Das Versagen der Pädagogen in der Panik-Pandemie - Der Rückfall in die „Schwarze Pädagogik“

Falkenauge @, Freitag, 23.06.2023, 08:25 vor 984 Tagen 2489 Views

bearbeitet von Falkenauge, Freitag, 23.06.2023, 09:11

Die Schulen und Kindergärten sind in der Corona-Krise den Gewaltmaßnahmen des Staates obrigkeits- bzw. parteihörig gefolgt und haben zugelassen und mitgewirkt, dass den ihnen anvertrauten Kindern große Schäden zugefügt wurden, deren Ausmaß noch gar nicht abzusehen ist. Nur wenige Pädagogen haben sich selbstlos widersetzt und Konsequenzen in Kauf genommen. Jetzt, da selbst autoritäre Vertreter des Staates viele drastische Maßnahmen bis zu Schulschließungen als Unsinn und Fehler einräumen, herrscht bei den Pädagogen noch immer großes Schweigen. Bernd Schoepe, Politik-, Deutsch- und Philosophielehrer an einer Hamburger Stadtteilschule, hat früh seine Stimme erhoben und fordert auch im nachfolgenden Beitrag beharrlich eine pädagogische Aufarbeitung.

Das Versagen der Lehrer und Erzieher in der Panik-Pandemie:

Die schwarze Corona-Pädagogik und ihr beharrliches Schweigen

Plädoyer für eine pädagogische Aufarbeitung der Covid19-Krise

Von Bernd Schoepe

„Die Wahrheit lässt sich nicht mehr verstecken. Doch jetzt verstecken sich die Menschen vor der Wahrheit.“ Lehrer, Erzieher und ihre Verbände haben es in der Corona-Krise versäumt, sich vor die ihnen zum Schutz anvertrauten Kinder und Jugendliche zu stellen. Damit haben sich viele mitschuldig gemacht. Ein Plädoyer für eine pädagogische Aufarbeitung der Covid-19-Krise.

Schule und Lehrer unter Corona fielen – wieder – der schwarzen Pädagogik anheim

Gemäß den Schulgesetzen der Länder, so im Schulgesetz der Freien und Hansestadt Hamburg, in der ich bis Februar 2021 als Lehrer für die gymnasiale Oberstufe unterrichtet habe, haben Schule und Unterricht den Auftrag, „das eigene körperliche und seelische Wohlbefinden ebenso wie das der Mitmenschen zu wahren (…) sowie für die Gleichheit und das Lebensrecht aller Menschen einzutreten“. (1)

Artikel 6, Abs. 2 der nordrhein-westfälischen Landesverfassung besagt:
„Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Entwicklung und Entfaltung ihrer Persönlichkeit, auf gewaltfreie Erziehung und den Schutz vor Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung. Staat und Gesellschaft schützen sie vor Gefahren für ihr körperliches, geistiges und seelisches Wohl. Sie achten und sichern ihre Rechte, tragen für altersgerechte Lebensbedingungen Sorge und fördern sie nach ihren Anlagen und Fähigkeiten.“

Diese Grundsätze und Grundrechte sind während der Corona-Zeit massiv missachtet worden. Das „körperliche und seelische Wohlbefinden“ litt drastisch unter Lockdowns, Masken-und Testzwang und einer monatelang andauernden sozialen Isolation der Kinder und Jugendlichen. Die „Gleichheit und das Lebensrecht aller“ Kinder wurden durch den Entzug von Bildung ebenso verletzt wie durch die stark vom sozialen Status der Eltern abhängigen Bedingungen beim home-schooling und das Verbot, mit Gleichaltrigen zusammen zu sein.

Die Kinder wurden zu Objekten obrigkeitsstaatlich agierender Regierungen degradiert. Sie wurden einem Wust von Maßnahmen, die noch dazu ständig wechselten, unterworfen, ohne je selbst gehört zu werden.
Die rigiden Regeln der Corona-Pädagogik waren:
• Nicht anfassen! Abstand halten!
• Nicht miteinander spielen!
• Nicht toben!
• Nicht frei bewegen!
• Nicht spontan sein!
• Nicht sich unbändig freuen! (Denn dann verrutscht die Maske!)
• Nicht berühren! Keine Zärtlichkeiten!
• Und: nicht frei atmen!

