Vergleich Stromkosten-Haushalt: OWL-Portugal

Dieter @, Sonntag, 08.02.2026, 16:19 vor 46 Tagen 2882 Views

Hallo,

da ich vor kurzem meine Jahresstromrg. 2025 bekam, habe ich mal einen Vergleich angestellt zwischen meinen Rechnungen in Ostwestfalen (E.ON) und Portugal (Suelitricidade).

mein portug. Anbieter: 24% Gas, 3,4% foss. Brennstoffe, Atom 9,7%, 15,8% Erdöl, 34,6% Wasserkraft, Rest andere Erneuerbare.
Arbeitspreis: 16,24 Cent + 6% MWST (ab 2026 23%)
Grundpreis: 103 Euro + MWST

Das bedeutet für meinen portug. Haushalt: Arbeitspreis incl. aller Steuern 19,97 Cent + Grundpreis 103 Euro/Jahr

E.ON bei meinem Alt-Tarif.
angegebener Arbeitspreis 21,54 Cent + MWST + sonst. Gebühren/Steuern/versch. Ökoumlagen/ die extra ausgewiesen werden in Höhe von 15,38 Cent = 36,92 Cent + MWST = 43,93 Cent/Kwh
Grundpreis: 130 Euro + 19% MWST

Ergebnis: mehr als ernüchternd für die halbjährliche Nutzung im deutschen Haushalt. Werde mich mal um eine Alternative bemühen.

Gruß Dieter

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Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.

OT: Dunkelflaute bzw. Stromausfall

Weiner, Dienstag, 10.02.2026, 16:59 vor 44 Tagen @ Dieter 1344 Views

Hallo Dieter,

ich antworte nicht direkt zu den Strompreisen (im erwartbaren 'Ernstfall' irrelevant ...), aber wollte einen Nachtrag machen, der thematischen Bezug hat.

Denn früher hatte ich einmal empfohlen, zur VORBEREITUNG die Holzvergaser-Technologie zu studieren. Ich habe nun angefangen, mich ein wenig mit Pflanzenöl zu beschäftigen. Denn ein PÖL-BHKW wäre eine Alternative, die man in Betracht ziehen sollte. Beim Holzvergaser-BHKW hat man zwar immer und überall das Rohmaterial zur Vefügung, aber die Technik ist doch etwas kniffelig. Das PÖL-BHKW ist technisch dagegen sehr überschaubar, aber man braucht einen Lieferanten für das Öl - d.h. eine Landschaft mit Rapsanbau sowie Ölmühlen. Das ist in Deutschland nicht mehr wirklich gesichert (wie sieht es in Portugal aus?).

Es gab bald nach 2000 einen kleinen Hype mit PÖL fürs BHKW, in Österreich auch bei Autos und vor allem bei Traktoren, Mähdreschern etc. Und das wäre vernünftiger gewesen als Mais und Biogas (Raps ist eine Düngerpflanze und bei Wahl der richtigen Sorte auch eine Bienen- und Insektenweide). Aber als man merkte, dass die PÖL-Wirtschaft aufblühte und den ANDEREN zu viel vom Kuchen wegzunehmen drohte, hat man Subventionen gestrichen und die Zertifizierungs-anforderungen für Energiewende-Rapsöl so extrem verschärft, dass die Bauern und Mühlen und Motorenumrüster aufgeben mussten (und auf ihren Investitionen sitzen blieben).

http://www.pflanzenoel-bhkw.de/wegfall_eeg-verguetung_pflanzenoel-bhkw.html

Grüsse, Weiner

Warst Du damals Mitglied im Holzvergaserforum? (oT)

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Dienstag, 10.02.2026, 18:34 vor 44 Tagen @ Weiner 941 Views

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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Nein! Und es kommt noch besser ...

Weiner, Mittwoch, 11.02.2026, 10:26 vor 43 Tagen @ paranoia 1169 Views

Guten Morgen!

