Fortsetzung, „Unser Bewusstsein existiert unabhängig von unserem Gehirn“

mabraton @, Montag, 24.04.2023, 09:17 vor 1042 Tagen 5275 Views

bearbeitet von mabraton, Montag, 24.04.2023, 09:21

Hallo zusammen,

Das Thema "Nahtoderfahrungen eines Neurochirurgen: „Unser Bewusstsein existiert unabhängig von unserem Gehirn“ ist schon durchgerutscht, daher dieser neue Faden.

Die ungeklärte Frage ist, gibt es ein Leben vor dem Tod? ;)
Dass das Erleben nach dem Tod nicht aufhört kann als gesichertes Wissen angesehen werden.

Zum Thema Gehirn und Bewusstsein, hier die Sichtweise des erfahrenen buddhistischen Meisters Shamar Rinpoche,

Im Allgemeinen betrachten die Menschen heute den Geist aus einer wissenschaftlichen Perspektive. Vielleicht setzen sie den Geist, der ein Prozess ist, mit dem Gehirn gleich, das ein körperliches Organ ist. In diesem Fall ist es leicht, den Geist nur als eine Ansammlung von Nerven zu sehen, die elektronische Signale übertragen und verarbeiten, wie ein Computer aus Fleisch und Blut. Ich sollte Ihnen sagen, dass, wenn der Geist auf diese Weise funktionieren würde, es keinen Grund zum Meditieren gäbe. In der Tat könnte man mit einem solchen Geist überhaupt nicht meditieren. Für Buddhisten ist der Geist jedoch nicht so. In buddhistischer Sprache sagen wir, dass der Geist klar ist. Klarheit bedeutet hier, dass der Geist sich selbst verstehen kann. Wir können Dinge verstehen, weil die wahre Natur des Geistes Selbstverständnis ist. Andernfalls könnten wir nichts lernen. Lernen im buddhistischen Sinne bedeutet, Selbst-Verständnis zu erlangen.
~ Kunzig Shamar Rinpoche (Shamarpa)

Shamarpa starb am 11.4.2014 im Buddhistischen Zentrum Renchen-Ulm Morgens beim Frühstück mit seinen Schülern an einem plötzlichen Herztod. Ein paar Tage zuvor hatte er angekündigt, dass er bald sterben werde. Seine Ankündigung wurde den Freunden allerdings erst nach seinem Tod klar. Er hatte ihnen einen Tag vorher mitgeteilt, dass er am Abend des nächsten Tages seine letzte Mahlzeit einnehmen werde. Sein Körper war nach dem der Arzt seinen Tod festgestellt hatte noch mehrere Tage warm. Bei Meditationsmeistern kommt es oft vor, dass der Geist nach dem Tod im Körper in einem bewussten Zustand bleibt, was zur Folge hat, dass der Zerfallsprozess des Körpers nicht einsetzt.

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Ein prominentes Beispiel ist der Körper des burjatischen Chambo Lama Itigilow. Er starb 1927, vor über 90 Jahren, und sein Körper ist bis heute nicht verwest. Ich habe ihn vor 5 Jahren gesehen und mit den Mönchen gesprochen die seinen Körper pflegen. Sie schneiden ihm regelmäßig Haare und Finger-/Fußnägel. Sein Körper wurde von Wissenschaftlern untersucht mit dem Ergebnis, dass er viele Merkmale eines lebenden Körpers aufweist.

Chambo Lama Itigilow: der mysteriöse sibirische Fall

Ich habe im Rahmen meiner regelmäßigen buddhistischen Radio-Sendung auch eine 2-stündige Sendung über das Thema "Tod und Wiedergeburt" gemacht. Bei Interesse schreibt mir eine PN, dann lasse ich Euch einen Mittschnitt zukommen.

beste Grüße
mabraton

Nahtoderfahrung eines Angehörigen im persönlichen Umfeld

Plancius @, Montag, 24.04.2023, 10:13 vor 1042 Tagen @ mabraton 5053 Views

Vor einigen Jahren habe ich auf einer Familienfeierlichkeit einen Verwandten wiedergetroffen, den ich etliche Jahre nicht gesehen hatte. Er war seinerzeit Mitte 50.

Ich wusste, dass er im Krankenhaus im Koma lag und seitdem Dialysepatient ist und bat ihn, darüber zu erzählen, was ihm widerfahren ist.

Er war beim Zahnarzt wegen eines geeiterten Zahns. Einige Stunden später wurde ihm übel, er war allein und rief den Notarzt an. Schon auf dem Weg ins Krankenhaus verlor er das Bewusstsein, er hatte eine Sepsis. Er wurde in die Intensivstation eingeliefert und an die ganzen medizinischen Apparate angeschlossen. Die Ärzte diagnostizierten ein mehrfaches Organversagen, bis auch Herzstillstand eintrat.

Mein Verwandter konnte die Ärzte, wie sie um sein Leben rangen, von außen wahrnehmen. Er sagte, seine Augen waren oben an der Decke und er konnte deshalb den ganzen Raum überblicken. Plötzlich wurde er in ein ganz helles Licht hineingezogen und er fand sich am Ufer eines Sees wieder, über den Nebelschwaden waberten.

In der Ferne kamen sein Vater und sein Großvater auf einem Boot näher. Plötzlich hielten sie an, deuteten ihm mit den Händen an, er solle wieder gehen, entfernten sich von ihm und verschwanden wieder im Nebel. Dann wurde er wieder vom weißen Licht aufgesogen und fand sich auf der Intensivstation wieder in seinem Körper wieder.

Die Ärzte haben ihn mittels Reanimation wieder ins Leben zurückgeholt. Seine Organe haben seitdem jedoch einen dauerhaften Schaden davongetragen, seine Nieren arbeiteten nicht mehr, so dass er immer zur Dialyse musste. Äußerlich war er um mindestens 20 Jahre gealtert.

Warum ist seine Geschichte so glaubhaft?

Er war einfacher Arbeiter, hat nie Bücher gelesen, ist völlig materialistisch, hat sich nie mit Spiritualität beschäftigt, Gott, Jesus Christus, die Bibel, Religion waren für ihn Hirngespinste. Selbst sein Nahtoderlebnis hat nicht dazu geführt, sich tiefer mit diesem Phänomen auseinanderzusetzen oder sich näher mit Leben und Tod zu beschäftigen.

Vielmehr wartete er sehr ungeduldig auf den Tod eines Menschen, der ihm 2 Spendernieren vermachen kann. Sein Nahtoderlebnis führte noch nicht mal dazu, sich näher mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen.

Er hakte das Thema Nahtod als persönliche Erfahrung ab, schüttelte sich den Staub von seinem Leib und ging weiter seiner Wege als ob nichts gewesen wäre.

Ich war natürlich sehr neugierig über seine Erlebnisse und wollte einige nähere Details wissen, worauf er sehr verärgert reagierte. „Niemand will so was wissen wie du“ entgegnete er mir. „War das nicht genug, was ich dir erzählt habe. Warum willst du immer alles so genau wissen?“ Er ging fort und sprach denn den ganzen Abend nicht mehr mit mir.

Ich kann hierzu nur sagen, wenn mir sowas widerfahren wäre, dann würde ich höchstwahrscheinlich ein anderer Mensch werden. Alles was die Literatur zu diesem Thema zu bieten hätte, würde ich verschlingen. Jedes Jahr würde ich mein Nahtoderlebnis als Tag meiner Wiedergeburt feiern.

Aber – so unterschiedlich sind eben die Menschen. Die meisten leben so in den Tag hinein, kümmern sich um nichts, zeigen auch keinerlei Neugier und dann gibt‘s eben andere, die von einem faustischen Wissensdrang angetrieben werden. Wieviel Nahtoderlebnisse fallen aufgrund des Desinteresses der meisten Menschen wohl einfach aus dem Raster und werden nicht erforscht.

Gruß Plancius

--
"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Patientenverfügung

Joe68 @, Montag, 24.04.2023, 10:25 vor 1042 Tagen @ Plancius 4356 Views

Ich hänge mich hier an.

Wie sollte eine Patientenverfügung geschrieben werden um, im Falle einer Sepsis usw , nicht wieder zum Leben erweckt zu werden?

