Aber notwendig und auf alle Fälle nachvollziehbar.
Einen Kameraden aus unserer Einheit hat man vor Gericht gestellt, aufgrund eines Tötungsdeliktes im Zusammenhang mit einer tätlichen Auseinandersetzung, wo er angegriffen wurde. Sein Glück war dreierlei:
- ein guter Anwalt
- er konnte nachweisen, dass der Getötete ihn angegriffen hat und nicht umgekehrt
- ihm wurde das Argument zugute gehalten, dass ihm diverse Griffe und Schläge unter Drill beim Militär beigebracht wurden, die einen Automatismus ausgelöst haben. So ähnlich, als wie wenn man auf einen Knopf drückt.
Natürlich habe ich auch nicht vergessen, welche Griffe das sind, und wenn es um die Abwendung einer Gefahr für meine Familie geht, dann würde ich das auch jederzeit anwenden. Würde auch klar funktionieren, weil man mir das bei mir in meinem Alter gar nicht vermutet.
Man sollte sich aber auch darüber im Klaren sein, dass ich nicht der Einzige bin, der in einer Kommandoeinheit gedient hat. Es existiert also eine latente Gefahr für Leute, die Gewalttätigkeiten an Schwächeren bevorzugen, wenn sie dabei an den Falschen kommen.
Ich danke unserm Herrgott, dass ich (bis jetzt) niemals in eine derartige Situation gekommen bin. Denn auch jemand, der es eigentlich verdient hat, nach einem tätlichen Angriff auf Unschuldige seine finale Lektion bekommen zu haben, wurde von einer Mutter unter Schmerzen geboren. Es ist und bleibt eine psychische Belastung für denjenigen, der vielleicht juristisch im Recht war, aber sein Leben lang diesen Vorfall nicht aus seinem Gedächtns streichen kann.
Woran ich mich noch (lächelnd) erinnere, ist ein Vorfall aus den 70er Jahren, als meine erste Frau im 5. Monat war und ihr so ein Türkenjunge ein Bein gestellt hat, dass sie fast hingefallen wäre. Ein Glück, ich war damals nicht dabei. Aber ich bekam Kenntnis von dem Vorfall und wusste auch, wer dieser Hornochse war. Aber er weiß bis heute nicht, warum er später im Krankenhaus gelandet ist. Und wenn auch, heute ist das seit Langem verjährt.