Leserzuschrift: funktionierendes Modell (im kleinen Maßstab) für regierungsferne Autonomie - als Anregung

Dieter, Freitag, 07.07.2023, 09:46 (vor 972 Tagen) @ Dieter3080 Views

Gemeindeorganisation und Ordnung

Amische Gemeinden sind autonom und können mit Mehrheitsbeschluss ihre Ordnung, die über weite Strecken die Lebensführung regelt, ändern. Zweimal im Jahr findet eine sogenannte „Ordnungsgemeine“ statt, ein Sonntagsgottesdienst, in dem über die Ordnung verhandelt werden kann. Ein normalerweise zwei Wochen später stattfindender Abendmahlsgottesdienst kommt nur zustande, wenn Einigkeit über die Ordnung erzielt wird.

Einigkeit kann bei abweichenden Meinungen auch dadurch erreicht werden, dass die kleinere Gruppe die bestehende Ordnung einstweilen akzeptiert, oft in der Hoffnung, dass sich die Mehrheitsverhältnisse in absehbarer Zeit verändern werden. Sind nur eine oder sehr wenige Familien abweichender Meinung, besteht die Lösung oft darin, dass diese Familien umziehen und sich Gemeinden anschließen, deren Ordnung ihren Vorstellungen entspricht.

Kann trotz der oben genannten Lösungsmöglichkeiten dauerhaft keine Einigkeit erzielt werden, bleibt als Lösung nur eine Spaltung, die dann normalerweise zur Entstehung einer neuen Untergruppe der Amischen führt.

Diese Gemeindeautonomie führt dazu, dass es eine sehr große Zahl verschiedener lokaler Ordnungen gibt. Gemeinden mit ähnlicher Ordnung und meist gemeinsamer Geschichte bilden Gemeindebünde (englisch: affiliations), innerhalb derer Prediger und Gemeindemitglieder die jeweiligen Ortsgemeinden frei wechseln können. Gemeinden, die ihre Ordnung zu sehr ändern, indem sie beispielsweise den Besitz von Autos zulassen, werden nicht mehr als zu den Amischen alter Ordnung zugehörig betrachtet.
Gemeindeleitung

Die Gemeindeleitung liegt in den Händen von Männern, die in einem Verfahren aus Wahl und Los bestimmt werden. Üblicherweise hat eine amische Gemeinde etwa 150 Mitglieder, einen Bischof („völliger Diener“), zwei Prediger („Diener zum Buch“) und einen Diakon („Armendiener“). Um ein solches Amt zu besetzen, gibt es eine Wahl, bei der jedes Gemeindemitglied einen Mann benennen kann, den er oder sie für fähig hält. Die Namen aller, die eine Mindeststimmenzahl erhalten haben, kommen in ein Los, aus dem dann der Name des neuen Amtsträgers gezogen wird. Auf diese Weise bestimmte Männer können das Amt nicht ablehnen und sind auf Lebenszeit bestellt. Sie erhalten für ihr Amt weder eine Bezahlung noch eine besondere Ausbildung. Viele beten, dass das Los an ihnen vorbeigehen möge.[27]

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Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.


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