Warum immer in Extremen denken?

eesti, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Donnerstag, 05.02.2026, 03:32 (vor 19 Stunden, 48 Minuten) @ Andudu487 Views

Es gibt doch nicht die Clangesellschaft ODER "unsere demokratisch-solidarische Gesellschaft"
sondern
die Clangesellschaft IN "unserer demokratisch-solidarischen Gesellschaft"

Eine Gesellschaft innerhalb einer größeren Gesellschaft schließt doch solidarisches Verhalten gegenüber Personen außerhalb des Clans nicht aus, der Clan ist eine zusätzliche Absicherung, eine eigentlich aus einer Familie stammende Vereinigung, deren Abkömmlinge sich gegenseitig helfen.
Sowas entsteht in Notzeiten faktisch automatisch, um das Überleben der Familienmitglieder in schweren Zeiten zu sichern.
Das gab es in meiner Jugendzeit in der Sippe meiner Mutter.
Ähnlich verhielten sich die Rußlanddeutschen noch lange nach dem Ende der Sowjetunion.
Viel lief am Staat vorbei, jegliche Hilfen innerhalb der Sippen waren normalerweise ohne Abgaben an den Staat verbunden, es war selbstverständlich, daß man sich unterstützte, wo es nur ging.
Vorteil hatte es dadurch auch für unsere damals noch mittelarme Familie, in der ich dadurch jedes Jahr einen kostenlosen und interessanten Urlaub als Kind verbringen konnte. Wir Kinder wurde auf Familien der Sippe verteilt, kamen da unter.
Wir haben die Clangesellschaften der Moslemzuwanderer als etwas Negatives im Blick, aber viele Clans sind völlig unauffällig; in den Fokus der Öffentlichkeit gelangen immer nur die kriminellen Großclans, auch die Zigeunerclans.
Aber das sind unangenehme Sonderfälle.
Eine Clangesellschaft ist im Prinzip etwas Gutes.
Sie nimmt idealerweise dem Staat Arbeit ab, gerade im sozialen Bereich.
In einem funktionierenden Clan wird niemand in Altenverwahrstationen abgeschoben, wo die Siechen auf Staatskosten vor sich hin vegetieren, bis sie irgendwann abnippeln.
Nein, im Clan kümmert man sich überaus lange selbst um hilfsbedürftige Mitglieder.
Allerdings nimmt man auch im Clan mit, was geht, wenn der Staat es anbietet.
Solche Gesellschaften gab es auch lange im normalen Europa. Ein Beispiel sind autonome Gesellschaften, wie
https://de.wikipedia.org/wiki/Freistadt_Christiania
Der Staat duldete so etwas lange, weil es ihm hohe Sozialausgaben ersparte.
Allerdings wurde der "Clan" in Kopenhagen inzwischen zu groß, die innere Verbundenheit hat stark abgenommen.
Der normale Deutsche mit 0 bis 1 Kind empfindet Familienbünde heutzutage als etwas Ungewohntes, Fremdes das ihm Angst macht, da es ihn logischerweise ausgrenzt, da er eh kein Interesse an Familie hatte und hat.
Erst, wenn die Jugend wieder sieht, daß es den Alten dreckig geht, wenn sie keine Kinder haben, die sie später unterstützen, erst dann wird man zur Alterssicherung wieder Kinder produzieren.
Nur wenn ein Clan, also eine Großfamilie wieder einen Sinn macht, wird es die wieder auch im deutschen Milieu geben, aber dazu müßte unser Sozialstaat erst ordentlich kollabieren.
Ich glaube aber eher, daß man allen alles wegnehmen wird, um das jetzige System noch möglichst lange am Leben zu erhalten.
Und wenn auch das dann erfolgt ist, dann kollabiert alles und dann möchte ich wirklich nicht einer der noch verbliebenen Ureinwohner sein, denn alle Fachkräfte, also echte Fachkräfte, werden dann schon das Land verlassen haben.
Es wird dann ein Land sein wo nicht nur vieles nicht mehr richtig funktioniert, es wird dann ein Land sein, wo alles kollabiert ist, von der Industrie, der Gesundheitsversorgung, wo eben gar nichts mehr funktioniert.
Wie das dann praktisch aussieht?
Ich habe es gesehen, als ich kurz nach dem Jahr 2000 das erste Mal durch Königsberg/Ostpr. gefahren bin.
Dort habe ich dann auch alte Clanstrukturen wieder angetroffen, wie ich sie aus alten DDR-Zeiten noch kannte. Das mußte sein, um zu überleben, zumindest halbwegs menschenwürdig zu vegetieren.
Und ich habe da auch Sachen und Leute gesehen, die nicht in Clanstrukturen eingebunden waren, das wünscht sich Niemand!

--
MfG
LR

Alles ist ein Windhauch.


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