Deutschlands Silbergedenkmünzen bald nur noch Ag 444

Zooschauer @, Freitag, 06.02.2026, 11:14 vor 49 Tagen 2926 Views

Silber erleidet zwar im Moment einen heftigen Rückschlag nach dem anderen. Aber im Bundesfinanzministerium hat man jetzt die Faxen dicke: Man ändert jetzt nicht die Nennwerte, sondern den Silbergehalt, siehe Mitteilung.

Die normalen Gedenkmünzen zu 35 Euro gibt es künftig nur noch als Billonmünzen mit 444er Silber (bisher 925er), und auch nicht mehr zu 18 Gramm rauh, sondern zu 16,667 Gramm rauh.

Die Weihnachtsmünze zu 50 Euro soll nur noch mit einer 500er-Silberlegierung ausgeprägt werden, statt bisher 999er. Die 22 Gramm rauh bleiben.

Mit anderen Worten: Kann weg.

Ich wollte es der Vollständigkeit halber nur noch mal erwähnt haben - und zum Abschied in einem eigenen Faden.

Kurzes Sinnieren über alte Preise um 2003

eesti @, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Sonntag, 08.02.2026, 14:16 vor 46 Tagen @ Zooschauer 1528 Views

Gerade fiel mir mein altes Münzalbum in die Hände, meist alter Plunder, fast wertloses Zeugs.
Aber hinter der letzten Seite lag eine Liste der Käufe im Februar 2003.
Sie betraf fast nur Goldmünzen.
Damals brachte ich Aktienspekulationsgewinne langsam teilweise in "Sicherheit".

Ein kleiner Auszug:

Krügerrand 320-340€ (jetzt um 4.200€)
100 Kronen Österreich 1915 (Nachprägung) 310€ im Mai dazu für 285€
1000 Schilling Babenberger 1976 140€ im Mai dazu für 125€
Tscherwonez 1977 +1979 85-90€ (jetzt gut 1.000€)
20g Barren 220€ (also 11€/g) (jetzt 140€/Gramm)
20Fr Vreneli 65€
10 Rubel 1899 85€
2Rand 1969 71€
150 Rubel Platin (1/2oz) 1977 305€ (jetzt um 900€ ohne MWSt.)
20RM Willi II 90€

im Mai 2003 dazu u.a.:

50Pesos 1945 Mexiko (1,2oz oder 37,5g) 355€ (jetzt um 5000€)

Es braucht mich deshalb Niemand im Keller zu besuchen, da liegt es schon lange nicht mehr, es wurde mit der Zeit zu viel, um es daheim zu verwahren.

Silber, um beim Leitthema zu bleiben hatte ich später auch gekauft, um die 420€ das Kilo, massenhaft, leider aus Platzgründen zu früh deutlich reduziert,
10€-Münzen liegen teilweise noch bei mir rum, war ja nur Spielerei, zu 10€ erworben, als der Silberwert dafür um die 5€ betrug, konnte ja nichts schief gehen, die 10€ waren sie immer wert)
und bis heute vergessen.
Ca. 15 Jahre später ist der Metallwert 30€, kurzzeitig vor einigen Wochen waren es 50€.
Die Münzverschlechterung greift inflatorisch um sich.
Mal werden Metallgehalte vermindert, Gewichte geändert, Nominale geändert.
Auch wenn eine Knappheit derzeit den Preis deutlich treibt, so ist doch im Kern das Problem der Münzverschlechterung eine Gelddruckflut, die sich in steigenden Preisen in allen wertbeständigen Sachen ausdrückt.
Und die 444er Einführung wird sicherlich nicht das Ende sein, es geht langsam, aber immer schneller mit der "Wertsteigerung".
1922 ist noch nicht in Sicht, aber man kann nicht ununterbrochen Sondervermögen schaffen, ohne daß dies dauerhaft ohne Folgen für das Finanzsystem bleibt.
Wenn das Vertrauen in die Geldwertstabilität wegbricht, und das kann dann ganz schnell passieren, dann kann man bald nur noch Zehnerpotenzen als Wertangabe aufprägen, eine normale Wertangabe wird nicht reichen.
Also Wetten werden angenommen, wann die 333er Prägung, die 222er und die 111er Prägungen auf die 10er kommen müssen.

--
MfG
LR

Alles ist ein Windhauch.

Warum eigentlich Ag 444 und nicht Ag 500?

SevenSamurai @, Sonntag, 08.02.2026, 15:01 vor 46 Tagen @ Zooschauer 1434 Views

Wie kommt man auf 444?

