Leserzuschrift: Wie die VSA der Welt Diplomatie vorgaukeln
hallo,
nachfolgenden Text habe ich per Leserzuschrift erhalten und möchte ihn der Allgemeinheit zu lesen geben:
Gruß Dieter
Eine diplomatische Farce
Betreff: „Die USA 'prüfen' einen neuen Vorschlag aus dem Iran“ (Welt, 29. April).
Für die Laien sieht es so aus, als würden die USA alle diplomatischen Möglichkeiten ausschöpfen, um den Konflikt mit dem Iran zu beenden. In Wirklichkeit setzt Washington lediglich ein 2009 von der Brookings Institution entworfenes Drehbuch um: „Which Path to Persia? Options for a New American Strategy towards Iran“. [1]
Interessierten empfehle ich, sich dieses Papier anzusehen. Geben Sie einfach den Namen ein, und schon erscheinen die Zusammenfassung sowie das 170-seitige Dokument.
Das Papier äußert sich bemerkenswert unverblümt zum Thema „Diplomatie“. Es erörtert ausdrücklich den Nutzen eines diplomatischen Angebots, das darauf ausgelegt ist, abgelehnt zu werden. Die Logik dahinter ist, dass die USA zunächst alle diplomatischen Mittel ausschöpfen müssten – oder zumindest den Anschein erwecken müssen, dies zu tun –, um sich internationale Unterstützung zu sichern und globale Gegenreaktionen abzuschwächen.
Indem sie Bedingungen vorlegen, die der Iran niemals akzeptieren kann, können sich die USA dann glaubwürdig an die internationale Gemeinschaft wenden und sagen: „Wir haben alles versucht, aber sie waren unvernünftig“, und so Zustimmung für eine militärische Eskalation erzeugen.
Dies ist bereits das dritte Mal in weniger als zwei Jahren, dass Washington genau diese Farce gegen den Iran inszeniert hat. Die USA blicken natürlich auf eine lange, düstere Geschichte der Erfindung von Vorwänden für Konflikte zurück, die weit über die Lügen bezüglich irakischer Massenvernichtungswaffen hinausreichen.
Die offensichtliche Böswilligkeit der aktuellen Regierung ist eklatant: Für Verhandlungen dieser globalen Tragweite machen sich die USA nicht einmal die Mühe, glaubwürdige Diplomaten zu entsenden. Stattdessen entsandten sie einen Anwalt und zwei Immobilienentwickler nach Islamabad.
Angesichts des zunehmend dreisten imperialistischen Verhaltens Washingtons hat die Weltgemeinschaft diese Farce vollständig durchschaut. Selbst traditionelle Verbündete der USA weigern sich, an diesem illegalen Krieg teilzunehmen. Zum jetzigen Zeitpunkt müsste man schon ein Narr sein, um zu glauben, dass Amerika jemals ernsthaft über eine friedliche Lösung nachgedacht hat, die für den Rest der Welt von Vorteil wäre.
ML Saksiri Kridakorn
Link: https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/3247639/a-costly-shortcut
[1] https://www.brookings.edu/articles/which-path-to-persia-options-for-a-new-american-stra...
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WELCHER WEG NACH PERSIEN? Optionen für eine neue amerikanische Strategie gegenüber dem Iran
Wie sollen die Vereinigten Staaten mit dem Iran umgehen? Die Frage ist leicht gestellt, doch seit praktisch 30 Jahren fällt es Washington schwer, eine gute Antwort darauf zu finden. Die Islamische Republik stellt die Vereinigten Staaten vor eine Reihe besonders verwirrender Herausforderungen. Viele iranische Führer betrachten die Vereinigten Staaten aus ideologischen, nationalistischen und/oder sicherheitspolitischen Gründen als ihren größten Feind, während sehr viele normale Iraner die pro-amerikanischsten Gefühle in der gesamten muslimischen Welt zeigen. Im Gegensatz zu anderen Staaten, die die Vereinigten Staaten ebenfalls fürchten oder verabscheuen mögen, haben die iranischen Führer konsequent nach diesen Überzeugungen gehandelt und unermüdlich daran gearbeitet, die amerikanischen Interessen und den amerikanischen Einfluss im gesamten Nahen Osten zu untergraben, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten mit mehr oder weniger großem Erfolg. Darüber hinaus wird die iranische Außenpolitik häufig von innenpolitischen Erwägungen bestimmt, die für die Außenwelt schwer zu durchschauen und noch schwerer zu beeinflussen sind. Mehr als einmal hat der Iran einen Kurs eingeschlagen, der Außenstehenden selbstzerstörerisch erschien, das iranische Volk jedoch dazu anspornte, weitreichende Opfer im Namen scheinbar unrealistischer Ziele zu bringen.
Trotz dieser frustrierenden Realitäten sind die Vereinigten Staaten aber nicht in der Lage, den Iran einfach zu ignorieren. Der Iran ist ein wichtiges Land in einer entscheidenden Region der Welt. Auch wenn die Rolle Teherans bei der Entstehung von Problemen im Nahen Osten oft übertrieben dargestellt wird, hat das Land zweifellos die wachsende Instabilität dort (die ihrerseits teilweise auf amerikanische Fehltritte zurückzuführen ist) ausgenutzt, um wichtige Vorteile zu erlangen, oft auf Kosten Washingtons. Unterdessen warnt der National Intelligence Estimate zum Iran aus dem Jahr 2007, richtig verstanden, dass Teheran wahrscheinlich irgendwann im Laufe des nächsten Jahrzehnts die Fähigkeit zur Herstellung von Atomwaffen erwerben dürfte. [1]
[1] National Intelligence Council, “National Intelligence Estimate. Iran: Nuclear Intentions and Capabilities,” November 2007, available at <http://www.dni.gov/press_releases/20071203_release.pdf> [a], downloaded on February 9, 2009.
[a] https://web.archive.org/web/20071208121520/https://www.dni.gov/press_releases/20071203_...
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Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.