Frieden zwischen der Ukraine und Russland?

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 07.06.2026, 07:59 vor 16 Stunden, 50 Minuten 1147 Views

Eine sehr interessante Analyse über einen möglichen Frieden zwischen der Ukraine und Russland habe ich hier entdeckt. (Verfasser: Bert Ehgartner). Nachdem ich das gelesen habe, stellte ich mir die Frage, ob dieses lange Hinauszögern von bilateralen Verhandlungen, was vor allem Selensky gebremst hat, bei ihm auf diese Problematik zurückzuführen ist. Möglicherweise sieht er das in einem anderen Licht, als gelernter Clown und Schauspieler, aber sicher hat er Berater, die ihm das erklärt haben.

Friedensvertrag und die damit verbundenen Probleme

Das größte der ungelösten Probleme eines Friedensvertrags der Ukraine mit Russland liegt auf ukrainischer Seite. Denn Russland kann den enormen Verlust an Menschenleben und Ressourcen zumindest damit rechtfertigen, dass die Krim und die Gebiete im Osten mit vorwiegend russisch-sprachiger Bevölkerung 'befreit' wurden und nun sicher vor ukrainischen Attacken seien. Die russischen Soldaten werden zu Hause als Helden empfangen werden. Sie können ihren Sold investieren und kehren in eine weitgehend intakte Heimat zurück.

Aber was sagt Selenskij seinen Leuten? Wie kann er den ultranationalistischen und rechtsextremen Gruppierungen (Azov, Svoboda, Pravyi Bewegung), die sich bereits vor dem Krieg über Hass und Ablehnung alles Russischen definierten, erklären, dass die Ost-Gebiete verloren sind?
Was sagt er den rund 800.000 Soldaten, die seit vier Jahren ihr Leben riskiert haben und nun als Verlierer heimkehren?

Was der Bevölkerung, die Unvorstellbares mitgemacht hat: Wo die Mehrzahl der Familien zerrissen wurde, weil Millionen Menschen geflüchtet, viele auch gefallen und noch mehr verwundet und verkrüppelt sind?

Ein enormes Problem stellen auch jene zehntausenden Soldaten dar, die entwurzelt wurden, keine Chance auf eine Rückkehr in ihre Berufe haben, schwer traumatisiert und in vielen Fällen in die Zivilgesellschaft gar nicht mehr resozialisierbar sind. Noch dazu in einem bankrotten Staat mit einer ruinierten Wirtschaft, die außer bei der Produktion von Drohnen kaum irgendwo konkurrenzfähig ist. Einem Staat ohne Sozialhilfe, dafür mit grassierender Korruption.

Wer kümmert sich hier um Männer, die täglich an der Kippe zum Tod standen und auch selbst getötet haben? Was macht man mit solchen Leuten in Friedenszeiten? Wie soll man mit emotionalen Krüppeln und wandelnden Zeitbomben umgehen?

https://www.directupload.eu/file/d/9308/llo4g9vk_jpg.htm

In der Menschheitsgeschichte kamen solche Situationen immer wieder vor. Und es fanden sich manchmal auch unkonventionelle Lösungen. Vielleicht habt Ihr im Geschichtsunterricht von dieser gehört:
Im 10. und 11. Jahrhundert litten weite Teile Frankreichs (und angrenzender Regionen wie Flandern/Niederlothringen, also Teile der heutigen Benelux-Staaten) unter endlosen Fehden. Ritter und kleinere Adlige führten private Kriege, oft mit angeheuerten Söldnern. Plünderungen, Vergewaltigungen und Zerstörungen waren alltäglich – vor allem gegen Bauern und Besitztümer der Kirche. Es gab schon länger keine zentrale Ordnungsmacht, die dem Einhalt gebieten konnte. Weder Landwirtschaft nach Handwerk oder Waren-Transport waren unter diesen Bedingungen möglich. Die Belastung für die Gesellschaft wurde unerträglich.

Da kam Papst Urban II. im Jahr 1095 auf eine großartige Idee. Ein Kreuzzug sollte die überschüssige, destruktive Gewalt der fränkischen Ritter und ihrer Gefolgsleute nach außen lenken – gegen die "Ungläubigen" im Osten.