Hintergrund:
Wenn ich die Wahl habe, beim Nahtod gleich richtig zu sterben, oder von der sehr fähigen Apparatemedizin zurückgeholt zu werden (mit mehr oder weniger massiven Schäden, Pflegefall,...) so würde ich mich eindeutig zum Sterben entscheiden (zumindest wenn mich auch das warme Licht empfangen sollte) wenn das Leben danach nur als totaler Pflegefall möglich wäre.

Ich mache mir keine Illusionen das mich die Apparatemedizin aus 'Liebe' zurückholt, die werden für ihre Arbeit sehr gut bezahlt und machen es des Geldes wegen (Sory für die wenigen Ärzte, die es auch echter Berufung machen) und es interessiert sie nicht was der Patient will (entsprechende Erfahrung aus dem Bekanntenkreis, als eine Selbstmörderin, die wegen ihrer körperlichen Gebrechen, nicht weiter leben wollte, mit massiven Einsatz am Leben, im Koma, mit kaputten Körper, gehalten wurde und erst die Drohung mit juristischen Konsequenzen , zur Beachtung ihrer Patientenverfügung, zur Abschaltung der Apparate , führte.

Das sagt man jetzt, klaro

Rheingold, Montag, 24.04.2023, 10:42 vor 1042 Tagen @ Joe68 4030 Views

Es ist dann aber ein ganz anderes Ding, in der "behinderten" Situation zu sein. Selbst Patienten mit den heftigsten Tumordurchbruchsschmerzen entscheiden sich nur selten für eine Beendigung.

Irgendwann mal gelesen. Ein Apalliker liegt im Pflegebett, kann sich nicht mehr mitteilen, ist dankbar für jeden Besuch seiner süßen Enkel, genießt die Besuche, er kann zwar nichts mehr mitteilen, aber empfinden, das warme Patschehändchen der Enkelin, der Singsang ihm naher menschlicher Stimmen.

Die Ex latscht rein, liest ihm seine in guten Jahren, also vor Jahrzehnten mutig verfasste Patientenverfügung vor, Weißbekittelte schalten darauf die Geräte ab. Kannste nix machen, haste unterschrieben. Nix mehr Enkel aufwachsen spüren. Alles schreit: Ich will aber doch noch leben! Zu spät.

Das ist doch eine persönliche Entscheidung?

Joe68 @, Montag, 24.04.2023, 10:52 vor 1042 Tagen @ Rheingold 3807 Views

bearbeitet von Joe68, Montag, 24.04.2023, 10:59

Es sollte doch jedem persönlich überlassen werden, ob und wie er sein Leben leben will?

Wir kommen sonst sehr schnell in die Diktatur der Gutmenschen, die einen gegen jede Krankheit impfen wollen, möglichst lange am Leben halten (auch im Koma, als 100% Pflegefall, im Altenverwahranstalten langsam sterbend gehalten...) und nicht zu Letzt, ich war bei der Beerdigung des Forumgründers dabei, der auch Selbst bestimmt hat was für ihn lebenswert ist.

ja natürlich

Rheingold, Montag, 24.04.2023, 11:12 vor 1042 Tagen @ Joe68 3619 Views

Da gibt es nur ein Problem:

Die Patientenverfügung wird meist aus einer "gesunden" Befindlichkeit abgeschlossen, oft mit der Begründung, "ich will keinem zur Last fallen". Ist man dann in der Entscheidungssituation, muß es nicht sein, dass man die vor Jahren unterschriebene Patientenverfügung noch richtig findet.

Elli war bis zum Schluß klar und nach außen entscheidungsfähig, das bist Du im Koma halt nicht, dann gilt aber eine Patientenverfügung, die Du vielleicht gar nicht mehr willst, nutzt nix, weil Du Deine aktuelle Entscheidung nicht kommunizieren kannst.

Das ist ja nur eine emotionale Unterstellung...

Andudu, Dienstag, 25.04.2023, 09:05 vor 1041 Tagen @ Rheingold 2819 Views

bearbeitet von Andudu, Dienstag, 25.04.2023, 09:47

Irgendwann mal gelesen. Ein Apalliker liegt im Pflegebett, kann sich nicht mehr mitteilen, ist dankbar für jeden Besuch seiner süßen Enkel, genießt die Besuche, er kann zwar nichts mehr mitteilen, aber empfinden, das warme Patschehändchen der Enkelin, der Singsang ihm naher menschlicher Stimmen.

...wenn er sich nicht mehr mitteilen kann, wie sollte er das kommuniziert haben? Und klar, natürlich freuen die sich über Besuche, aber wie oft sind die und rechtfertigen sie jahrelanges (u.U. schmerzhaftes, in jedem Fall enorm teures) Dahindämmern ohne dass ein Behandlungserfolg noch realistisch ist?

Es ist nicht jedem gegeben, von selbst loszulassen, aber solange man noch kommunizieren kann (dazu reichen auch die Augen), muss man nichts befürchten, schätze ich. Vom umgekehrten Fall, dass Leute dann einknicken und doch behandeln lassen (oder die Ärzte sich aufdrängen) habe ich deutlich öfter gehört. Sterbende verweigern z.B. irgendwann die Nahrung und dann kommt unwillkürlich das Argument "den wollen sie doch nicht verhungern lassen?" *zack* Magensonde rein.

unterschrieben. Nix mehr Enkel aufwachsen spüren. Alles schreit: Ich will aber doch noch leben! Zu spät.

Klingt als ob das ein Arzt geschrieben hat, wie er sich das halt so vorstellt (Ärzte haben meist Probleme mit dem Tod, weil sie das als persönliches Scheitern empfinden, wenn ihnen derart ihre Grenzen aufgezeigt werden). Wenn "alles nach weiterleben schreit", dann wird normalerweise nix abgestellt, die Angehörigen machen sich solche Entscheidungen ja auch nicht leicht, die müssen den Menschen ja auch erstmal gehen lassen, oft fällt denen das schwerer, als dem Sterbenden selbst.

Und bleiben wir realistisch: jemand der nicht mehr kommunizieren kann, wird schlicht seine Enkel nicht erleben, denn dazu muss man sie besuchen und mit ihnen spielen können. Wenn die alle zwei Wochen mal am Krankenbett stehen, in einer Mischung von Beklemmung und Langeweile, dann ist das nicht unbedingt das, an was man sich romantisch unter "aufwachsen sehen" vorstellt.

Ich persönlich habe deutlich mehr Angst davor, jahrelang bewegungslos und schön verdrahtet irgendwo dahinzudämmern, als davor, zu sterben. Schon deshalb, weil ich mittlerweile überzeugt bin, dass wir eben nicht weg sind, sondern das eigentliche Leben auf der anderen Seite stattfindet und wir hier nur ein Gastspiel haben.

Angst vor dem Tod: "Gibt's da was von Rathiopharm?" - Nö,was von der dungbeladenen Wiese

Ikonoklast, Montag, 24.04.2023, 10:27 vor 1042 Tagen @ Plancius 4476 Views

Der Tod an sich ist nicht schlimm, wenn nur vorher das Sterben nicht wäre...

Aktuell beschäftige ich mich mit "Schwammerl", dabei bin ich auf den Wirkstoff Psilocybin gestoßen. Dieser hat meiner Meinung nach "Potential", was das Sterben angeht:

https://www.spektrum.de/magazin/zauberpilze-gegen-die-angst-vor-dem-tod/1436242

Im Internet gibt es Erfahrungsberichte von Tripps, die dem der Nahtoderfahrung deines Verwandten ähneln. Die Konsumenten konnten mit ihren Verstorbenen kommunizieren, was ihnen schließlich die Angst vor dem Tod genommen hat.

Disclaimer: Selbstverständlich habe ich besseres zu tun, als im Sommer auf dungverseuchten Wiesen rumzustapfen und Schwammerl zu suchen. Außerdem ist der Besitz von psilocybinhaltigen Pilzen bei uns verboten. Als gesetzestreuer Bürger habe ich natürlich nicht die geringste Ambition das Zeug zu sammeln, geschweige denn zu konsumieren. [[top]]

Kohlenmonoxidvergiftung..... still und tückisch, umfallen, bewußtlos, längere Zeit kein Sauerstoff im Gehirn, .....Tod

Joe68 @, Montag, 24.04.2023, 10:59 vor 1042 Tagen @ Ikonoklast 4241 Views

...Für Personen, die einen Suizid durch Kohlenmonoxidvergiftung erwägen (oder auch einen Suizid mit anderen Mitteln erwägen), die aber für Alternativen offen sind, haben Personen bzw. Organisationen, die diese Handlungsweise ablehnen, verschiedene Beratungsangebote wie z. B. die Telefonseelsorge eingerichtet, bei denen sie sich über Alternativen beraten und z. T. sogar praktische Unterstützung vermitteln lassen können....

https://de.wikipedia.org/wiki/Suizid_durch_Kohlenmonoxidvergiftung

Wie fühlt sich dann das Sterben an?

