Niederlande: 36 Prozent Steuer auf nicht realisierte Gewinne. Was sagt ihr dazu?

SevenSamurai @, Montag, 16.02.2026, 20:59 vor 1 Tag, 22 Stunden, 1 Min. 2809 Views

Das Unterhaus hat jetzt zugestimmt.

(Wie der grosse Wahlverlierer Wilders abgestimmt hat habe ich nicht recherchiert.)

Ab 2028 werden 36 Prozent Steuer auf nicht realisierte Gewinne fällig.

Es trifft z.B. ETF und Crypto.

https://www.cryptobreaking.com/dutch-house-of-representatives-advances/

https://www.welt.de/finanzen/plus698f06b9616e1cbb1fcd504f/jaehrliche-steuer-auf-etfs-un...

https://www.imidaily.com/europe/dutch-lawmakers-approve-a-36-tax-on-unrealized-crypto-s...

Der letzte verlinkte Artikel ist etwas genauer. Es ist wohl eine Quellensteuer auf alles über 10.000 Euro.

Geht es um Gerechtigkeit? Oder eher darum, bestimmte Sozialausgaben noch zahlen zu können.

Wird das wirklich eine Kapitalflucht bewirken?

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"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder

Dann sind wir ja bald bei Dottores Unterhosen angekommen.

Plancius @, Montag, 16.02.2026, 22:00 vor 1 Tag, 21 Stunden, 0 Min. @ SevenSamurai 2334 Views

Eigentlich ist es eine Bankrotterklärung der niederländischen Regierung.

Es geht nur noch um das Abkassieren von Liquidität und des Vermögens bei der breiten Masse, um das Spielende noch ein paar Jahre hinauszuzögern. Der gesamte alte Westen ist in einem Dead Lock gefangen. Sie werden von ihrer eigenen Ideologie aufgefressen. Massenimport von bildungsfernen, nicht integrationsfähigen Menschen, Aufrüstung und Kriegstreiberei gegen Russland, zerstörerische Energiepolitik, Deindustrialisierung durch Klimawahn, ...

Ein ernstzunehmendes Gericht würde das Ansinnen der Niederländern wegen Ungleichbehandlung von Vermögensgegenständen sofort zurückweisen. Eine Besteuerung von Buchgewinnen dürfte ja nicht auf börsennotierte Vermögensgegenstände beschränkt bleiben.

- Wie werden Immobilien jährlich bewertet?
- Wie Kunstgegenstände?
- Wie Oldtimer?
- Wie das Silberbesteck der Oma?

Schon die frühere Vermögenssteuer wurde ja wegen hoher Erhebungskosten und Verfassungswidrigkeit kassiert.

Da der Westen sich schon lange von Demokratie und Rechtsstaat verabschiedet hat, wird die Entscheidung der Niederlande nur ein nächster Schritt hin zu Dottores Unterhosen sein.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

da nehmen sie die Regeln des Bilanzierens

Dieter @, Montag, 16.02.2026, 22:45 vor 1 Tag, 20 Stunden, 15 Min. @ Plancius 2049 Views

Hallo,

das dt. Steuersystem kennt 2 Arten den Gewinn oder Verlust zu ermitteln. Zum einen durch eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder durch Bilanzierung (doppelte Buchführung).

Gewinn oder Verlust bei bilanzierenden Unternehmen wird durch Vermögensvergleich zw. Ende des Vorjahres und Ende des laufenden Geschäftsjahres ermittelt, bereinigt um Einlagen und Entnahmen. Da muß nichts realisiert werden, es zählen die realen Zeitwerte (sehr vereinfacht ausgedrückt).

Dieses Prinzip scheinen die Niederländer jetzt auf Gewinne aus Kapitalvermögen auszudehnen auf Bereiche außerhalb von Unternehmen. Da ich die Links nicht gelesen habe nur eine Zusatzfrage: Werden Verluste, also Vermögensreduzierungen auch bedacht?

Gruß Dieter

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Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.

Und dann im Dezember? Baisse?

Gernot ⌂ @, Montag, 16.02.2026, 23:22 vor 1 Tag, 19 Stunden, 38 Min. @ Dieter 2011 Views

Ganz praktisch gefragt: Wenn ich Stand 31.12. meinen theoretischen Jahresgewinn mit 36% versteuern soll, lohnte es sich dann nicht, die Gewinne zu realisieren (insofern, dass man sie als Geld auf dem Konto hat), indem man die im Plus stehenden Aktien usw. verkauft?

