Den Rechtschreibe-Nazis weine ich nicht hinterher...

Andudu, Montag, 05.01.2026, 16:45 (vor 6 Tagen) @ paranoia1849 Views
bearbeitet von Andudu, Montag, 05.01.2026, 16:58

...und sehe mit Genugtuung, dass die endlich den Mund halten, insbesondere BBouvier, der mir ungefragt Privatnachrichten mit Korrekturen meiner Kommentare zuschickte, sowas geht in Richtung Geistesstörung.

Vielleicht ist das vielen nicht klar, was für einen Hass meine Generation auf diese altklugen Schwätzer hat, während wir in der Schule maximal von der eigenen Sprache entfremdet wurden!:

Todlangweilige Literatur, in der Grammatik lateinische Begriffe, die niemand intuitiv versteht und alle umgehend wieder vergessen (ich kenne buchstäblich niemanden meines Alters, der auch nur ansatzweise die Grammatikregeln behalten hat, während meine Eltern diese noch auf deutsch lernten und wenigstens zum Teil noch beherrschen, es war eine maßlose didaktische Blödheit, lateinische Fremdwörter einzuführen). Vieren und Fünfen in Aufsätzen, nicht weil ich die Wörter falsch geschrieben hätte (ich habe immer viel gelesen, sogar den langweiligen Schulkram) sondern i.d.R. wegen der zig geistesgestörten Kommaregeln (die wiederum ein tieferes Verständnis der Grammatik erforderten, welches ich nie erlangte und die meisten Lehrer m.E. auch schon nicht).

Von daher bin ich nachträglich über die Verwirrung durch die "neue Rechtschreibung" froh, sie hat die altklugen Belehrungen von Leuten mit Egoproblemen quasi beendet.

Leider geht es mittlerweile ins gegensätzliche Extrem, vor allem die Vermischung von Englisch mit Deutsch führt zu zahlreichen Unleserlichkeiten, dazu Genderblödsinn, automatische Rechtschreibekorrekturen, Kanaksprak usw. teilweise wird in den Firmen gar nicht mehr deutsch gesprochen, ein fauler Fremdsprachler reicht, damit sich der gebildet wähnende möchtegern-weltgewandte Akademiker bereitwillig-devot in englisches Kauderwelsch stürzt. Wissenschaftliche Veröffentlichungen gibts m.W. auch kaum noch auf deutsch usw.

Wenn wir das nicht in den Griff bekommen, gibt es unsere Sprache in zwei Generationen nicht mehr oder nur noch als entstellte rudimentäre Pidginsprache (und falls wir es in den Griff bekommen, sollten wir einen positiven Bezug zur eigenen Sprache aufbauen, altkluger, belehrender Perfektionismus und überbordende Formalisierung und Regulierung sind dazu gerade nicht geeignet, im Gegenteil).

Von einem Extrem ins andere, vom totalen übertriebenen Perfektionismus direkt in die totale Vernichtung, was könnte deutscher sein? Das richtige Maß zu finden, ist offenbar einfach nicht unsere Sache...


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