Rheingold, Montag, 24.04.2023, 11:19 vor 1042 Tagen @ Joe68 4066 Views

Eltern, die ihre kleinen Kinder als Organspender freigegeben haben, berichten oft, dass die Gesichter ihrer nach der Entnahme toten Kinder fürchterlich aussehen und einen grausamen, schmerzhaften Sterbeprozeß erzählen, was nicht wundern sollte, weil sie lebendigen Leibes ausgeweidet werden.

Bei Schlaftabletten soll der dadurch erwirkte Erstickungstod ziemlich unangenehm sein.

Wie sieht es bei Kohlenmonoxid aus?

Bin kein Rettungssanitäter

Joe68 @, Montag, 24.04.2023, 11:45 vor 1042 Tagen @ Rheingold 3969 Views

Ich kann es dir nicht sagen, bei den aufgefundenen CO Toten habe ich, in den Pressemeldungen, nichts über verzerrte Gesichter, gelesen. (Auch nicht bei vielen, die erfroren sind)

Persönlich kenne ich weit mehr Betroffene/Angehörige, die den schnellen Tod herbei sehnen, als diejenigen, die es sich vielleicht im letzten Moment anders überlegen.

In unserer weiteren Familie gibt es einen jungen Mann, der in einer Disko bewußtlos umgefallen ist, und seit ca 10 Jahren im Koma liegt, von der Familie (vorwiegend nur die Mutter), im Krankenhaus, täglich besucht und gepflegt. Wie lange hat er die Schmerzen ausgehalten, bis die Ärzte die Gallenkolik gefunden haben, da er sich nicht mitteilen konnte? Ob er die Schmerzen gefühlt hat? Wahrscheinlich schon, denn die Familie merkte das was nicht stimmt.


Die Zuständen in den Altenverwahranstalten (ob die dort die sonst so empfohlenen 1-2 Liter Wasser , über den Tag verteilt, verabreicht bekommen? Ich höre da viel gegenteiliges, Vernachlässigung mangels Personal) zeigen mir jedoch, das unser Pflegesystem nicht am Wohl des Menschen, sondern am Umsatz/Gewinn interessiert ist.
Ich möchte nicht dort (stundenlang durstig wartend, nicht gefüttert werdend, ..) so enden und ziehe den schnelleren Exitus vor.

Meine damalige, womöglich lebensbedrohende Situation (Kreislaufkollaps, bin ohnmächtig umgefallen, Schmerzen im Unterleib, Schweißausbruch,..), habe ich jede Hilfe bewusst abgelehnt, wollte mich nicht aufschnippeln lassen.

Ich hatte schon einmal den "Spaß".

ebbes @, Montag, 24.04.2023, 14:22 vor 1042 Tagen @ Rheingold 3989 Views

bearbeitet von ebbes, Montag, 24.04.2023, 14:36

Natürlich bin ich nicht gestorben, sonst könnte ich hier nicht schreiben.
Aber es ging bis zur Ohnmacht. Danach spürst du ja nichts mehr und dir kann es egal sein.

Ich habe mit einem Vereinskameraden gekämpft.
Der hatte mich so unglücklich angehoben und die Wirbelsäule verrenkt, dass ich langsam ohnmächtig geworden bin, weil ich nicht mehr atmen konnte.
ich habe am Ende nur dabei gedacht. Also Ersticken ist kein schöner Tod. Wenn ich das überlebe möchte ich das nicht noch einmal durchmachen und was machst du da, du tötest mich und weißt es nicht, konnte aber natürlich nicht mehr reden und es ihm mitteilen.
Im MMA geht es ja oft bis zum Ersticken, wenn der Schiedsrichter nicht abbricht oder der Kämpfer keine freie Hand zum Abklopfen hat.
Aber bei mir war es keine Kampfsportart, welche mich "schlafen" geschickt hat, sondern eine "normale Rauferei" unter Jugendlichen.

Ich bin dann auf dem Turnhallenboden wieder aufgewacht und wusste zuerst nicht was los war.
Ich sah nur einige besorgte Gesichter. Trainer, Kameraden usw.
Langsam kam die Erinnerung wieder zurück und ich konnte den Vorgang vergegenwärtigen.
Bleibende Schäden hatte ich zum Glück nicht.

Aber Tunnel, Licht, den Lebenslauf im Zeitraffer - Niente.
(Meine "Zeit" war wohl noch nicht gekommen.)


ebbes

--
Bafin-gerechte Warnung:
Obwohl ich mehr als 30 Jahre Erfahrung an der Börse habe, habe ich keine Ahnung vom Markt. Macht nicht nach was ich handle. Vertraut der Sparkasse Buxtehude und ihren Anlagetipps.

Wikipedia hat zwar nichts zu CO , aber zu Stickstoff

Joe68 @, Montag, 24.04.2023, 15:42 vor 1042 Tagen @ Rheingold 3371 Views

bearbeitet von Joe68, Montag, 24.04.2023, 15:46

...Zur Demonstration hat Ludwig Minelli, der Gründer der Schweizer Organisation Dignitas, vier Freiwillige gefilmt, die durch Helium erstickt sind.[2] Bewegungen von Armen und Beinen waren zwar „beunruhigend“ für die Beobachter von Dignitas; der Tod der Sterbewilligen war jedoch vermutlich „schmerzfrei“.[6]...

...Asphyxie durch Stickstoff wird als technisch einfache und humane Hinrichtungsmethode in den Vereinigten Staaten diskutiert...

https://de.wikipedia.org/wiki/Exit-Bag

CO ist aber ein ganz anderer Schnack.

Naclador @, Göttingen, Dienstag, 25.04.2023, 13:08 vor 1041 Tagen @ Joe68 2758 Views

Das CO bindet an das Hämoglobin und führt, anders als Stickstoff oder eine Atemlähmung, zur zellulären Erstickung, ähnlich wie Cyanid. Das dürfte ein deutlich qualvolleres Ende sein, als ein Ersticken durch Sauerstoffmangel, mit starken Krämpfen der gesamten Muskulatur. Mit Glück verliert man das Bewusstsein, bevor die Krämpfe eintreten. Ich würde das für einen Suizid nicht empfehlen.

Gruß,
Naclador

Um Himmels Willen nicht sowas

Ankawor @, Montag, 24.04.2023, 11:46 vor 1042 Tagen @ Ikonoklast 4283 Views

Vor Jahren hatte Crisis Maven mal was dazu geschrieben, aber die Suchfunktion gibt es nicht mehr her.

Aus dem Kopf: Stickstoff bewirkt das Divers High, einen Rauschzustand mit Glücksgefühlen, die auch Taucher bekommen, wenn sie zu schnell auftauchen, dann alles super finden, keine Sorge und dann sind sie tot.

Die Organisation Exit bietet das auch mit dem Slogan "Mach deinen letzten Tag auf dieser Welt zu deinem besten" an. Aber es geht auch billiger mit einer Dose Stickstoff aus dem Baumarkt.

Alles andere, so schrieb er damals, sind am Schluss fürchterliche Qualen und Krämpfe.

--
Zu jeder Zeit geht unter,
was träge ist und faul.
Stillschweigend schafft der Meister,
der Stümper braucht das Maul.

Mein Vorschlag befördert einen höchstens kurzzeitig in den "Orbit", der ins Jenseits kam von @Joe68 ;-) (owT)

Ikonoklast, Montag, 24.04.2023, 13:01 vor 1042 Tagen @ Ankawor 3489 Views

https://piped.kavin.rocks/watch?v=Xx1uLMvsmvk

I'm a Spaceman
Got a rocket on my back
Spaceman
Oh, I'm raving like a maniac
Spaceman
Got a rocket on my back
The universe is down
For my rave attack

Von den Toten ist noch keiner zurückgekommen ....