Tatsächlich gelang es mit Propaganda und Druck, ein riesiges Heer von mehr als 100.000 Personen auf den Weg nach Jerusalem zu schicken, um das 'Heilige Land' von den Ungläubigen zu befreien. Rund 7.000 Ritter und ihre Infanterie inklusive Anhang verließ das gebeutelte Heimatland auf mehrere Jahre. Das Chaos herrschte nun anderswo - weit weg. Rund 70% der Leute, die in den Kreuzzug gezogen waren, kamen nicht mehr zurück. Und somit konnte sich in Europa die Ordnungsmacht wieder etablieren und ein normales Leben ermöglichen.

Wie es aussieht wird derzeit an der modernen Variante dieser Kreuzzugs-Idee gearbeitet.
Und diese lautet: Das verheißene 'Heilige Land' der Ukraine wird die EU. Die heldenhaften Soldaten, die als einziges Heer Europas - neben Russland - Kampferfahrung haben, bilden künftig den Kern eines gemeinsamen EU-Heers.

Und für die ukrainische Bevölkerung gibt es das Trostpflaster, im Eilverfahren in die europäische Staatengemeinschaft integriert zu werden. Das verspricht eine Perspektive auf Wohlstand, Wiederaufbau - oder, wenn das nicht klappt, ungehinderten Umzug in ein anderes EU-Land.

Der EU-Beitritt soll demnach dafür sorgen, dass die Ukraine nach einem Friedensvertrag halbwegs stabil bleibt.

Doch was bedeutet die Idee für die Europäische Union selbst und ihre Mitglieder?
Wenn man den historischen Vergleich nachliest, so ging die Sache für das 'Heilige Land' damals nicht wirklich gut aus. Zehntausende Einheimische starben während des Plünderzuges der Kreuzzügler entlang der Levante und bei der blutigen Eroberung Jerusalems. Ein Schock, der in der muslimischen Erinnerung bis heute nachwirkt.

Es entstanden eigene Herrschaftsstrukturen - die so genannten Kreuzfahrerstaaten. Für die bisherigen Strukturen bedeutete dies Fremdherrschaft, Gewalt und hohe Steuerlast. Der Kreuzzug veränderte die Machtverhältnisse im Nahen Osten nachhaltig und trug zur Einigung - der bislang untereinander zerstrittenen - muslimischen Gruppierungen bei. Nach und nach wurden - z.B. unter Saladin, die Nachfahren der Kreuzzügler zurückgedrängt und besiegt. Viele flohen, wurden getötet oder versklavt.
Dies ließe sich so interpretieren, dass der EU turbulente Zeiten bevor stehen, wenn die neue Kreuzzugs-Idee der Aufnahme der Ukraine tatsächlich umgesetzt wird.

In zehn Tagen sollen die konkreten Verhandlungen über einen beschleunigten EU-Beitritt beginnen.

Russland wird nicht zulassen, dass die verbleibende Kern-Ukraine der EU beitritt: wegen der Beistandspflicht

BerndBorchert @, Sonntag, 07.06.2026, 10:09 vor 14 Stunden, 41 Minuten @ helmut-1 744 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Sonntag, 07.06.2026, 10:13

aus dem Lissabon-Vertrag 2009:

https://eur-lex.europa.eu/eli/treaty/teu_2016/art_42/oj/deu

Russland wird darauf bestehen, dass die verbleibende Kern-Ukraine militärisch neutral bleibt.

Erinnerung: der Versuch der Ukraine, der NATO beizutreten (in Salami-Taktik Manier), war der Grund für die Invasion 2022.

Bernd Borchert

Ukraine in die EU - eine Katastrophe

Dieter @, Sonntag, 07.06.2026, 10:24 vor 14 Stunden, 26 Minuten @ BerndBorchert 821 Views

Hallo,
falls es tatsächlich zu einem EU-Beitritt kommt kann man an positivem sagen:
- es gelangen Menschen mit verhältnismäßig guter Bildung in die EU
- es kommt ein rohstoffreiches Land in die EU, Falls diese Rohstoffe nicht durch andere Länder schon vertraglich ausgebeutet werden, zB. VSA oder China.
- ein Regime-Change ist m.E. für einen EU-Beitritt zwingend

negativ:
- da es im Wesen der EU liegt, das Einkommen der EU-Menschen anzugleichen, geht das nur, indem das Rest-EU-Einkommen reduziert wird, vor allem bei den Netto-Zahlern, also dem größten vor allem D.
- Korruption innerhalb der EU wird normalisiert - derzeit nur verdeckt
- es wird das Hasspotenzial innerhalb der EU auf Russland vergrößert
- es verstärkt die Militarisierung der EU statt auf Diplomatie zu setzen, insofern extreme konsumtive Ausgaben in Aufrüstung statt Investitionen in Diplomatie und Handel
- die Spaltung zwischen Russland und der EU wird weiter vorangetrieben, dabei wäre Russland der weitaus bessere und zuverlässigere Partner für die EU, und vor allem für Deutschland.

Meines Erachtens wäre ein Ukraine-Beitritt zur EU ein neuer vermutlich letzter Sargnagel für die BRD.

Gruß Dieter

--
Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.

Da hätte Putin nix gegen

D-Marker @, Rostock (MV), Sonntag, 07.06.2026, 11:56 vor 12 Stunden, 54 Minuten @ Dieter 619 Views

(Würde sich einen feixen)

Wenn Jeder Jedem was klaut, kommt Keinem was weg.

Hat die EU ein weiteres Vorbild in Sachen Korruption an ihrer Spitze.

https://www.tagesspiegel.de/internationales/gazprom-ist-dazu-bereit-putin-lobt-afd-und-...

Aber NATO-Mitgliedschaft ist ein anderer Stiefel.

Iwan Putin lässt sich kaum Atomraketen in den Vorgarten stellen.

KI:

1. Die historische Kubakrise (1962)

Der Auslöser: Die USA stationierten 1961/62 atomare Mittelstreckenraketen (Typ Jupiter) in der Türkei und in Italien. Von dort aus war die Sowjetunion direkt bedroht.

Die Stationierung: Als Antwort darauf begann die Sowjetunion ab Herbst 1962 heimlich nukleare Mittelstreckenraketen auf Kuba zu stationieren, um das strategische Gleichgewicht wiederherzustellen.

Wie es ausgegangen ist, bekannt.

LG
D-Marker (ungeimpft)

--
https://www.youtube.com/watch?v=LqB2b223mOM

"Was sagt er den rund 800.000 Soldaten, die seit vier Jahren ihr Leben riskiert haben und nun als Verlierer.."

Dragonfly ⌂ @, Sonntag, 07.06.2026, 11:37 vor 13 Stunden, 13 Minuten @ helmut-1 741 Views

"Was sagt er den rund 800.000 Soldaten, die seit vier Jahren ihr Leben riskiert haben und nun als Verlierer heimkehren?"

Einer war davon einst Addy Schickelgruber.

Man sollte der Ukraine UND Russland ein FTA mit der EU geben.

die EU verlangt einen Versailer Vertrag für das Kriegsende

Joe68 @, Sonntag, 07.06.2026, 12:56 vor 11 Stunden, 53 Minuten @ Dragonfly 681 Views

Die EU Eliten verlangen die , nahezu, bedingungslose Kapitulation Russlands:

- Alleinschuld
- Reparationen
- Bestrafung der Kriegsverbrecher (natürlich alles nur auf russischer Seite)
- Demilitarisierung Russlands
- Dezentralisierung Russlands
-...

die beiden letzten Punkte meine ich von der Kallas gelesen zu haben.

Wenn das unsere politischen Eliten sind, die wohl nix gelernt haben von der großen Tragödie WW1 und WW2, dann ist Europa eh am Ende, denn die Dummheit hat gesiegt (80% der Wählern wollen das so), und Europa muss untergehen, um Platz zu machen für andere (nein, nicht den Ziegenhirten und Kameltreibern, sondern den vielen Raketenwissenschaftlern und Tunnelbauexperten...)

--
Der ungerechteste Friede ist noch immer besser als der gerechteste Krieg - Cicero

Die Bedingungen des Versailler Vertrages haben die Sieger gestellt - die Ukraine ist aber der Verlierer

BerndBorchert @, Sonntag, 07.06.2026, 14:29 vor 10 Stunden, 21 Minuten @ Joe68 527 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Sonntag, 07.06.2026, 14:32

Die Russen haben jetzt genau die Regionen erobert, die sie annektieren wollen, nämlich die mit russischer Bevölkerungsmehrheit:

[image]

Alle Welt wartet jetzt auf die Kapitulation der Ukraine.

Bernd Borchert

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