Kälte und was dagegen hilft.

Fairlane, Dienstag, 27.01.2026, 23:03 (vor 3 Tagen) @ Ankawor2979 Views

Ich denke man muß grundsätzlich unterscheiden ob man der Kälte draußen oder in einer Wohnung ausgesetzt ist. Beide Szenarien verlangen meiner Ansicht nach unterschiedliche Herangehensweisen.

Sitzt man im Winter in einer kalten Wohnung, sollte man sich Gedanken über alternative Heizmethoden gemacht haben und dementsprechend so viel alternativen Brennstoff haben, damit man unbeschadet über den Winter kommen kann. Gas ist ganz nett, wie ich finde, aber ein Petroleumofen ist meiner Erfahrung nach die leistungsstärkere und wirkungsvollere Lösung. Ein Gerät mit Docht und Batterie-Zündung bzw. auch der Option den Ofen mit einem Feuerzeug oder Streichholz starten zu können ist solide und krisenfest. Pro Heizstunde verbraucht man um die 250ml Petroleum und die meisten Öfen bringen 2-2,5kW Leistung womit sich ein kleinerer Raum schnell heizen läßt. Und da sind wir beim nächsten Punkt: Rückzug des Lebensmittelpunktes auf einen kleineren Raum, der sich leichter heizen läßt und in den man im Extremfall noch das Innenzelt oder gleich ein komplettes, kleines Outdoor-Zelt stellt, weil wenn man darin schläft noch weniger Wärme verloren geht. Ich meine das vollkommen ernst und es funktioniert.
Vervollständigt wird dieses ganze Setup noch durch herunterlassene Rollos damit über ein Fenster und dessen Scheibe noch weniger Wärme verloren geht und am besten legt man sich vernünftige Kleidung für den Winter zu, sprich: Merino Unterwäsche - lang - gute Merino-Woll-Oberteile, Filz-Einlagen für Winterstiefel, Sturmhaube, Wollmütze.

Das ist gewiss keine günstige Anschaffung, aber diese zahlt sich aus.
Nicht zu vergessen ist, dass der eigene Körper auch nur vernünftig Wärme produziert, wenn man kalorienreiche Nahrung zu sich nimmt.

Draußen bei Kälte zu überleben ist wesentlich härter - ich habe da meine eigenen Erfahrungen bei -15 Grad gesammelt, unter einem Tarp und glücklicherweise auf einer mit Dunen gefüllten Luftmatratze und mit einem Schlafsack der für diese Temperatur geeignet war. Allerdings hatte er keinen Wärmekragen, was die Nacht unangenehmer machte. Lebensnotwendig ist Abstand zum Boden, so wie im Video beschrieben. Und auch hier gilt: Mit Kleidung in den Schlafsack, alles andere ist Blödsinn, der einen tötet.

Geht eine solche Aktion über mehrere Tage, zehrt einen die Kälte total aus und abhängig davon, ob man ein Feuer zum Wärmen wagen kann, oder nicht, spitzt sich die persönliche Lage dramatisch zu. Auch hier ist richtige, wintertaugliche Kleidung unersetzlich. Betätigt man sich körperlich, schwitzt man und diese Feuchte muß raus. Auch dringt Feuchte unweigerlich in den Schlafsack, dieser gefriert dann sobald man ihn verlässt und er feucht auskühlt. Demnach ist eine Dampfsperre erforderlich, im Prinzip ein dünner wasserdichter Sack aus Silnylon, oder im Notfall in Müllsack. Das nur mal so am Rande - in Outdoor-Foren gibt es reichlich Details zu diesem Thema...ich kann nur jedem raten von derartigen Aktionen ohne eingehende Überlegungen abzusehen, denn das endet unangenehm.

Es ist ein riesen Unterschied ein, zwei Stunden bei knackigen Minusgraden durch den Wald zu laufen oder dort 24h oder länger zu verweilen. Sobald man sich ausruhen will oder muß, kommt die Kälte.

Gruß, Fairlane


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