NST @, Südthailand, Montag, 24.04.2023, 14:38 vor 1042 Tagen @ Ankawor 3723 Views

bearbeitet von NST, Montag, 24.04.2023, 15:03

Die Organisation Exit bietet das auch mit dem Slogan "Mach deinen letzten Tag auf dieser Welt zu deinem besten" an. Aber es geht auch billiger mit einer Dose Stickstoff aus dem Baumarkt.

.... bis auf die Legende des Jesus.

Nahtoderlebnisse darüber gibt es viele Bericht .... wirklich gestorben war aber niemand - also mehr als ein paar Minuten ohne Gehirndurchblutung.

Diese N-Toderlebnisse werden übrigens abhängig vom Kulturumfeld beschrieben. Das deutet eindeutig darauf hin, dass ein Programm abläuft und zwar ein erlerntes.

Oben wurde der Buddhismus angesprochen. Was ich dazu weiss und das wird hier in TH bei allen Toten so gemacht, nach Eintritt des Todes werden die Leichen mindesten 3 - eher 7 Tage noch gekühlt gelagert. Danach werden sie in der Regel verbrannt. In dieser Zeit kommen an jedem Tag die Mönche und tun das was getan werden muss.

Vor allem in den ersten 3 Tagen - ist das Bewusstsein (so nenn ich das jetzt einfach mal) noch damit beschäftigt - sich von seinem toten Körper zu lösen. Viele seltsame Dinge sind während dieser 3 Tage zu beobachten, z.B. bleiben Uhren stehen, Dinge fallen um .... solche Sachen. Muss nicht sein - aber als meine Mutter starb - am Tag darauf stand bei uns die Uhr in der Küche - sie starb natürlich in D. Solche Dinge sind für die Thais selbstverständlich - darüber muss man hier keine grossen Diskussionen führen.

Den physischen Tod den kann man wahrscheinlich noch steuern derart, angenehm oder es dem Zufall überlassen. Der Ablösungsprozess des Bewusstseins vom toten Körper - der Prozess dauert, das ist eine andere Spielwiese.

Wohin sich diese Bewusstsein dann orientiert - für die Mehrzahl dürfte es laut Buddhisten erstmal Richtung Hölle gehen (zeitlich begrenzt) - oder in eine neue Existenz .... das ist nochmals eine weitere Spielwiese.

Fazit: der physischen Tod ist nicht das Kriterium - das danach dürfte der entscheidende Part sein. Den kann man mit keiner Patientenverfügung beeinflussen .... das entscheidende Kriterium dürfte da sein, wie hat man gelebt.

Ach ja, jetzt kommt der Part Glücksspiel noch dazu und zwar dann, wenn man an das Karma glaubt. Im Karma sind auch die vergangen Existenzen enthalten - und was wir damals gemacht haben, wissen wir heute nicht mehr.
Die Formel lautet: Gesamtkarma = Karma der vergangenen Leben + Karma aus diesem Leben.

Was in der neuen Existenz auf einem wartet - das lässt sich überhaupt nicht vorher sagen. Das ist auch der Grund, warum der praktizierende Buddhist unbedingt aus dem Rad der Wiedergeburt aussteigen will.
Gruss

--
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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Für die nicht Erleuchteten besteht auch Hoffnung

mabraton @, Montag, 24.04.2023, 17:06 vor 1042 Tagen @ NST 3560 Views

bearbeitet von mabraton, Montag, 24.04.2023, 17:10

Hallo NST,

im Mahayana (das große Fahrzeug) und Vajrayana praktizieren wir die Meditation des bewussten Sterbens (tibetisch, Phowa). Ich habe diese Übungen ca. 10-mal unter Anleitung von Meditationslehrern gemacht. Die Praxis dauert 5-7 Tage und man meditiert jeden Tag ca. 6 Stunden. Im Laufe dieser Praxis trainiert man den Geist für den Moment des Todes. Für das westliche Verständnis kann man es so ausdrücken, dass man sich das Paradies über dem Kopf vorstellt und die Meditationspraxis darin besteht, dass eigene Bewusstsein zu trainieren, dass es sich dort manifestiert. Ich hatte dabei sehr freudvolle Erlebnisse, ohne, dass ich damit konkrete visuellen Erfahrungen verbinden konnte. Es war mehr so, dass aus dem Bauch heraus große Glücksgefühle hochkamen. Andere haben dabei auch schwierige Erlebnisse. Es gab Leute die kamen über Tage aus dem Weinen nicht heraus.

Bemerkenswert ist, dass am Ende eines Phowa-Kurses alle ein äußeres körperliches Zeichen haben. Ungefähr an der Fontanelle oben auf dem Kopf entsteht ein kleines Loch aus dem auch meistens ein paar Tropfen Blut austreten. In der Meditation übt man ja, dass der Geist den Körper nach oben verlassen soll. Durch die intensive Übung entsteht diese physische Veränderung. Die Löcher lassen sich auf Bildern die per Kernspintomografie gemacht werden nachweisen.

Ich habe im Laufe der Jahre auch Freunde beim Sterben erlebt welche das bewusste Sterben gelernt hatten. In zwei Fällen war ich sehr erstaunt wie kraftvoll und klar die Leute in den letzten Stunden waren, obwohl sie körperlich extrem gelitten haben. Meine Oma war in den letzten paar Tagen nicht mehr in der Lage sich zu unterhalten. Als ich sie zwei Tage vor ihrem Tod besucht habe und sie sichtlich mit Paranoiazuständen zu kämpfen hatte, habe ich ihr erklärt, dass es eine Keimsilbe (Mantra) gibt, die wir verwenden um uns und allen Wesen Glück zu wünschen. Daraufhin hat sie 20 Minuten lang mit voller Energie das Mantra rezitiert. Nachdem sie gestorben war hatte ich den starken Eindruck, dass es Dir dort wo sie gelandet ist gut geht. Bei meinem Vater war es ähnlich. Von seinem Tod habe ich erst ein paar Tage später erfahren. Wir haben dann mit ein paar buddhistischen Freunden die Meditation des bewussten Sterbens für ihn gemacht.

Wohin sich diese Bewusstsein dann orientiert - für die Mehrzahl dürfte es laut Buddhisten erstmal Richtung Hölle gehen (zeitlich begrenzt) - oder in eine neue Existenz .... das ist nochmals eine weitere Spielwiese.

Die buddhistischen Belehrungen sagen, dass die Eindrücke die man während des Lebens und in den vielen Leben davor ins Bewusstsein gespeichert hat, das Erleben nach dem Tod 9-mal stärker beeinflussen als mit Körper. Durch den Körper sind wir in der Lage die Zustände die wir im Geist erleben zu filtern und zu beeinflussen. Durch die eigenen Taten und Gedanken kann man kontrollieren, verstärken und verändern was man zukünftig erlebt. Insofern ist es unsere Entscheidung was nach dem Tod passiert. Um starke Tendenzen im Geist zu ändern ist allerdings viel Übung und Disziplin notwendig. Nach über 25 Jahren regelmäßiger Meditation habe ich immer noch eine Menge Gewohnheiten bei denen ich mich frage ob ich sie ändern kann.

Was in der neuen Existenz auf einem wartet - das lässt sich überhaupt nicht vorher sagen. Das ist auch der Grund, warum der praktizierende Buddhist unbedingt aus dem Rad der Wiedergeburt aussteigen will.

Die großen Meditationsmeister sind in der Lage zu steuern wohin die Reise geht. Für die anderen lässt es sich nicht vorhersagen. Allerdings lässt sich beeinflussen ob man leidvolle oder freudvolle Erlebnisse haben wird. Wenn man konsequent der einfachen Regel folgt, "Was Du nicht willst das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu" wird man nach dem Tod ganz sicher keine Höllenzustände erleben.

In Buddhas Lehren werden die Zustände die erlebt werden können recht genau beschrieben. Die Hölle, wie sie im Christentum gesehen wird, ist eine sehr grobe Beschreibung der schlimmsten geistigen Zustände. Um in diese Zustände zu kommen muss man eine Menge negative Tendenzen im Bewusstsein angesammelt haben.

Genaueres dazu in diesem Text. Als Bardo bezeichnet man im Buddhismus den Zustand zwischen zwei physischen Leben.