Bei "Holzvergaser" muss man begrifflich aufpassen. Primär meint der nur die Verschwelung von Holz, verbunden mit der Verbrennung der Schwelgase (und der restlichen Holzkohle) zum Zwecke der Heizung. Diese Anordnung ist effizienter als die reine Verbrennung am offenen Feuer.

Sekundär sowie alternativ können die Schwelgase natürlich auch für andere Zwecke genutzt werden, etwa zum Antrieb eines Verbrennungsmotors (Gasmotor), und das waren auch vor 200 Jahren die ersten Motorenkonzepte. Es wurden aber auch viele andere Verwendungen erforscht und praktiziert (zB. als Synthesegase für chemische Prozesse).

Wenn der holzgasbetriebene Motor nicht in einem KfZ sitzt - und da wurde alles schon vom Motorrad bis zur Lok durchbuchstabiert - dann kann man ihn ja auch stationär zur Stromerzeugung nutzen. In diesem Sinne waren meine früheren Hinweise und zuletzt die Antwort an @Dieter gemeint.

Eine weitere Variante wäre die Holzvergasung verbunden mit einem Stirling-Motor. Dort muss man nicht mehr so streng auf die Sauberkeit des Gases achten, weil die Verbrennung der Schwelgase nicht innerhalb eines Kolbens sondern an dessen Außenwand stattfindet (oder die Verbrennungswärme dorthin geleitet wird).


https://de.wikipedia.org/wiki/Holzvergaser (begriffliche Unterscheidung)

https://de.wikipedia.org/wiki/Holzgas

https://de.wikipedia.org/wiki/Holzvergaserkessel (Heizung)

https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftfahrzeug_mit_Holzgasgenerator

https://www.youtube.com/watch?v=j5TX-30vfOY
Holzvergaser mit Stirlingmotor

Unter diesem Youtube-Film finden sich Hinweise auf einen Telegramkanal, in dem sich Profis finden und der für reine Zuschauer etwas kostet ... (auch dort ist @Weiner nicht).

https://t.me/gasifier_bot
https://t.me/gasifierworld

Vom Holzgas ets. ganz abgesehen ist der Stirlingmotor für sich genommen eine wunderbare Sache, mit meines Wissens den höchsten elektrischen Wirkungsgraden (so wie oben erwähnt bei einer reinen Verbrennung der Holzvergaserkessel die höchsten thermischen Wirkungsgrade erreicht).

https://de.wikipedia.org/wiki/Stirlingmotor

Absolut phantastisch empfand ich den Lineargenerator mit frei schwingenden Kolben, der von dem Team der "Superengine" entwickelt worden war. Vermutlich findet man Hinweise dazu nur noch im Internetarchiv. Die hatten damals auch eine Wasserpumpe, die via Stirlingkonzept anlief, sobald sie von der Sonne beschienen wurde (anstelle von Kolben hier schwingende Membranen - großartige Idee!!).

https://web.archive.org/web/20200222155006/http://superengine.de/

Grüsse von dem Weiner

Rapsanbau in P - nada

Dieter @, Dienstag, 10.02.2026, 20:58 vor 44 Tagen @ Weiner 1200 Views

Hallo Weiner,
danke für die Anregung auch wg. dem Stichwort Holzvergaser.

Ich muß gestehen, daß ich in Portugal noch keine Rapsflächen gesehen habe, zumindest in meiner Region nicht. In den Küchen wird zwecks Frittieren Sonnenblumenöl verwendet, aber auch da habe ich nur sehr geringe Flächen bislang gesehen - es scheint in P. auf den Ackerflächen wirtschaftlich Attraktiveres zu geben. - und Olivenöl ist einfach zu teuer.

Aber: Holzvergaser macht vor allem in Portugal schon eher Sinn, aber auch bei mir in OWL. Ein Bekannter hatte ca. 30 Jahre lang einen Kessel, in dem er Holzscheite bis ca. 1,50m Länge oben reinstecken konnte, die brannten dann von unten weg und rutschten beim Brennvorgang nach. Aber im Alter wurde ihm das zu mühselig im Beschicken und ist irgendwann auf Gas umgestiegen.

