Etwas abschweifend vom EM-Thema: ein Geschwafel zur Rohstoffsituation

eesti @, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Samstag, 31.01.2026, 15:44 vor 1 Tag, 4 Stunden, 54 Min. 2474 Views

bearbeitet von eesti, Samstag, 31.01.2026, 16:01

Nun, die Demographie erschlägt alle Industrienationen.
Will man die ganzen schönen Betrugsstatistiken mit dem ewigen Wachstum mal vernachlässigen; vor Ort ist davon meist nicht viel zu bemerken.
Ein Großteil ist eh nur in Zahlen ausgedrückte Bürokratie "Dienstleistungssektor boomt".
Grob gesagt hat man genug mit dem normalen Leben zu tun, so daß für Kinder meist keine Zeit ist.
Wichtiger sind neue Gimmicks, das lesen im Gelben Forum und und anderen Schwafelseiten, ein standesgemäßes Haus mit Sportwagen für den Herren und eine schöne Karre für die Dame.
Alles anfangs auf Kredit, so daß man erst halbwegs aus dem Minus raus will, bevor die Kinder geplant werden, und das nach dem Studium bis 25 oder 30. Dann bleibt oft keine Zeit mehr für auch nur ein Kind. Die biologische Uhr tickt nunmal erbarmungslos und erste gesundheitliche Probleme, und das gewohnte Leben beizubehalten, lassen einen leicht aufkommenden Kinderwunsch wieder abflauen.
Die Demographie sagt, daß uns viele Asiaten (Koreaner, Japaner und nun auch die Ostküstenchinesen) wirtschaftlich überholt haben. Man dümpelt dort schon um die 1 bei der Fertilitätsrate.
Wenn man schon bei der Demographie nicht an einer nachhaltigen Bevölkerungssteuerung interessiert ist, so sollte man doch wenigstens das tun, worum seit Jahrhunderten heißer Krieg geführt wird.
Ressourcensicherung.
Europa denkt, daß die Sondersituation der letzten Jahrzehnte, daß Rohstoffe unbegrenzt zu Weltmarktpreisen erhältlich sind, ewig anhalten wird.
Aber die letzten Monate haben gezeigt, daß wieder "normale" Zustände aufkommen, es durchaus für eine Volkswirtschaft nahezu kollabierende Auswirkungen haben kann, wenn man keine sicheren Zugriffe auf die Industriebasisversorgung hat.
Bis zu Kohls Zeiten legte man noch großen Wert auf einen ausgewogenen Enerieträgermix, erst an zweiter Reihe kam die dennoch wichtige Preisfrage.
Die Friedensdividende seit Brandt bescherte uns sichere und vor allem freundschaftspreisbillige Lieferung von Erdgas, Kohle und Erdöl. Die weitsichtige Entspannungspolitik ermöglichte uns einen Wettbewerbsvorteil, der uns die finanziellen Mittel für einen nur teilweise erarbeiteten Wohlstand, und das Geld gab, um auch Westeuropa, später auch Mitteleuropa über die EU-Integration zu alimentieren.
Es war genug Geld da, um die halbe Welt nicht nur über die offizielle "Entwicklungshilfe" zu sponsern.
Derzeit sind in Europa Personen an die Macht gebracht worden, deren intellektuellen Fähigkeiten oft sehr zu wünschen übrig lassen.
Solange sie tun, was "man" von ihnen verlangt, läßt man sie Unfug entscheiden.
Sehr zum Nachteil Deutschlands.
Die strategische Entscheidung, die Friedensdividende nicht mehr haben zu wollen, und Rußland zu einem Eingriff in der Ukraine zu provozieren war hoch riskant.
Bei einem Erfolgsfall (Unruhen und Sturz der Regierung wegen den Kriegsfolgen) hätte man sich die Rohstoffe Rußlands rauben können, wie es derzeit die USA mit den Rohstoffen der Ukraine vertraglich erledigten.
Das ist der Grund, warum zum Teufel komm raus die Kriegsfinanzierung ohne Ende betrieben wird und eine friedliche Einigung so weit möglich sabotiert wird.
Nun, es sieht derzeit nicht nach einem Sieg des Wertewestens aus.
Das moralische Bashing Rußlands wegen dem "unprovozierten Angriffskrieg", die moralische Überlegenheit des Westens ist so heuchlerisch, daß einem davon schlecht werden kann.
Jeder weiß, wie viele Angriffskriege die USA führten, was die jüdischen Herrscher im jetzt Israel genannten Palästina zelebrieren.
Aber das sind ja die "Guten", die dürfen das.
Aber das soll ja nicht das Thema sein.
Wenn Europa schon demographisch suizidieren will, so sollte doch wenigstens dafür gesorgt werden, daß der verbliebene Rest in der Zukunft sein Auskommen findet.
Ich sehe seit wenigen Jahrzehnten praktisch nirgendwo in Europa ein strategisches Denken, das über die nächsten 2-5 Jahre hinaus geht.
Urs Marti beschreibt das so etwa um Minute 7 herum ganz gut.
Aus schweizer Sicht, von außen, und doch mittendrin, kommt man wohl eher zu Ansichten, die Deutsche ob ihrer Momentanproblembekämpfung kaum erfassen.