Bei den Erklärungen zum Bardo des Sterbens ging es darum, wie sich beim Sterben die verschiedenen inneren Winde und Elemente auflösen. Wenn die beiden Essenzen zusammenkommen, verschwinden all die geistigen Zustände, die mit Störgefühlen zusammenhängen. Der ganze Prozess läuft jetzt in umgekehrter Reihenfolge, alles beginnt sich wieder neu zu formen. Da wir die Natur unseres Geistes nicht erkennen konnten, entsteht zuerst der "Wind der Unwissenheit". Dann folgen der Lebenswind, der Wind des Feuers, des Wassers und der Erde. So wie sich die verschiedenen Elemente beim Tod unseres physischen Körpers auflösten, bildet sich jetzt der Geist-Körper wieder aufgrund dieser Winde.

Mit seinem Entstehen kommen auch die sieben geistigen Zustände wieder auf, die mit Dummheit zu tun haben - alles geht wieder von vorne los, beginnend mit der Unwissenheit. Daraus entstehen dann die 40 Geisteszustände der Begierde, dann die 33 die mit Zorn zu tun haben. In dieser Weise entsteht man wieder in Form eines geistigen Körpers und wenn die Elemente zusammenkommen, ist wieder das gleiche gewohnheitsmäßige Bewusstsein wie zuvor da. Man hat die Erfahrung eines realen Körpers, obwohl er nicht physisch sondern nur geistig ist. Von anderen Wesen in einem physischen Körper kann er auch nicht wahrgenommen werden.
Dieser Bardo-Körper kann nur Gerüche "essen". Er kann keine Nahrung zu sich nehmen, wenn sie ihm nicht extra "gewidmet" wurde. Deswegen gibt es verschiedene Möglichkeiten und auch Rituale, Bardo-Wesen herbeizurufen und ihnen gesegnetes Essen zu geben. Das können sie dann annehmen und sie sind darüber froh und befriedigt. Ansonsten können sie zwar Essen wahrnehmen, es aber nicht zu sich nehmen.

Die Zwischenzustände, Teil 4: Der Bardo des Werdens - Von Lopön Tsechu Rinpoche

Hier ein Interview mit Ole Nydahl, der ca. 50.000 Menschen die Meditation des bewussten Sterbens beigebracht hat.

Den Tod als Weg nutzen - Ein Interview mit Lama Ole Nydahl und Caty Hartung

Um das bewusste Sterben zu lernen meditiert man auf die Form des Buddhas des grenzenlosen Lichts (Amithaba).

[image]

Amitabha – der Buddha des grenzenlosen Lichts

beste Grüße
mabraton

Was passiert mit denen. die keinerlei Chance haben ihr Leben zu ändern?

ebbes @, Montag, 24.04.2023, 18:43 vor 1041 Tagen @ mabraton 3403 Views

bearbeitet von ebbes, Montag, 24.04.2023, 18:47

Aussage:
Durch die eigenen Taten und Gedanken kann man kontrollieren, verstärken und verändern was man zukünftig erlebt.

Beispiele:

Ein Kindersoldat im Sudan hat keine eigenen Gedanken. Er wurde nur dafür erzogen zu morden.
Er hat keinerlei Schuldgefühle und findet seine Taten in Ordnung.
Für ihn gilt nicht:
"Was Du nicht willst das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu"
Denn er kann den Satz nicht verstehen!

oder

ein Psychopath hat keine eigenen Gefühle. Er schaut sich die Reaktionen der anderen auf bestimmte Ereignisse an und spielt sie dann allen vor.
Leider oft besser als das Original.

oder

eine Armutsprostituierte in Thailand usw.


ebbes

--
Bafin-gerechte Warnung:
Obwohl ich mehr als 30 Jahre Erfahrung an der Börse habe, habe ich keine Ahnung vom Markt. Macht nicht nach was ich handle. Vertraut der Sparkasse Buxtehude und ihren Anlagetipps.

Du hast Recht

mabraton @, Montag, 24.04.2023, 21:42 vor 1041 Tagen @ ebbes 3209 Views

Hallo ebbes!

Aussage:
Durch die eigenen Taten und Gedanken kann man kontrollieren, verstärken und verändern was man zukünftig erlebt.

Beispiele:

Ein Kindersoldat im Sudan hat keine eigenen Gedanken. Er wurde nur dafür erzogen zu morden.
Er hat keinerlei Schuldgefühle und findet seine Taten in Ordnung.

Die Aussage, dass man mit den eigenen Tun das künftige Erleben bestimmt gilt unabhängig davon ob man diesen Entscheidungen bewusst trifft. Das Gesetz von Ursache und Wirkung wirkt.
Die Möglichkeit sich aus permanent leidvollem Erleben zu befreien haben, gemessen an der Anzahl der auf der Erde lebenden Wesen, tatsächlich nicht sehr viele. Sich für positive oder negative Dinge zu entscheiden kann man nur wenn die Möglichkeit besteht seine Handlungen zu reflektieren. Das gilt für den Kindersoldaten nicht. Für den Psychopathen auch nicht. Der Kindersoldat hat von Beginn seines Lebens gelernt, dass töten notwendig ist. Die komplette Tierwelt gehört auch in diese Kategorie.

Für ihn gilt nicht:
"Was Du nicht willst das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu"
Denn er kann den Satz nicht verstehen!

Ich bin mir sicher, dass dies alle Menschen verstehen. Ob sie den Freiraum haben sich dem entsprechend zu entscheiden ist die nächste Frage.

beste Grüße
mabraton

Aus buddhistischer Sicht ist die Frage einfach zu beantworten ...

NST @, Südthailand, Dienstag, 25.04.2023, 03:57 vor 1041 Tagen @ ebbes 3018 Views

bearbeitet von NST, Dienstag, 25.04.2023, 04:07


ein Psychopath hat keine eigenen Gefühle. Er schaut sich die Reaktionen der anderen auf bestimmte Ereignisse an und spielt sie dann allen vor.
Leider oft besser als das Original.

oder

eine Armutsprostituierte in Thailand usw.

.... so wie ich das verstanden habe, kann einem nichts passieren, was man nicht selbst getan hat.

Bsp.: nur wenn du in einem früheren Leben gemordet hast, kannst du in einem künftigen Leben ein Mordopfer werden.

Im Buddhismus geht man davon aus, man hat schon Millionen Leben hinter sich gebracht (nicht jedes davon in menschlicher Form) und jeder war wahrscheinlich einmal ein Mörder. Genau das ist das Problem des Karma.

Solange du nicht den Kreis der Wiedergeburten verlassen hast, wird dieses alte Karma immer eine Rolle spielen, wenn du in eine neue Existenz geboren wirst. Es gibt Dinge im aktuellen Leben, wenn du die beachtest, die Wahrscheinlichkeit steigt, nicht in tieferen Existenzen wiedergeboren zu werden.

Diese Verhalten wird traditionell den Kindern in TH beigebracht. Bsp.: Tambun machen - dazu zählt, Essens Spenden an Mönche, Spenden an Bedürftige etc. - die Eltern zu ehren, - nicht zu kritisieren, - und vor allem die 5 Tugendregeln zu beachten.

In der Wirklichkeit sieht es so aus: die fleissigsten Tempelbesucher sind Frauen, ebenso verhält es sich bei dem morgenlichen Spenden von Essen, überwiegend machen das die Frauen. Offenbar müssen sie besonders viele Verdienste ansammeln - als Kompensation. Eine schlechte Tat kann nie mit einer guten kompensiert werden und umgekehrt.

Das ist der Irrtum dabei, Karma ist kein Ausgleichskonto.
Erst nachdem du eine gute Tat getan hast, kannst du auch irgendwann mit einer entsprechenden Reaktion rechnen. Umgekehrt ist es aber auch so, eine schlechte Tat - kann auch tausende Jahre zurückliegen wird in dem Moment vergolten, wenn es identisch passt.

Also spielt der Zeitgeist eine grosse Rolle. Im Zeitgeist des Chaos sind Gräueltaten - z.B. Opfer eines Messerstechers zu werden einfach sehr gross. Ist halt alles nicht so einfach .... für Buddhisten ist aber klar, wenn man Opfer wird, hat das eigene Ursachen.

Wenn man das jetzt speziell auf das gestörte Deutschtum anwendet, klärt sich das Bild auf, alles entspringt aus den eigenen Wurzeln - ganz besonders auch die Einzelschicksale.
Gruss

--
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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Interessant ist dazu gerade der FC Bayern ...