Man würde dann nur 25% Quellensteuer zahlen, in NL.

Wäre es dann nicht sogar sinnvoll, ungefähr Anfang Dezember Put-Optionsscheine auf wertgestiegene Aktien zu erwerben?
Wäre dann zukünftig keine "Jahresendrallye" mehr zu erwarten, sondern eine Jahresendbaisse?

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Ab jetzt wird durchregiert. Wir kennen keine rote Linie mehr. Verbote bedeuten auch mehr Freiheit. Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Hass bedeutet Liebe. Gebt ihnen keinen Millimeter preis.

"da nehmen sie die Regeln des Bilanzierens" - sorry, nein, genau das eben nicht!

LePenseur ⌂ @, Dienstag, 17.02.2026, 11:22 vor 1 Tag, 7 Stunden, 38 Min. @ Dieter 1176 Views

Cher Dieter,

In der Bilanz (wenigstens in Kontinentaleuropa, bei den Angelsachsen, speziell in den USA, ist das z.T. etwas anders - aber dementsprechend "lufthaltig" sind dort u.U. die Unternehmensbilanzen, was im Krisenfall dann höchst fatal wird!) werden "nicht realisierte Gewinne" eben nicht ausgewiesen!

Ja es gibt (scheinbare) Ausnahmen, z.B. wenn Finanzanlagen zuvor wegen Kursverlusten abgewertet wurden und sich die Kurse bis Bilanzstichtag wieder erholt haben - aber auch dann nicht über die Anschaffungskosten hinaus (einfach unter "imparitätisches Realisationsprinzip" googeln).

Ein befreundeter Steuerberater pflegt bei Klientenbesprechungen, wenn diese im Bestreben, eine miese Bilanz etwas "aufzuhübschen", irgendwas Nichtrealisiertes auf die Schnelle aktivieren wollen, etwas süffisant darauf hinzuweisen: "Im Gegensatz zur Position "Rückstellungen" auf der Passivseite der Bilanz gibt es keine Position "Vorstellungen" auf der Aktivseite".

Womit er recht hat, meint der (in Wirtschaftsrecht durchaus fachkundige) Jurist und verbleibt

Cordialement

LePenseur

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LePenseur

Immobesitzer, Versteuern der fiktiven Miete?

Joe68 @, Dienstag, 17.02.2026, 09:52 vor 1 Tag, 9 Stunden, 8 Min. @ Plancius 1720 Views

Jede Nutzung einer abbezahlten Immobilie sollte versteuert werden, in dem eine fiktive Miete herangezogen wird.
Wie bei der Scheidung, wer im Haus bleibt, dem wird die fiktive Mietzahlung als zusätzliches Einkommen berechnet.

Bei einem Haus, wo die Frau/Kinder ausziehen, da hat der alleinlebende Mann (oder auch andersherum, die alleinlebende Frau) plötzlich locker 1500€ mehr Netto im Monat, fiktiv natürlich.

Oder die Alten, womöglich wohnen die in sehr großen Häusern (für große Familien gedacht) , die können dann 2000€ im Monat mehr versteuern, von der Rente/Pension. Oder ausziehen und Platz machen für die kommenden Großfamilien.

Der Staat braucht ja Geld, für Migration, Energiewende und fremde Kriege. Daran wollen die Milliardäre noch reicher werden, und beauftragen die Politiker der SPD, CDU, GRÜNE, es beim Bürger zu nehmen. Natürlich nur alles zum Wohle der Gesellschaft und Demokratie, die Mehrheit stimmt ja zu, wie demnächst in Baden Württemberg.

Das Land bzw die meisten westlichen Staaten sind sowas am Ende.

--
Der ungerechteste Friede ist noch immer besser als der gerechteste Krieg - Cicero

Die 'Hubschrauberlösung', also Geld verschenken, geht 'nur' über …

Ostfriese @, Dienstag, 17.02.2026, 17:05 vor 1 Tag, 1 Stunden, 55 Min. @ Plancius 1207 Views

Hallo Plancius

Die Anzahl der Postings im Forumsarchiv zu Dottores Bon­mot

Da der Westen sich schon lange von Demokratie und Rechtsstaat verabschiedet hat, wird die Entscheidung der Niederlande nur ein nächster Schritt hin zu Dottores Unterhosen sein.

zeigt, dass es besser ist, seinen Begriff Unterhosen durch Socken in dem relativ kurzen Beitrag

Re: Wunnebaar - 'The gold is gone', dann könnens die ZBs ja kaufen (= Nettogeld) verfasst von dottore, 20.02.2003, 10:19

aus

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/search.php?search=Socken&ao=and&u_name...

zu ersetzen.

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→ Überschlägig:

100.000 t vorhanden (alles in privater Hand) mal 10 Mio. per Tonne.

Macht 1.000.000.000.000 mindestens, vermutlich sind es sogar 10 Billionen (trillions).

Jetzt müssen die Goldbugs nur tapfer sein und durchhalten. Je länger sie durchhalten, umso mehr GZ haben sie dann in Händen.

Falls Sie ihr Gold unter keinen Umständen hergeben sollten, wird es requiriert (Goldbesitz verboten, flächendeckende Massenfahndungen).

Schließlich liegt es im Sinne des Gemeinwohls weltweit, dass möglichst viel Nettogeld unter die Leute kommt, dann ist auch die Überschuldung weg, und die große Stunde der Umlaufsicherer beginnt.

Rat (ernsthaft jetzt): Wenn jemand schon auf Gold setzt, muss er wirklich nervös werden und sich überlegen, was tun, wenn die ZBs anfangen, es zu kaufen!

Das bleibt nämlich so sicher wie das Amen im St. Peter:

1. Die Staaten werden immer GZ haben, da es sie sonst nicht mehr gibt. GZ = Steuerzahlungsmittel.

2. Die Staaten werden niemals Gold als GZ wieder einführen. Papier ist leichter zu vermehren, viele Wälder stehen noch.

3. Irgendwann wird jemand auf die Goldene Lösung (= Goldankauf (!) durch die ZBs kommen.

4. Dann erst startet die so flehentlich herbei gesehnte Hyper-Hausse in Gold.

5. Und es wird kritisch...

Nochmals meine Strategie (zum Mitschreiben):

Ausschließlich GZ in cash im Safe. Sobald die Goldnummer der ZBs startet, die allein Gold kaufen können, ohne dass sie sich lächerlich machen (welche ZB sollte schon Kartoffeln kaufen?) und die nur diesen Preis beeinflussen können (alle andere Geldpolitik in Richtung Inflation oder Weckung von Inflationserwartungen ist Nonsense, siehe Japan), sobald also - dann raus aus cash in Täsch und rein ins Gold. Wie dann weiter, weiß ich leider nicht.

Und nochmals (zum Mitschreiben): Wir kriegen eine deflationäre Depression wie sie noch niemals in der Geschichte durchlitten wurde. Vielleicht nicht in einem Rutsch (die Hoffnung stirbt zuletzt, also sind Zwischenhochs möglich), aber auf Dauer unausweichlich, da kreditsystembedingt. Ob und wie viel von den vorhandenen Titeln die ZBs in Liquidität verwandeln, spielt keine Rolle. Die new credits, die allein zusätzliche Nachfrage und ergo Preissteigerungen verursachen könnten, müssen nach finanzmathematischer Logik relativ zu den old credits abnehmen, weil die new credits nur durch old credits besichert werden können.

… Goldankauf der ZBs oder mögliche, aber (auszuschließende) Alternativen dazu, z.B. die ZBs kaufen Grundbesitz, Firmen direkt (und beleihen nicht etwa deren Passiva) oder eben Socken.

Jedes Kreditsystem findet sein Ende in sich selbst, sobald ein Aufschuldner erscheint (Staat) und die ZBs nur Kredittitel, letztlich Staatspapiere gegen ZB-Geld-Ausgabe reinnehmen. Das Geld muss immer einen Tag früher in die ZB zurück als die Titel fällig werden. Je mehr Titel (= Mtotal) vorhanden sind, desto mehr Liquidität lässt sich zwar schaffen, aber diese Liquidität kann niemals alle Titel bei Fälligkeit bezahlen.

Es ist unmöglich, etwas, das heute fällig ist (Titel) mit etwas zu bezahlen, das gestern verschwand (ZB-Geld gegen Hinterlegung dieses Titels).

Gruß!

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Gruß - Ostfriese

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