Was soll es sein, Sklave?

Revoluzzer @, Montag, 27.02.2023, 10:53 vor 1096 Tagen 6503 Views

bearbeitet von Revoluzzer, Montag, 27.02.2023, 11:36

"The pro-Putin era is clearly over. Yet, what should recently-reformed pro-Putinists do with the past?"

Ich bin über den oben genannten Satz gestolpert – und an ihm hängengeblieben. Wohl auch deshalb, weil auch russische Kommentatoren sagen, dass das Verhältnis mit dem Westen für „mindestens eine Generation“ zerstört sei.

Deutschland und Russland sind natürliche Partner. Aber die Beziehungen sind gründlich zerstört. Faktisch sind wir den Anglos und der EU-Nomenklatura ausgeliefert: Energie, Militär, Finanzen usw. usf. Die beinharte und kompromisslose Hasskommunikation gegen Russland im polit-medialen Mainstream lässt keinen Raum für Alternativen.

Wenn man nun nicht umhin kommt, diese Lage als zutreffend anzuerkennen, was bedeutet das dann in der Konsequenz? Ich meine, nicht mal die ganzen Corona-Lügen werden aufgearbeitet, haben trotz tausender Toter und hunderttausender Geschädigter keinerlei politische Konsequenzen.

Soll man auf das „Wahre und Richtige“, auf Partnerschaft mit Russland und Putin beharren und mit dem lieben Gott auf das Paradies in ferner Zukunft (nach dem Tode) hoffen?

Das ist eine Option.

Oder soll man sich aktuell von Putin distanzieren – um vielleicht irgendwann mit einem Nachfolger wieder in Kontakt treten zu können? Soll man „Pragmatismus“ in seiner ganzen Widerwärtigkeit praktizieren? Das Wahre und Richtige verraten, um heute und morgen Erfolg zu haben?

Das ist die andere Option.

Individuell kann man die Frage auch ignorieren, aber gesellschaftlich nicht. Das ist also keine Option.

Was wählt der Mensch? Was die Gesellschaft? Wahrheit oder das Brot für morgen? Das Richtige oder die Unterwerfung unter die Macht?

Der Pragmatiker fragt: Wozu an der Idee der Partnerschaft mit Russland festhalten, wenn diese Partnerschaft von Russland bis auf Weiteres gar nicht mehr gewollt wird oder gewollt werden kann?

Der Wahrheitsliebende antwortet: Das Richtige ist richtig weil es richtig ist – es braucht keine weiteren Gründe.

Aber soziale Organisationen leben vom Pragmatismus. Er setzt sich durch, es sei denn, die Organisation hat etwas höchst seltenes - ein unglaublich starkes Ethos.

Man muss es wohl klar sehen: Wir werden bald sehr viel mehr politisch Verfolgte in unserem Land sehen. Emigranten. Märtyrer. Wir leben in der Lüge. Die Lüge bringt das Böse hervor. Das Böse, das Teuflische.

Tja.

Dabei können wir selbst die Situation nicht auflösen (nicht diese, nicht Corona, nicht irgendeine von Bedeutung). Die Russen könnten es, wenn sie endlich die Nato platt machen würden. Oder die Amis. Wir nicht. Wir sind nur noch Sklaven, deren einzige Freiheit darin besteht, wie sie sich zu den Verhältnissen innerlich stellen, die andere bestimmen.

Also: Was soll es sein, Sklave?

Leider ist das Richtige nicht für Alle das Gleiche

Rain @, Montag, 27.02.2023, 12:07 vor 1096 Tagen @ Revoluzzer 4725 Views

Lieber Revoluzzer,

ich hatte gestern zufällig ein Video von Roger Beckamp zum Empfang der AfD Fraktion im Rathaus Münster gesehen.

https://www.youtube.com/watch?v=hvx_HjHMsL8

Das Video ist schon drei Jahre alt, also nicht aktuell.

Mich hat erschrocken, daß alte Damen der Auffassung waren, jeder, der wolle, könne nach Deutschland einreisen.

Aus Sicht der Damen ist das richtig. Weil man hier besser leben kann als in Afrika (meinen sie), sind wir verpflichtet, alle hier aufzunehmen, um ihnen gleiche Lebnesverhältnisse zu bieten.

Andere halten das für falsch und möchten, daß Menschen in dem Land, in dem sie geboren sind, in dem sie Familie haben, möglichst gut leben können sollen.

Was mich erschreckt hat, war, mit welchem Fanatismus die Demonstranten gegen die AfD anschrieen, spuckten, schlugen, traten. Wie ein wildgewordenes Tier.

Und ich dachte an die Vergangenheit, als eine Minderheit Deutschland verlassen mußte, um nicht umgebracht zu werden. Und das waren oftmals die Besten, die Klügsten, die Basiertesten, die man am dringendsten gebraucht hätte, um die Zivilisation weiter in die richtige Richtung zu entwickeln.

Damals hatten die Mitbürger noch ein direktes Interesse an dem Verschwinden ihrer Nachbarn, denn deren Hausrat wurde preisgünstig verkauft. Heute sind die Leute so dumm, daß sie eigene Nachteile in Kauf nehmen, um eine oktroyierte Ideologie durchzusetzen und das eigene Land zu zerstören.