NST @, Südthailand, Dienstag, 25.04.2023, 06:37 vor 1041 Tagen @ NST 3036 Views

bearbeitet von NST, Dienstag, 25.04.2023, 06:42

Wenn man das jetzt speziell auf das gestörte Deutschtum anwendet, klärt sich das Bild auf, alles entspringt aus den eigenen Wurzeln - ganz besonders auch die Einzelschicksale.

..... und was da läuft nach dem Trainerwechsel.

FC Bayern: Wer trägt die Schuld an der Mega-Krise des Rekordmeisters?

Die Suche nach dem Schuldigen .... ein ganz falscher Ansatz aus meiner Sicht. Diese woke Mannschaft erhält postwendend was sie gesät hat. Interessant ist, wie alles besonders in D mit dem Fussball in Verbindung steht ....

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Vor was hat der maskiert Kahn Angst .... als er noch Torwart war, wäre so ein Bild nie entstanden. Interessant ist hier auch der Rummenigge - ganz locker u. entspant ohne Maske ....
Gruss

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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Ein berechtigter Einwand ....

NST @, Südthailand, Dienstag, 25.04.2023, 07:40 vor 1041 Tagen @ NST 2911 Views


Also spielt der Zeitgeist eine grosse Rolle. Im Zeitgeist des Chaos sind Gräueltaten - z.B. Opfer eines Messerstechers zu werden einfach sehr gross. Ist halt alles nicht so einfach .... für Buddhisten ist aber klar, wenn man Opfer wird, hat das eigene Ursachen.

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... die Frage wer war zuerst - die Henne oder das Ei.

Deshalb ist das letzt endlich immer eine Glaubensfrage. Für mich ist der Buddhismus nur das Gebilde, das die Vorgänge am besten beschreibt.

Was der Buddhismus noch behauptet, mit dem Verstand lässt sich nichts Grundsätzliches lösen .... jetzt schauen wir Menschen aber total bedeppert in die Wäsche - ist aber so ....

Ich erwarte auch nicht, dass KIs jemals Buddhisten werden könnten ....
vielleicht ist das die Lösung?
Gruss

--
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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Deine Erklärung zu Karma ist völlig tautologisch.

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 25.04.2023, 08:13 vor 1041 Tagen @ NST 2933 Views

Es besteht kein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang, soll aber alles erklären und erklärt damit nichts.

Der ganze Käse stammt aus dem Hinduismus und Buddha wollte die Leute davon befreien. Irgendwie hat es aber nicht geklappt. :-P

Grüße

--
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Afuera!

Vorsicht mit Erklärungen zu Karma!

mabraton @, Dienstag, 25.04.2023, 11:18 vor 1041 Tagen @ NST 2869 Views

bearbeitet von mabraton, Dienstag, 25.04.2023, 11:24

Hallo NST,

Karma zu erklären ist im Allgemeinen ganz einfach und in Bezug auf den Einzelnen sehr komplex.

Im Allgmeinen ist Karma die Summe aller Handlungen immer und überall und zwar - und das ist wichtig - im Rahmen der bedingten Welt. Im buddhistischen Kontext ist die Bezeichnung Samsara (Kreislauf der bedingten Welt).
So bald man eine hohe Stufe der Geistes-Klarheit erreicht hat unterliegt man diesem Gesetz nicht mehr (bereits vor der vollen Erleuchtung). Das ist aber kein Freifahrtschein, sondern bedingt, dass man aufgrund der positiven Eindrücke im Geist dann sowieso nicht mehr anders kann als zum Besten aller Wesen zu handeln.

In Bezug auf die Handlungen von uns Nicht-Erleuchteten sollte man sich daran halten anderen kein Leid zuzufügen (Theravada) und im nächsten Schritt möglichst Positives für die Wesen zu tun (Mahayana).
In Thailand ist der Theravada-Buddhismus vorherrschend. Die Ethik im Theravada ist der im Christentum sehr ähnlich. Das Konzept der "Schuld" gibt es im Buddhismus im Grunde nicht. Es ist eine grobe Vereinfachung um den Leuten klar zu machen, dass alles Negative wieder auf einen zurückschlägt.

Zu Deinen Beispielen mit konkreten negativen Taten wie bspw. Mord. Karma funktioniert nicht ganz so grobschnittartig, dass wenn man mordet, man irgendwann selbst ermordet wird. Es kann so sein, weil eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass man mit dem Eindruck der Handlung eines Mordes im Speicherbewusstsein in Situationen kommt in denen Gewalt vorherrscht. Es geht aber letztendlich darum, dass man die Grundlage für diese Art von Handlungen mit sich herumträgt.
In dem man sich dessen bewusst wird und wünscht es nicht mehr wieder zu tun lassen sich diese Eindrücke im Speicherbewusstsein ausflösen. Die Bewusstwerdung von negativen Handlungen geschieht in der Meditation. Da der Geist wenn er zur Ruhe kommt seiner Natur nach dem erleuchteten Zustand entgegen strebt wird man verstehen welche leidbringenden Handlungen man mit sich herumträgt. Frühere Handlungen tauchen in der Mediation spontan im Geist auf und man kann sie dann auflösen. Im Vajrayana haben wir speziell dafür die Diamantgeist-Meditation. Dort reinigt man den Geist und löst so negative Eindrücke auf.

Auf der Ebene des Tagesbewusstseins nutzen wir die "Sechs Befreienden Handlungen" (sanskrit, Paramitas) Die Paramitas sind die praktische Umsetzung des achtfachen Pfades.

1. Großzügigkeit
2. sinnvolles Verhalten
3. Geduld
4. freudige Anstrengung
5. Meditation
6. Weisheit

Alle sechs müssen kombiniert werden. Die ersten fünf Paramitas geben die Struktur, die man aufbaut und Weisheit ist das Ergebnis.

Die letzten beiden beziehen sich auf die Praxis der meditativen Konzentration und die Praxis des höchsten Wissens oder vollständigen Verstehens, also der Weisheit. Paramita ist ein Sanskrit-Wort, das wörtlich bedeutet "etwas, das vervollkommnet wurde". Hier sprechen wir davon, dass die beiden Qualitäten der Meditation und der Weisheit ihre volle Verwirklichung erreicht haben. Die transzendentale, voll verwirklichte meditative Konzentration, die fünfte Paramita, hängt mit der zuvor erklärten Meditation der Geistesruhe zusammen. Durch das Training unseres Geistes und die allmähliche Entwicklung unserer Erfahrung kommen wir zur völligen Verwirklichung der Qualität von geistiger Stabilität, bzw. meditativer Konzentration.
https://www.buddhismus-heute.de/archive.issue__51.position__1.de.html

beste Grüße
mabraton

Stickstoff böse? Glaub ich nicht.

StillerLeser @, Montag, 24.04.2023, 20:19 vor 1041 Tagen @ Ankawor 3359 Views

bearbeitet von StillerLeser, Montag, 24.04.2023, 20:23

Mein Kenntnisstand (kann falsch liegen):
Das qualvolle am Erstickungstod ist nicht der Sauerstoffmangel, sondern daß man das CO2 nicht loswird, Säure in der Lunge.
Jugendliche machen Helium- oder Propan-trips, wenn man keinen Sauerstoff einatmet, aber das CO2 ausatmen kann, ist es qualfrei. Das Gehirn schüttet bei Sauerstoffmangel =sterben alles angenehme aus, was es hat, Adrenalin, Endorphine etc. damit sein Mensch ohne Qual sterben kann. Das ist der Trip, den die wollen. *
An etwas zuviel davon sterben immer wieder welche von denen.

Reinen Stickstoff zu atmen, ist das Gleiche, das CO2 kann raus, kein Sauerstoff kommt rein, ein qualfreier Tod.

CM hat oft absichtlich Falsches verzapft, ich habe keine Ahnung, warum, aber ich bin sicher, daß.

* Edit: Daher sehe ich auch die Nahtoderlebnisse als möglicherweise davon stammend. Ich kann aber nicht ausschließen, daß sie nicht doch von "drüben" sind...

In den Niederlanden gibt es nicht nur Headshops...

Rybezahl, Montag, 24.04.2023, 18:10 vor 1042 Tagen @ Ikonoklast 3480 Views

bearbeitet von Rybezahl, Montag, 24.04.2023, 18:40

... sondern auch sog. Smartshops.

Dort kann man diese Pilze legal erwerben (ab 18 Jahre). Sowohl die 'fertigen' Fruchtkörper zum Sofortverzehr, als auch kleine Schälchen zur Eigenzucht ("Mycel to go").

