Die CDU betreibt Wahlwerbung für SPD…

Kaladhor, Münsterland, Dienstag, 19.03.2024, 10:15 (vor 36 Tagen)1776 Views
bearbeitet von Kaladhor, Dienstag, 19.03.2024, 10:19

Mit der Ankündigung, das Bürgergeld durch eine Grundsicherung, die wieder auf Zwang und Sanktionen setzen soll, ersetzen zu wollen, betreibt die CDU Wahlwerbung für die SPD.

Was die CDU bis heute nicht verstanden hat ist, dass es schon immer Menschen in unserer Gesellschaft gegeben hat, die trotz Erwerbsfähigkeit niemals gearbeitet haben, und sich stattdessen mit Sozialhilfe und später Hartz IV durchgeschlagen haben…Anteil an der Gesamtanzahl Bedürftiger wahrscheinlich im Promille-Bereich. Diese Gruppe wird sich auch durch Sanktionen niemals zu irgendwas zwingen lassen.

Dann gibt es die bedürftigen Arbeitsfähigen, die schlicht und ergreifend rechnen können. Die ganz einfach erkannt haben, dass sie mit einer Arbeitsaufnahme unterm Strich sich schlechter stehen als wenn sie nicht arbeiten. Diese Menschen lassen sich dauerhaft krank schreiben - psychische Erkrankungen bieten sich da hervorragend an.

Und dann gibt es jetzt die neue Gruppe, die das Arbeiten eingestellt haben, weil das Bürgergeld erhöht wurde, und sich arbeiten für diese Gruppe nicht mehr rechnet.

Was alle Parteien bis heute nicht begriffen haben ist, dass man die Leute nur dann zur Aufnahme einer Arbeit animieren kann, wenn am Ende des Monats mindestens 1000€ mehr unterm Strich herauskommen als wenn ich nicht Vollzeit arbeiten gehe.
Gleichzeitig muss dieses schwachsinnige Zuflussprinzip abgeschafft werden, dass oftmals die größte Hürde bei der Arbeitsaufnahme darstellt. Es ist doch völliger Blödsinn, die im Voraus gezahlte Leistung Bürgergeld bereits um den Betrag zu reduzieren, den der Leistungsempfänger erst am Ende des Monats als Lohn oder Gehalt ausgezahlt bekommt (und der letztlich ja zur Bestreitung des Lebensunterhalts bis zur nächsten Lohnzahlung benutzt werden soll!). Letztlich ist das Zuflussprinzip die größte Arbeitsverhinderungsmassnahme!

Grüße

Edit:
Worüber auch nachgedacht werden sollte ist, ob man nicht endlich gewisse „Zugangsbedingungen“ zu unserem Sozialsystem definiert, so wie es andere Länder auch betreiben.

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Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!


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