Die AfD: Der gute Geist von Essen wurde in Magdeburg begraben.
Die AfD war von ihrer Gründung her gesetzt als eine Partei zur Stabilisierung der herrschenden Verhältnisse. Das Grundmuster: Euro- / Migrations- / Kulturkritik - Ja bitte. Veränderung der echten Herrschaftsverhältnisse (raus aus dem Euro, raus aus der EU, raus aus der Nato, weg vom globalen Kapitalismus im Dienste von London und NYC) - Nein, Danke.
Es ist das Muster, das man bei vielen "rechten" Parteien sieht: PIS in Polen, Meloni in Italien, Schwedendemokraten u.v.a.m. Diese Parteien dürfen herumkrakelen wegen Migration und Kultur und Blut und Boden. Aber sie dürfen nichts, gar nichts, an den wirklich wichtigen Fragen verändern wollen: Militär. Wirtschaft. Geld. Macht. Und wenn sie das gut machen, dann dürfen sie sogar in die Regierung.
Die AfD hat entgegen aller Erwartung es auf dem Bundesparteitag in Essen 2015 geschafft, sich dieser Positionierung zu entziehen. Lucke musste gehen. Ein klar EU-kritischer Kurs setzte sich durch. Abzug der fremden Truppen steht nicht nur im Programm, sondern wurde auch glaubwürdig gefordert. Die AfD wurde tatsächlich zur Alternative für Deutschland.
Aber jetzt Magdeburg. Auf dem Bundesparteitag wurde der Beitritt zur ID-Partei beschlossen. Die ID-Partei ist eine Partei nach EU-Recht. Eine EU-Partei. Die AfD wird zum deutschen Landesverband dieser EU-Partei. Das heißt, zukünftig wird die AfD nicht mehr in der EU für Deutschland sprechen, sondern nur noch als Teil der ID als irgendwie rechtskonservative Stimme des vereinten Europas.
Das ist ein Kategorien- und Positionswechsel: Nicht mehr Souveränität, sondern "irgendwie international abgestimmte Reformen" sind das Ziel.
Neben vielem anderen impliziert dieser Beschluss die Akzeptanz der "EU so wie sie halt ist". Entsprechend hören wir jetzt das ganze Spitzenpersonal der AfD die gleiche Leier sagen. Weidel / Krah: Dexit geht nicht, nur irgendwie die EU reformieren (was ohne Dexit unmöglich ist). Chrupalla: Der Euro könnte ja vielleicht weiter bestehen.
Noch nicht ausgesprochen wird, dass mit diesem Beitritt auch die bisherige AfD-Forderung nach dem Abzug aller ausländischen Truppen obsolet wird, da die EU sich vertraglich an die Nato gebunden hat und sowieso die EU massiv militarisiert wird.
Im Kern wurde die AfD in Magdeburg auf den Stand vor Lucke's Abgang 2015 in Essen zurückgeführt.
Ob es noch einmal eine Aufwallung gegen die Führung geben wird? Schwierig. Die AfD ist schon, auch das zeigt Magdeburg (Vergabe vieler Listenplätze ohne Gegenkandidaten, Dominanz einer "fetten" Funktionärsschicht), in weiten Teilen eine Funktionärs- und Mandatsträger-, also eine Altpartei. Ob die Basis sich da noch einmal wird behaupten können?
Auch ist die Führung geschickter als Lucke: Sie reden brutal national - und handeln international. Lucke war da integrer: Er sagte recht offen und ehrlich, was er wollte.
Dass die Mainstreammedien sich über die Personen auslassen und von einem Rechtsruck reden - geschenkt. Was anderes würde man von diesem gesteuerten, ahnungslosen Vereinen erwarten, als Verschleierung und Ablenkung vom wirklich Wichtigen? Ich würde sogar sagen, diese Meldungen sind bewusst lanciert, um die tatsächliche Linkswendung, die Unterwerfung unter die Internationalisten zu verdecken.
Der gute Geist der AfD von Essen wurde in Magdeburg begraben.