Das, was den jungen Menschen damit angetan worden ist, kann kaum anders als mit dem Ausdruck der „Schwarzen Pädagogik“ belegt werden. Unter diesem Begriff werden Erziehungsmethoden zusammengefasst, die mit Gewalt, Einschüchterung oder Angsterzeugung arbeiten.
Zur schwarzen Pädagogik
„gehören alle Handlungen, mit denen ein Kind unter Einsatz körperlicher oder seelischer Mittel zu bestimmten Handlungen bzw. zu einem bestimmten Verhalten gebracht werden soll, wie (…) Manipulation, Ängstigung, Liebesentzug, Isolierung, Misstrauen, Demütigung, Verachtung, Spott, Beschämung, Gewaltanwendung bis hin zur Folter.“ (3)

Denn obwohl spätestens nach dem ersten Lockdown hinreichend deutlich geworden war, dass die Maßnahmen teils auf übertrieben dargestellten, teils sogar auf evidenzlosen Annahmen gründeten, blieb das überaus strenge Regime an den Schulen über die gesamte Corona-Zeit hin bestehen.
Nie aber ging vom SARS-CoV-2-Virus allgemein eine so große Gefahr für die Gesundheit oder gar für Leib und Leben der Kinder, Lehrer und Eltern aus, dass dieses Regime dadurch gerechtfertigt gewesen wäre. Dafür rief es verharmlosend „Kollateralschäden“ genannte immense Folgen hervor, die sich tatsächlich zur größten Gesundheitskrise in der neueren Geschichte ausweiten sollten, von der insbesondere junge Menschen betroffen sind.

Die rigiden Maßnahmen hemmten die natürliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, setzten sie mindestens anderthalb Jahre unter Dauerstress- und Angst, stahlen ihnen wichtige Lebensjahre und zwangen sie unter ein lebensfeindliches Hygieneregime.
Man schreckte nicht davor zurück, den Kindern ¬ – gleichfalls ohne Evidenz – ein schlechtes, schuldbeladenes Gewissen einzubläuen (todbringende „Superspreader“, „Ihr seid schuld, wenn Oma stirbt“!), durch das sie von Angststörungen und Traumatisierungen noch viele Jahre, schlimmstenfalls
ihr ganzes Leben lang, heimgesucht und belastet werden.

Als Schwarze Pädagogik der übelsten Sorte lässt sich auch der z.T. von Lehrern und Schulleitungen ausgeübte Impfdruck und die Ausgrenzung und Diskriminierung maskenbefreiter und nicht-geimpfter Kinder bezeichnen. Kindern, deren Eltern die höchst fragwürdigen und medizinisch nicht begleiteten Tests ablehnten, mit denen die Schüler mehrmals die Woche traktiert wurden, wurde das Recht auf schulische Bildung genommen, denn gegen Schüler, die den Test verweigerten, wurden „Betretungsverbote“ der Schule verhängt.

Eltern, die sich schützend vor ihre Kinder stellten, mussten mit ansehen, wie ihnen Jugendämter unter Einsatz massiven Polizeiaufgebots die Kinder wegnahmen und sie in Pflegefamilien gaben.

Bericht einer Kinderärztin

Die Kinderärztin Dr. Andrea Knipp-Selke, Mitautorin der interdisziplinären Thesenpapiergruppe zum Themenkreis Covid-19 Schrappe et al., berichtete über Fälle von Kindern, die sich aufgrund großer psychischer Belastung durch schulischen Impfdruck, hilfesuchend und verzweifelt an ihre Praxis wandten:

„Der Druck auf die Jugendlichen sich impfen zu lassen, ist sehr groß. Das geht so weit, dass die Lehrer die Tafel aufklappen und auf der einen Seite stehen die ungeimpften Kinder und auf der anderen Seite die geimpften Kinder und die ungeimpften Kinder müssen sich dann täglich testen lassen. Ein anderes Kind erzählte uns, dass die Lehrerin jeden Morgen alle Schüler aufruft und sie fragt, ob sie geimpft oder nicht-geimpft sind, und die, die geimpft sind, bekommen einen Applaus und die nicht geimpften einen bösen Blick der Lehrerin oder werden aufgefordert sich dafür zu rechtfertigen.
Ein Schüler berichtete, dass, als er über den Schulflur lief, eine Lehrerin ihn anherrschte, ob er sich denn jetzt endlich habe impfen lassen, schließlich wolle man nicht wegen ihm sterben. Zu den Masken erinnere ich mich an ein Mädchen, das wegen der FFP-2-Maske im Sportunterricht zusammengebrochen ist. Dann kam die Lehrerin und riss ihr nicht etwa die Maske vom Gesicht, sondern wies sie an, mal flacher zu atmen. Oder: der Impf-Bus fährt vor der Schule vor und die Mittelstufenschüler gehen zur Impfung und der Impfpass wird am Eingang zum Impf-Bus durch die Oberstufenschüler kontrolliert, – so etwas wie ein Arztgeheimnis gibt es da nicht mehr. (…) Das ist sicherlich nicht an allen Schulen so. Aber es sind beileibe auch keine Ausnahmefälle. (…)
Was die Impfung betrifft, so hat keiner der Jugendlichen Angst vor der Infektion, sie wollen einfach nur ihr Leben zurück.“
(4)

Folgen der Isolierung und Angsterzeugung

Und heute? Ein befreundeter Kollege erzählt mir von der Situation in seinen Klassen. Ein Drittel der Schüler seien in ärztlicher oder therapeutischer Behandlung. Massiv treten auf: Schlafstörungen, Depressionen, Lethargie, Antriebslosigkeit, völlige Hilf- und Orientierungslosigkeit in praktischen Dingen. Arhythmie bestimme immer noch das Leben eines signifikanten Teils der Schülerschaft. Die Lernrückstände seien besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern so groß, dass sich die Lücken kaum schließen lassen.

Den ausführlichen, aber lohnenden Artikel hier weiterlesen:

Das Versagen der Pädagogen? Wirklich?

FredMeyer @, Mitten in der Karibik, Freitag, 23.06.2023, 09:42 vor 984 Tagen @ Falkenauge 2020 Views

Nach meiner Meinung träfe die Formulierung "Das Versagen der Gesellschaft" besser die gesamte gegenwärtige Misere. Und die ist nicht nur auf die zurückliegenden Corona-Exzesse beschränkt. Die Misere dauert an. Und mittlerweile kann ich begreifen, warum in der Hitler-Zeit sich ein Großteil der Gesellschaft für die damalige Ideologie begeistert hat. Wenn nach landläufiger Ansicht, die damals Ideologie-Begeisterten als Nazis anzusehen waren, dann sind doch die heutigen Ideologie-Begeisterten gleichfalls Bilderbuch-Nazis. Die Formel rechts = Nazi geht dann nicht mehr auf.

In der Corona-Zeit hat ein Professor der Frankfurter Uni in der FAZ dafür plädiert, die Impfunwilligen nach GESTAPO-Manier früh morgens aus den Betten zu holen, um sie zwangsimpfen zu lassen. Wie war das damals mit der Zwangssterilisation?

Ein Lehrer, der die Tafel dazu missbraucht, um die Spaltung von Kinderseelen zu betreiben, gehört nicht in den Schulbetrieb, der sollte sich einen Job suchen, um die anteiligen Kosten, die sein Studium der Allgemeinheit verursacht hat, auf Heller und Pfennig zurückzuzahlen.

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Fred

Anderes Thema

Falkenauge @, Freitag, 23.06.2023, 12:15 vor 984 Tagen @ FredMeyer 1711 Views

"Nach meiner Meinung träfe die Formulierung "Das Versagen der Gesellschaft" besser die gesamte gegenwärtige Misere."