Im Notfall ist mir der Holzvergaser auf jeden Fall sympathischer als eine Wärmepumpe. Für letztere müßte man eine autonome 400V-Stromquelle zusätzlich vorhalten, dann wäre ein Öl-BHKW, wie von Dir angedeutet, sicher die bessere Wahl.

Für Portugal sehe ich aber überhaupt kein Problem. Strom fällt immer wieder mal für ein paar Stunden aus. Selbst wenn es für etliche Tage ausfallen sollte, würde ich den für mich notwendigen Strom mit dem dort stehenden Wohnmobil liefern.
Habe im WoMo 6 KW-Dauerstrom aus Batterien ca.1200 Ah. Und wenn die müde werden wird mit verstärkter Lichmaschine und laufendem Motor wieder geladen, geht recht fix. Früher hatte ich noch einen Dieselgenerator im WoMo unterflur verbaut, aber nach 2 Jahren wieder entfernt, weil ich feststellte, daß man 3 Wochen am Stück irgendwo in der Wildnis den nicht anschmeißen mußte.

- und Brennholz und Holzschnitzel gibt es im Alto Alentejo zur Genüge.

Gruß Dieter

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Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.

Danke! Trockenheit

Weiner, Mittwoch, 11.02.2026, 11:10 vor 43 Tagen @ Dieter 1008 Views

bearbeitet von Weiner, Mittwoch, 11.02.2026, 11:44

Hallo Dieter, hab nachgeschaut, es ist wohl der Wassermangel und die hohe Temperatur. Anbau daher nur lokal zu entscheiden (Auftragsanbau?), und nicht großflächig. Bestimmte Sorten vielleicht. Bedürfnisse des Raps in der industriellen Landwirtschaft hier:

https://icl-growingsolutions.com/de-de/agriculture/crops/oil-seed-rape/ (deutsch)

Davon abgesehen ist Rapsöl sehr gesund, kann lässig mit Olive, Fischölen (brrrr), Leinöl (sehr rustikal ...) etc. konkurrieren. Es sollte nach dem Kaltpressen aber nicht mehr erhitzt und raffiniert werden (im Massenvertrieb oft gemacht, aber nicht deklariert, nur das Lockwort "kaltgepresst" wird herausgestellt):

https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/ernaehrung/ist-rapsoel-wirklich-ungesun...

@Rainer

Sowohl für Speisezwecke wie auch für die motorische Verbrennung nicht länger als 12 Monate (ist teils Vorschrift, teils Erfahrung und gesunder Menschenverstand) - eben bis zur neuen Ernte.

hab auch noch parallel was zum Holzvergaser reingeschrieben

Haltbarkeit von Pflanzenöl

Rainer ⌂ @, El Verger - Spanien, Mittwoch, 11.02.2026, 00:08 vor 44 Tagen @ Weiner 1300 Views

Heizöl ist eigentlich unbegrenzt haltbar. Ich habe schon 40 Jahre alte Erdtanks gelehrt. Die waren fast vergessen, nach Umstellung auf Gas. Das Heizöl tut bei mir gute Dienste:-) Generator und Heizung. Etwas aufpassen muss man beim Abpumpen schon, am Ende kommt nur noch Wasser. Es ist schwerer und liegt deshalb unter dem Heizöl.
Schon Diesel ist problematisch für lange Lagerung wegen Bioanteil. Dieser Bioanteil und das bei langer Lagerung unvermeidliche Kondenswasser ist ein Problem.

Zitat
Unter Dieselpest versteht man die mikrobielle Verunreinigung von Dieselkraftstoff durch Bakterien, Pilze und Hefen, die sich besonders bei Wasser im Tank und langen Standzeiten vermehren. Sie bilden einen schleimigen „Bioschlamm“, der Filter und Leitungen verstopft, zu Motorausfällen führt und Korrosion verursacht.

Rainer

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