Selbstverständlich darf man sie nicht in die BRD überführen, denn in der BRD ist das verboten.

Obwohl sie, wie du schon sagtest, auch auf deutschen Kuhweiden wachsen.

Es besteht jedoch Verwechslungsgefahr zu giftigen Pilzen, z.B. Gift-Häubling.

Gruß!

Das gibts auch ganz ohne Drogen am Lebensende...

Andudu, Dienstag, 25.04.2023, 08:48 vor 1041 Tagen @ Ikonoklast 2985 Views

bearbeitet von Andudu, Dienstag, 25.04.2023, 08:53

Im Internet gibt es Erfahrungsberichte von Tripps, die dem der Nahtoderfahrung deines Verwandten ähneln. Die Konsumenten konnten mit ihren Verstorbenen kommunizieren, was ihnen schließlich die Angst vor dem Tod genommen hat.

Ich lese gerade "Die Träume der Sterbenden - Warum wir den Tod nicht fürchten müssen"
von Dr. med. Christopher Kerr und Carine Mardorissan

Der Mann hat als Arzt in einem Hospiz (Sterbehaus) gearbeitet und hat eine Studie zu den Visionen und "Träumen" der Sterbenden gemacht, inklusive Videointerviews usw. Das Buch empfehle ich bedingt, es ist eher für "normale Leute" geschrieben (keine nennenswerten Statistiken etc. dafür viele emotionale Geschichten seiner Patienten und was sie erlebten), aber es behandelt ein Thema, welches mir so noch nicht bewusst war.

Nahtodesvisionen treten, in der ein oder anderen Form, angeblich bei 80% der Sterbenden auf (natürlich nur, wenn es eine längere Sterbephase gibt, manche fallen ja auch einfach tot um).

Dabei verschwimmt Tages- und Schlafbewusstsein zunehmends, aber, ich zitiere mal:
"Wenn wir sie baten, die Wirklichkeitsnähe ihrer Lebensenderfahrungen... einzuschätzen, nannten die meisten die Höchstzahl... unabhängig davon, ob diese Visionen im Schlaf, bei Wachzustand oder in beiden Zuständen eintraten".
S.71 aus dem Buch

Es muss sich extrem realistisch anfühlen. Der gemeinsame Nenner: bei vielen treten fast ausschließlich verstorbene Freunde oder Angehörige auf (Dr. Kerr geht nicht darauf ein, ob und was das bedeutet, das Buch enthält keinerlei Esoterik oder Anomalistikforschung).

Die Erlebnisse sind auch bei jeder Person andere. Von der Mutter, die vor versammelter Verwandtschaft scheinbar ihr früher verstorbenes Baby in den Armen wiegt, über "Besuche" der längst dahingeschiedenen Eltern, bis zu Aufarbeitungs- und Beruhigungsträumen.

Ich meine ja nur: die Erfahrungen scheinen sehr wichtig zu sein, es besteht bei Drogenkonsum die Gefahr, dass sich das mit drogeninduzierten Halluzinationen vermischt und dadurch entwertet wird. Aber was weiß ich schon, vielleicht verstärkt es das auch nur.

"Bewusstes Sein" ist kein Ding, sondern ein Seins-/ZUSTAND ..

Beo2 @, NRW Witten, Montag, 24.04.2023, 18:47 vor 1041 Tagen @ mabraton 3412 Views

bearbeitet von Beo2, Montag, 24.04.2023, 18:52

.. nämlich ein bestimmter Zustand der Anwesenheit oder Aufmerksamkeit eines sich selbst wahrnehmenden Subjekts (Ich), d.h. die momentane oder permanente Wahrnehnung der eigenen Existenz und Aktivität = Selbstbewusstheit. Diesen Zustand kann mensch sehr wohl zeitweise verlieren.
Das Gegenteil davon ist die Selbst-/Bewusstlosigkeit, z.B. in der Vollnarkose, im Schlaf oder im "Tagträumen" = d.h. das "unbewusste Sein".

Nach allem, was viele Menschen berichten, ist dieses "bewusste Sein" NICHT UNBEDINGT an das physische Gehirn gebunden .. was wiederum bedeutet, dass dies nicht von allen Menschen momentan erfahren werden kann. Es kommt dabei auf die mentalen Fähigkeiten eines Individuums an.
Gruß, Beo2

Wie stellst du dir das vor?

sensortimecom ⌂ @, Dienstag, 25.04.2023, 13:35 vor 1041 Tagen @ Beo2 2835 Views

bearbeitet von sensortimecom, Dienstag, 25.04.2023, 13:46


Nach allem, was viele Menschen berichten, ist dieses "bewusste Sein" NICHT UNBEDINGT an das physische Gehirn gebunden .. was wiederum bedeutet, dass dies nicht von allen Menschen momentan erfahren werden kann. Es kommt dabei auf die mentalen Fähigkeiten eines Individuums an.
Gruß, Beo2

Bewusstsein ohne Gehirnaktivität? Mehr noch, ohne Vorhandensein eines Gehirns?

Mann oh Mann. Man könnte zwar postulieren, dass alle Quantenzustände (Superpositionen und Verschränkungen sämtlicher Elementarteilchen) in einer Art "Quantengedächtnis" abgespeichert werden (nachzulesen bei Daniel Cronick), aber letzteres braucht die Wechselwirkungen mit einer materiellen Gehirnstruktur. Sonst gibts kein Bewusstsein. Wechselwirkungen innerhalb eines Ensembles von Quantenzuständen gibts nicht. Die machen sich nicht selbständig und denkfähig, genau so wenig, wie ein liegen gelassenes Mathematikbuch nicht daran geht, von selber Rechenaufgaben zu lösen (oder eine Festplatte ohne Computer inkl. Programm arbeitet) :-)

Vielleicht ist es umgedreht...

Andudu, Dienstag, 25.04.2023, 13:50 vor 1041 Tagen @ sensortimecom 2830 Views

...und nicht die Materie erschafft das Bewusstsein, sondern Bewusstsein schafft Materie. Darauf deutet einiges hin.

Das beantwortet natürlich die Frage der Trägersubstanz nicht :-)
...außer man nimmt an, dass es eine solche gar nicht geben muss.

Wie das funktioniert und entstanden sein soll? Tja, das wissen wir beim Universum ja genauso wenig. Die Frage ist, ob wir das irgendwie durch Beobachtung herausfinden können oder nicht. Angenommen wir wären eine Computersimulation, dann hätten wir vermutlich keine Chance (außer wir sollen eine haben).

Na ja, da hast du nicht ganz unrecht

sensortimecom ⌂ @, Dienstag, 25.04.2023, 14:07 vor 1041 Tagen @ Andudu 2821 Views

bearbeitet von sensortimecom, Dienstag, 25.04.2023, 14:25

...und nicht die Materie erschafft das Bewusstsein, sondern Bewusstsein schafft Materie. Darauf deutet einiges hin.

Also das stimmt im Prinzip ohnehin, das weiss man aus der Quantenphysik. Sagen wir aber besser so: Fähigkeit zur "Messung" (genau genommen "Zeitmessung") schafft erst die Realität. Und die ist nicht nur in einem bewussten Gehirn vorhanden (wie man früher noch meinte, zb. unter einem Planck oder Heisenberg), sondern überall in der Materie. Also auf atomarer bzw. elementarer Basis. Die Quantenphysik spricht heute von "Dekohärenz".

Grundsätzlich gilt aber: Diese "Mess"-Fähigkeit (egal ob mit Bewusstsein verbunden oder nicht) muss immer bereits VORHER dagewesen sein, bevor es zur Dekohärenz kam - und damit sie Realität wurde, war seinerseits wieder "Messfähigkeit" und Dekohärenz notwendig usw. usf.....

Warum denn nicht ..?

Beo2 @, NRW Witten, Mittwoch, 26.04.2023, 10:25 vor 1040 Tagen @ sensortimecom 2540 Views

bearbeitet von Beo2, Mittwoch, 26.04.2023, 10:35

Wie stellst du dir das vor? Bewusstsein ohne Gehirnaktivität? Mehr noch, ohne Vorhandensein eines Gehirns?

Was spricht aus deiner Sicht unbedingt dagegen? Dein Glaube?
Wofür sprechen denn die zahllosen Berichte über außerkörperliche Erfahrungen (wie Schweben, Fliegen, bewusstes Zeit-/Reisen etc.)?

