Unrealistische Empfehlungen für die Mehrheit der angestammten Bevölkerung.
Ich halte prinzipiell gar nichts davon, wenn Defätisten kritische Menschen mit Sachverstand zum Auswandern aufwiegeln. Berninger reiht sich nun auch noch in die Riege von Michael Mross usw. ein, die das süße Leben im Ausland in der Sonne und unter Palmen anpreisen.
Selbstverständlich gibt es einen Trend zum Auswandern von gut ausgebildeten Deutschen. Ich vermute aber, dass der Großteil von ihnen nicht wegen zunehmender Distanz zum Staat BRD und deutscher Gesellschaft unserem Land den Rücken kehrt, sondern aus ganz pragmatischen, hedonistischen Gründen.
Ich habe viel mit Freiberuflern im IT-Umfeld zu tun, wo etliche in den vergangenen 5 Jahren ausgewandert sind oder als digitale Nomaden unterwegs sind. Hauptzielländer sind Schweiz, Spanien/Kanaren, Griechenland, Namibia und Südafrika. Also alles Länder mit gleicher oder ähnlicher Zeitzone wie Deutschland, wo man seinen beruflichen Verpflichtungen nachkommen kann.
Keiner von ihnen ist wegen einer kritischen Einstellung zum Staat weggegangen, sondern rein aus Gründen der Selbstverwirklichung, mit der Absicht, wieder nach DE zurückzukommen, wenn sich die Rahmenbedingungen oder persönlichen Interessen geändert haben.
Homeoffice und Remotearbeiten im Zuge der Corona-Plandemie haben dieser Art hedonistischen Auswanderung großen Auftrieb gegeben, neben der Binnenwanderung in Deutschland in ländliche Räume oder in den Osten Deutschlands. Verbunden ist dieser Lebensstil in der Regel mit Kinderlosigkeit und einem Partner, der seine beruflichen Ambitionen auch durch Remotearbeit verwirklichen kann.
Gruß Plancius
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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER