als 5-10kg sind und kaufe erst nach, wenn der Vorrat aufgebraucht ist.

Der Terminmarkt dazu:

Dieter @, Montag, 08.06.2026, 17:37 vor 22 Stunden, 47 Minuten @ paranoia 1584 Views

Hallo paranoia,
Kartoffeln werden auch auf Termin ge/verkauft. Hier mal einen Überblick:
https://www.kaack-terminhandel.de/eex/veredelungskartoffeln (Bei Kontrakt auf "fortlaufend" klicken.

Das hat mit den Landenpreisen sicher nichts zu tun. Da nimmt man, was man kriegen kann.

In Portugal ist derzeit auch Erntezeit bei Kartoffeln, fängt im Mai an. Es gibt aber auch späte Sorten oder in Verbindung mit einer späteren Legeweise.

Beim Landhandel kann der Selbstanbauer meist zwischen 10-20 versch. Sorten Legekartoffeln wählen (was sicher noch extrem minimal ist im Verhältnis zur Sortenvielfalt bei Kartoffeln im allgemeinen.

Meine Nachbarn verwenden für ihre neue Ernte die Reste der alten Ernte, meist schneiden sie sie noch kleiner, also je nach Anzahl der Augen je Kartoffel.

Gruß Dieter

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Kartoffelpreise, Flächenstilllegungen

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Montag, 08.06.2026, 20:13 vor 20 Stunden, 11 Minuten @ Dieter 1295 Views

Hallo Dieter,

Kaack-Terminhandel war damals Mitglied bei der EWB (Europäische Warenterminbörse in Hannover).
Ich glaube, die MATIF in Paris (wenn sie überhaupt noch so heißt) stellt heute den Referenzkontrakt.

Ich hatte damals mal eine Hauptversammlung der EWB mit bösen Fragen aufgemischt. Berechtigterweise!
Die EWB wollte für eine long-Kontraktposition mehr Margin haben als der Kontraktwert ausmachte.
Das war aber nicht deren einziger Dilettantismus.

Hallo paranoia,
Kartoffeln werden auch auf Termin ge/verkauft. Hier mal einen Überblick:
https://www.kaack-terminhandel.de/eex/veredelungskartoffeln (Bei Kontrakt auf "fortlaufend" klicken.

Das hat mit den Landenpreisen sicher nichts zu tun. Da nimmt man, was man kriegen kann.

Wenn da ein Landwirt 700 Tonnen verschenkt, wieso greift denn da kein Supermarkt zu?
Haben die keine Lager- bzw. Kühlkapazität?
Stattdessen finde ich bei Kaufland Ware aus den USA und Israel.

Sind wir schon so weit mit den EU-Flächenstillegungen?

Ohne diversifizierte eigene Nahrungsmittel- und Energieproduktion degradiert Deutschland zum Spielball von Epressern.

Gruß
paranoia

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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

ot: Spargelzeit

Dieter @, Montag, 08.06.2026, 21:14 vor 19 Stunden, 10 Minuten @ paranoia 1091 Views

Hallo paranoia,
kenn mich mit dem Lebensmittelhandel und der typischen landw. Produktionsweise nicht aus.

Ich schweife mal ein wenig ab:

Jetzt ist natürlich Spargel-Zeit. Wir sind gewohnt, pro Person 3/4kg Spargel geschält vom Erzeuger, dazu macht meine Frau eine Vinagraitte aus Kräutern, die sie im Garten findet, dann noch 2-3 versch. Arten von Schinken und vor allem:

junge Kartoffeln als Pellkartoffeln. Die haben wir allerdings aus Portugal mitgebracht, ein Teil des Schinkens (Porco preto) auch. (Vergleichbar mit Jamon Iberico)

Irgendwie sind wir gewohnt, jetzt zum Spargel junge Kartoffeln zu essen. Bei anderen Gerichten spielt das kaum eine Rolle, da reichen auch die Altbestände.
Die jungen Kartoffeln in Portugal kosteten bei uns ca. 1,20 E das kg, die alten um 0,50 Euro/kg. In Portugal legt der Konsument sehr viel Wert auf Produkte, die in P. produziert wurden. Herkunft steht immer dabei. (regionale sind meist auch qualitativ besser)

Gruß Dieter

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