Denke z.B. auch an die sog. Dunkle Materie, die angeblich vorhanden sein müsse: Was ist das?
+ https://de.wikipedia.org/wiki/Dunkle_Materie

Bin einfach nur sehr nachdenklich und ergebnisoffen. Das "bewusste Sein" (Selbstbewusstheit), d.h. das sich selbst wahrnehmende Subjekt (Ich), ist für mich vorerst ein Mysterium. Da bietet sich doch das "innere Selbsterforschen" (Introspektion) direkt an, oder !?
+ https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstbeobachtung

Mit Gruß, Beo2

Darüber haben wir im vergangenen Thread bereits diskutiert

sensortimecom ⌂ @, Mittwoch, 26.04.2023, 21:31 vor 1039 Tagen @ Beo2 2532 Views

bearbeitet von sensortimecom, Mittwoch, 26.04.2023, 21:51

Wie stellst du dir das vor? Bewusstsein ohne Gehirnaktivität? Mehr noch, ohne Vorhandensein eines Gehirns?

Was spricht aus deiner Sicht unbedingt dagegen? Dein Glaube?
Wofür sprechen denn die zahllosen Berichte über außerkörperliche Erfahrungen (wie Schweben, Fliegen, bewusstes Zeit-/Reisen etc.)?

Diese "Nahtoderfahrungen" kommen zumeist daher, dass ein späteres (kann 500 Jahre, oder meinetwegen Millionen Jahre sein) wiedererstandenes Ich-Bewusstsein - Grund egal, ob durch Gott, Zeitreise oder Zufall - mit Resten deines noch (sterbend) existierenden Bewusstseins interagiert!

Merke nämlich eins: Die ZEIT dazwischen ist für dich Null. Die läuft für deine Umwelt weiter, für dich nicht. Ein Toter nimmt keine ZEIT wahr.

Bewusstsein braucht Interaktion mit Materie d.h. mit Gehirnstruktur. Wenn jemand postuliert, dass es auf Quantenebene weiter existiert, so ist das falsch, denn es gibt keine physikalischen Interaktionen innerhalb eines Ensembles von Quantenzuständen (die würden sonst miteinander interferieren und sich selbst auslöschen). Es braucht immer irgend eine Form von materieller Gehirnstruktur dazu, damit Bewusstsein entsteht.

Allerdings könnten alle ggw. Gehirnaktivitäten auf Quantenebene abgespeichert und von einer höheren Macht oder technologisch extrem hoch entwickelten Zivilisation (in ferner Zukunft) wieder herstellbar sein, um dein Bewusstsein wieder aufleben zu lassen, wie ich o. beschrieben habe - das ist aber was völlig anderes. (Lies dazu Daniel Cronick / das Quantengedächtnis - auf Amazon erhältlich).

Wieso ist Erleben ohne Körper kein Problem?

heller, Dienstag, 25.04.2023, 17:05 vor 1041 Tagen @ mabraton 2857 Views

Es gibt ja einige Leute, die verstehen wollen, wie das alles zusammen passt.

Soweit ich den Erlebensprozess im Buddhismus verstanden habe und in kleinen Ansätzen auch erfahren habe, würde ich sie auf die Schnelle (mehr ist viel zu aufwändig für einen Faden hier) folgendermaßen skizzieren:

Erleben findet statt, klar erscheinend, jedoch ohne festen Kern.
Man kann das Erleben nicht anhalten und nicht wiederholen.
Das Erleben einer Erdbeere im Mund oder eines Teils eines Atemzuges lässt z.B. sich nicht festhalten, um es genau zu beschreiben. Schon wenn man damit beginnt, hat es sich verändert.
Es ist schlimmer als mit subatomaren "Teilchen": sie lassen sich beobachten und messen, aber man kann nicht gleichzeitig Ort und Bewegung beschreiben.

Über eine gewisse Zeit stabil sind lediglich die Konzepte und Namen (z.B. die Steuernummer), die z.T. länger als ein Leben funktionieren.
Aber die Konzepte und Namen lassen sich in der "realen" Welt nicht finden - dort sind es z.B. Personen (nirgendwo in meinem Körper ist mein Vorname zu finden), Autos, Wohnungen etc., die wir wiederum erleben können, aber als Erleben nicht festhalten können.

Alles Erleben findet im Geist statt. Auch wenn die Tastatur genau 40 cm vor mir auf dem Tisch liegt - das visuelle und haptische Erleben findet nicht in der Tastatur statt, sondern im Geist. Und das Konzept "Tastatur" sowieso.
Ebenso das Konzept "Ich", das Konzept "Person" etc. Alles.

Erleben ist nicht an Konzept gebunden. Auch nicht an das Konzept "Ich".
"Ich"-Erleben kann stattfinden, muss aber nicht. Das heißt: Unser "Ich" ist nicht ständig im Erleben anwesend.
Nicht das "Ich" erlebt den Geist, sondern "Ich"-Erleben findet im Geist statt, neben dem ganzen anderen Gedöns :-)

"Geist ohne Erleben" ergibt keinen Sinn - überall wo Geist ist, ist auch Erleben.
"Erleben ohne Geist" ergibt keinen Sinn. Ditto.
"Geist und Erleben sind Synonyme" ergibt Sinn.
(Spätestens hier der Hinweis, dass man sich über Definitionen VOR solchen Diskursen einigen sollte - was mir aber hier im Forum praktisch unmöglich erscheint.)

Bis hierhin ist alles auch selbst erfahrbar - man braucht sich nur still hinsetzen.

Verwirklichte Meister berichten, dass Erleben selbst im Tiefschlaf, Bewusstlosigkeit und physischem Tod des Körpers und darüber hinaus weitergeht, zeitweise halt sehr "ausgedünnt" und mehrere Ebenen unter (oder über) unseren üblichen Sinneserfahrungen. Ich könnte mir vorstellen, dass es wie mit Kometen funktioniert: auf einer sehr eliptischen Bahn entfernen sie sich immer weiter, aber auch immer langsamer von der Sonne bis zum Umkehrpunkt - und kehren doch ohne eigenes Zutun wieder Richtung Sonne zurück.

Fazit:
Wenn man also nicht stur an der Trennung zwischen Subjekt, Prädikat und Objekt festhält, dann sind Nahtoderlebnisse, Erleben ohne Körper, Wiedergeburt und Ähnliches kein Problem. Dennoch gibt es darin Gesetzmäßigkeiten. Wie beim Wetter handelt es sich bei allem Erleben um Prozesse (nicht um Dinge) - dennoch ist weder Wetter noch Erleben beliebig.
_________

Die buddhistische Art, Erleben zu beschreiben, kommt meinem logisch geprägten Verstehen-Wollen sehr entgegen - auch wenn das Verstehen nur als Hilfsmittel für das Loslassen des Wollens dienen soll.
Wer es lieber unlogisch mag, oder wem das Verstehen am Allerwertesten vorbeigeht, orientiert sein Leben sicher an anderen Leuchttürmen aus.

Leider gibt es aber noch wenig Bücher und Lehrer und Lehrerinnen, die sich an Naturwissenschaftler oder gar Ingenieure (plus *innen [[zwinker]]) wenden und sich gleichzeitig sprachlich für diese Zielgruppe und ihren speziellen "Macken" eignen.
Es ist auf jeden Fall eine gesunde Portion Humor nötig [[hüpf]]

Der grösste Witz überhaupt ...

NST @, Südthailand, Mittwoch, 26.04.2023, 03:22 vor 1040 Tagen @ heller 2825 Views

Es ist auf jeden Fall eine gesunde Portion Humor nötig [[hüpf]]

.... scheint der eigene Geist zu sein - repräsentiert durch das Denken.

Meine Vermutung - Buddhismus richtig verstanden, bedeutet nichts zu hinterlassen ..... schon gar nichts was aufgeschrieben werden kann.
Gruss

--
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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Lt. Phoenix5 ist Buddhismus die Endstufe des Nihilismus

FOX-NEWS @, fair and balanced, Mittwoch, 26.04.2023, 08:44 vor 1040 Tagen @ NST 2751 Views

Konsequenterweise müsste man so etwas wie Geist dann auch negieren, womit wir schlussendlich bei meiner These landen würden. :-P

Grüße

--
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Afuera!

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