Das schließt sich doch nicht aus. Das Versagen der Gesellschaft ist ein eigenes Thema. Hier geht es um das spezielle Versagen der meisten Pädagogen in ihrem Verantwortungsbereich.

Ein unlösbares Problem.

FredMeyer @, Mitten in der Karibik, Freitag, 23.06.2023, 13:43 vor 984 Tagen @ Falkenauge 1674 Views


Das schließt sich doch nicht aus. Das Versagen der Gesellschaft ist ein eigenes Thema. Hier geht es um das spezielle Versagen der meisten Pädagogen in ihrem Verantwortungsbereich.

Manch meiner Ansicht ist es aber nicht richtig, nur Teile der Gesellschaft unter die Lupe zu nehmen. Die Pädagogen für sich alleine zu betrachten, macht doch nur Sinn, wenn es ausschließlich um Auswirkungen bei Pädagogen in einem wie auch immer gearteten geschlossenen Kreis gehen würde. Alleine diese Formulierung zeigt doch schon, dass das ein ziemlicher Käse ist. In einer Gesellschaft sind die Pädagogen eben ein wichtiger Teil, auch die Gesellschaft formt die Pädagogen und es kommt zu Rückwirkungen vice versa.

Solange Menschen nicht gesamtverantwortlich handeln, ist es fraglich ob man speziellen Gruppen wie der Polizei oder den Pädagogen zuviel Macht zugesteht, die eben von anderen Gruppen missbraucht werden kann. Ich fürchte wir werden dieses Problem nie lösen können.

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Fred

Nur für Dich

Falkenauge @, Freitag, 23.06.2023, 16:23 vor 983 Tagen @ FredMeyer 1476 Views

Man kann sich doch in einem Artikel ausschließlich einem Teilaspekt eines gesellschaftlichen Problems zuwenden, ohne damit die Lösung des Gesamtproblems zu behaupten.

Für ALLE

NST @, Südthailand, Samstag, 24.06.2023, 03:47 vor 983 Tagen @ Falkenauge 1398 Views

bearbeitet von NST, Samstag, 24.06.2023, 03:54

Man kann sich doch in einem Artikel ausschließlich einem Teilaspekt eines gesellschaftlichen Problems zuwenden, ohne damit die Lösung des Gesamtproblems zu behaupten.

Im Prinzip folgst du genau dem wissenschaftlichen Ansatz - ein Gesamtproblem in Einzelteile zu zerlegen und diese dann zu analysieren.

Das führt natürlich auch zu brauchbaren Ergebnisssen - in den einzelnen Teilbereichen. Versucht man dann aber, diese analysierten Teilbereiche wieder zu einem GANZEN zusammenzubauen - dann passen die Teile nicht mehr zueinander.

So funktionieren vereinfacht gesagt - die modernen Wissenschaften. (Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, nur mal so als Hinweis)

Obwohl genau auch dieses Problem der modernen Wissenschaft nicht entgangen ist, macht man einfach weiter wie bisher, weil ein anderer Weg zu keiner Art schnellerer Lösung führt.

So setzt man sich selbst erfüllende Phänomene in Gang .... die niemand mehr aufhalten kann.

Was Goehte schon wusste ....

Illusionen
Gar oft im Laufe des Lebens, mitten in der größten
Sicherheit des Wandels bemerken wir auf einmal,
daß wir in einem Irrtum befangen sind,
daß wir uns für Personen, für Gegenstände einnehmen ließen,
ein Verhältnis zu ihnen erträumten, das dem erwachten
Auge sogleich verschwindet;
und doch können wir uns nicht losreißen,
eine Macht hält uns fest, die uns unbegreiflich scheint.

... und der starb 1832

Gruss

--
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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Alle

Falkenauge @, Samstag, 24.06.2023, 09:09 vor 983 Tagen @ NST 1266 Views

Meine Güte, über das gesellschaftliche Gesamtproblem habe ich weiß Gott viele Artikel veröffentlicht. Hier geht es um das spezielle Versagen im pädagogischen Bereich. Wieso passt das nicht mit dem Gesamtproblem zusammen? Du führst doch eine vollkommen abstrakte Diskussion.

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