Ich fand das nicht ganz neue, aber weiter aktuelle Video im meiner Vorschlagsliste wieder:
https://www.youtube.com/watch?v=U1ZGMEHVaPw

Meines Erachtens sollte nicht nur im Rohstoff- und Energiebereich wieder rationales Denken Einzug halten, sonst sind wir vom Weltmarkt schneller weg, als es sich der biedere Durchschnittsdeutsche derzeit ausmalen vermag.
Und ein Punkt in dem Land, wo fast nichts mehr richtig klappt, ist, daß die Menschen wieder länger arbeiten müssen. Eine 35h-Woche dazu mit Teilzeitanspruch kann demographiebedingt nicht mehr lange durchgehalten werden.
Für nichts ist mehr qualifiziertes Personal da, die Bahn ist da ein guter Indikator.
Da kann man noch 50 Mio Einwanderer ins Land holen. Wenn die auch wieder Ärzte, Einzelhandel, Schulen, Wohnraumbewirtschaftung... brauchen, deren Personal aber auch wieder nur 30Stunden arbeiten, aber dafür 80 Tage Gesamturlaubsanspruch bei Vollzeitarbeit haben und als Beamte vielleicht mit 50 Jahren in Rente dürfen....
So wird das nix!


Rohöl könnte mal wieder leicht teurer werden, wenn der Ami weiter Öl verstromen muß.
Nicht nur wir hier haben eine Gasmangelsituation im Winter.
https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=67104

Und wenn Asien weiter in dem Maße Kupfer... benötigt, aber wenig exploriert wird, dann kann es interessant werden.
Auch Wasserstoff benötigt so viel Platin, daß man einige neue Erden benötigen würde.


Unbemerkt von der breiten Weltöffentlichkeit steigt auch Uran und somit auch Uranderivate (Aktien) sacht, aber stetig an.

https://tradingeconomics.com/commodity/uranium

--
MfG
LR

Alles ist ein Windhauch.

Danke!

stokk', Samstag, 31.01.2026, 17:03 vor 1 Tag, 3 Stunden, 35 Min. @ eesti 1369 Views

Wir bedanken uns für die Übersicht. Da muss man nicht so viel in anderen blogs fremdgehen.

Schönes WE!

Gruß
stokk

Als die Türken Konstantinopel belagerten, ...

FOX-NEWS @, fair and balanced, Sonntag, 01.02.2026, 02:34 vor 18 Stunden, 4 Minuten @ eesti 1088 Views

... diskutierte währenddessen die Nomenklatura der Stadt über das Geschlecht von Engeln. Die Geschichte mag stimmen oder auch nicht, unsere politische "Elite" ist jedenfalls ähnlich verpeilt unterwegs.

Wenn eine Kultur den Blick auf das Wesentliche derart verliert, ist ihr Untergang unvermeidlich. Die Länder Europas mögen zwar dem Namen nach weiter existieren, aber die dann bestehenden Elendszonen werden nichts mehr mit dem zu tun haben, was einmal war.

Grüße

--
[image]

Afuera!

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