Lehnwörter, Engleutsch

Gernot ⌂, Sonntag, 02.04.2023, 15:24 (vor 1063 Tagen) @ paranoia2163 Views

Es gibt einen Unterschied zwischen der

- Übernahme ausländischer Begriffe, die dann auch gewöhnlich adaptiert und der eigenen Sprache in Aussprache und Schreibweise angepasst werden (Lehnwörter),

- dem Verwenden von Fremdwörtern und

- dem Austausch einer Sprache gegen eine andere durch Überflutung mit immer mehr Wörtern, Idiomen und Besonderheiten der Grammatik.

Der Duden schreibt einfach Englisches in sein Werk und erklärt es zu Deutsch. Mir erscheint das, gelinde gesagt, als willkürlich. Am Ende der Entwicklung bestünde der Duden aus einem englischen Wörterbuch. Er wäre dann eben kein deutsches Wörterbuch, sondern es gäbe kein "lebendiges" Deutsch mehr. Schließlich ist ein italienisches Wörterbuch ja auch kein lateinisches, und ein lateinisches ist nicht voller Italienisch.

Der Duden begründet seine Auswahl damit, Deutsch sei, was in Deutschland gesprochen wird. Seltsamerweise führt er kaum türkische Worte auf.

Urkritiker der Anglizismenüberflutung redeten nicht von "Denglisch", was hahaha-humorvoll euphemisierend klingt und aus qualitativ mäßigem Kabarett (zwei Lehnwörter) stammt, sondern von

"Engleutsch".

Erstens klingt das so abstoßend, wie es ist, zweitens ist es zutreffender, da es sich ja nicht um deutsches Englisch handelt, sondern um verenglischtes Deutsch.


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