--
"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder

Kann man nur mutmaßen

Zooschauer @, Montag, 09.02.2026, 11:42 vor 45 Tagen @ SevenSamurai 1053 Views

444er Silber ist schon ungewöhnlich, aber vermutlich ein Kompromiss, weil man die im Herbst festgelegten neuen Nominale nicht schon wieder ändern wollte. Es wäre schon damals sinnvoller gewesen, den Nennwert auf 40 Euro zu erhöhen statt auf 35. Klare Fehlentscheidung, von der man aber jetzt offenbar nicht abrücken will.

Bei 500er Silber könnten die 35 Euro Nennwert womöglich auch zu schnell wieder vom Materialwert eingeholt werden. Man hat ja zusätzlich noch die Masse von 18g auf 16,67g verringert.

Außerdem vermute ich, dass man die Weihnachtsmünzen zu 50 Euro Nennwert weiter mit "besserem" Silber ausprägen will als die normalen Gedenkmünzen. Bisher waren es ja 22g Feinsilber zu 25 Euro Nennwert, künftig 22g 500er Silber zu 50 Euro Nennwert. Mehr als 500er Silber wollte man offenbar nicht nehmen. Dafür wiederum muss aber das Material der normalen Gedenkmünzen darunterliegen.

Irgendwie so vermute ich die Begründung.

Trotzdem war's das für mich. Die Sterlingmünzen mochte ich noch ganz gern, auch wegen der Nähe zum alten Vereinsthaler. Aber so'n Zeug, was jetzt geplant ist, sollen die kaufen, denen es um das Sammeln geht. Der ganze andere Schnickschnak wie diese Münzen mit Polymehrring hat mich auch nur bei der allerersten interessiert (Blauer Planet Erde). Die konnte man schön gewinnbringend loswerden. Selbst heute gibt es dafür noch gutes Geld. All das andere Zeug, was danach gekommen ist, interessiert niemanden. Mir den neuen "Silber"-Münzen wird es ähnlich sein.

Hermann-Josef Tenhagen, der Propagandaschreiberling, über "warum Gold und Silber keine gute" (mTuL)

DT @, Sonntag, 08.02.2026, 19:56 vor 46 Tagen @ Zooschauer 1887 Views

"Geldanlage sind." Angeblich.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/warum-gold-und-silber-keine-solide-geldanlage...

Edelmetalle sind kein sicherer Hafen, sondern ein Casino. Wer kauft, riskiert viel. Warum ETFs besser schützen als Gold und Silber im Tresor.

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Hermann-Josef Tenhagen, Jahrgang 1963, ist Chefredakteur von »Finanztip« und Geschäftsführer der Finanztip Verbraucherinformation GmbH. Der Geldratgeber ist Teil der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. »Finanztip« refinanziert sich über sogenannte Affiliate-Links, nach deren Anklicken »Finanztip« bei entsprechenden Vertragsabschlüssen des Kunden, etwa nach Nutzung eines Vergleichsrechners, Provisionen erhält. Mehr dazu hier .

Tenhagen hat zuvor als Chefredakteur 15 Jahre lang die Zeitschrift »Finanztest« geführt. Nach seinem Studium der Politik und Volkswirtschaft begann er seine journalistische Karriere bei der »taz«. Dort war er jahrelang ehrenamtlicher Aufsichtsrat der Genossenschaft. Auf SPIEGEL.de schreibt Tenhagen wöchentlich über den richtigen Umgang mit dem eigenen Geld.

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Ist Tenhagen schon vielfacher Millionär? Wozu dann noch Provision? owT

Martin @, Sonntag, 08.02.2026, 21:32 vor 46 Tagen @ DT 1247 Views

"Mit Gold können Sie keine Taxifahrt bezahlen"...

Zooschauer @, Montag, 09.02.2026, 11:53 vor 45 Tagen @ DT 1635 Views

...hat Tenhagen öfter mal sinngemäß gesagt, wenn er seine Ratschläge in Talkrunden oder Interviews unters Volk gebracht hat.

Und wie sich das für fachkundige Interviewer gehört, stellt natürlich niemand die Gegenfrage: "Mag sein, Herr Tenhagen, aber mit einer Staatsanleihe oder eine Aktie kann ich auch keine Taxifahrt bezahlen..."

Außerdem würde ich das gern mal testen: Von Hamburg nach Lübeck mit dem Taxi. Ich biete dem Taxifahrer gleich zu Beginn eine Zehntelunze Gold an, während Herr Tenhagen versuchen soll, seine Fahrt mit wie auch immer vorliegenden Aktien o.ä. zu bezahlen. Mal schauen wer ans Ziel kommt.

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