Beste Grüsse

Rain

--
Der Rechtsstaat ist wie die Luft: Unsichtbar aber essentiell.

Das Richtige muss jeder für sich selbst feststellen...

Revoluzzer @, Montag, 27.02.2023, 12:22 vor 1096 Tagen @ Rain 3936 Views

... das Problem ergibt sich erst, wenn das individuell als Richtige erkannte zum sozialen Auschluss, später zum finanziellen Ausschluss, zuletzt zur physischen Bestrafung und zum Mord führen (und täuschen wir uns nicht: Dahin wird es kommen, das zeigt alle historische Erfahrung, am Anfang noch durch hingebogene rechtsstaatliche Mittel, irgendwann als blanker Terror).

Mein Text bezieht sich auf jene, die Russland als Partner sehen und die SMO als gerechtfertigt.

Wer das nicht so sieht, hat kein Problem, da im Einklag mit der offiziellen Lüge (die diese natürlich als Wahrheit ansehen).

Interessant ist, dass beide nur Sklaven sind. Die einen als willige Sklaven, die sich als freie Bürger sehen. Die anderen in Erkenntnis ihres Sklaventums.
Und für die Sklaven mit richtiger Einsicht stellt sich eben die Frage: Pragmatismus oder Märtyrer werden?

Das hat mit "Dummheit" nix zu tun

sensortimecom ⌂ @, Montag, 27.02.2023, 12:23 vor 1096 Tagen @ Rain 3998 Views

Es ist was Pathologisches, wissenschaftlich Unerforschtes. Eine sich weltweit ausbreitende Geisteskrankheit.

@Rain ...

Mirko2, Montag, 27.02.2023, 12:31 vor 1096 Tagen @ Rain 3673 Views

Anträge für die Ukrainer in der Kindergeldkasse (Agentur für Arbeit) sind "vorrangig zu bearbeiten, so auch die Anträge bei dem Bürgergeld, auch mit Vorschuss ...

*Interne Arbeitsanweisung

Was man befürwortet, ist immer eine persönliche Entscheidung...

Andudu, Montag, 27.02.2023, 12:44 vor 1096 Tagen @ Revoluzzer 3843 Views

Oder soll man sich aktuell von Putin distanzieren – um vielleicht irgendwann mit einem Nachfolger wieder in Kontakt treten zu können? Soll man „Pragmatismus“ in seiner ganzen Widerwärtigkeit praktizieren? Das Wahre und Richtige verraten, um heute und morgen Erfolg zu haben?

Das ist die andere Option.

Individuell kann man die Frage auch ignorieren, aber gesellschaftlich nicht. Das ist also keine Option.

...und ich würde normalerweise auf der Wahrheit beharren, es sei denn, dass das mein unmittelbares Ende bedeuten würde (dafür wäre ich dann doch zu feige, dann lieber Reaktanzverhalten).

Warum? Weil ich auch morgen noch in den Spiegel schauen und von anderen als integer wahrgenommen werden möchte.

Von Lügen kann man profitieren, aber man zerstört damit Vertrauen und Struktur, auf die man selbst angewiesen ist. Das ist ja die Crux: man schadet sich damit mittelfristig selbst!

Man kann das überdeutlich an der Geschichte des Westens sehen: immer mehr der in ihm lebenden Menschen haben mit den Machtstrukturen gebrochen, glauben der Propaganda nicht mehr, erkennen wie stark jede Moral längst zersetzt wurde, es ist wie eine Autoimmunerkrankung, sie lehnen ihr eigenes System ab, weil dieses Moral predigt, aber sich selbst nicht daran hält... kurz: es lügt!

Ähnlich ist es mit korrupten Ländern, sie bekommen einfach die Füße nicht auf den Boden, solange jeder nur sein persönliches Wohlergehen skrupellos, also mit Lügen und Betrug, durchsetzt. Auf sowas kann halt einfach keine positive kollektive Entwicklung gründen...

Ein Großteil der Bevölkerung prüft nichts nach

stocksorcerer @, Montag, 27.02.2023, 12:51 vor 1096 Tagen @ Rain 4007 Views

Das gab es schon immer, aber es ist nach der Jahrtausendwende deutlich schlimmer geworden. Begleitet wurde das von Politik und Medien und durch Bildungsanstalten (die ihren Namen heute nicht mehr verdienen) mittels eines immer enger geschnürten Meinungskorridors seit Merkel Kanzlerin wurde. Spätestens da begannen die Worthülsen wie "alternativlos" und "Zeichen setzen".

Man erhob den moralischen Zeigefinger und machte sich dabei selbst zum Absoluten. Abweichler in Parteien, Bundeswehr, Medien wurden zuerst versetzt, verlacht, dann diskreditiert und gebrandmarkt. Kritiker weggebissen oder zum Selbergehen gedrängt. Schließlich mit allen Mitteln des Staates verfolgt. Eingesperrt in Stammheim, seit: wie lange? Gesetzeskonform oder eben nicht?

Viele Leute gewöhnten sich früh daran, einfach blindlings zu folgen, viele in den Coronajahren. Coronakritiker wurden ausgegrenzt und verlacht und verhöhnt. Da wollte man dann auch bloß nicht dazugehören. Und das Traurige daran ist, dass die meisten, die das taten, die mitmachten, selber noch nie im Leben auf "the lancet" gewesen sind und RKI und PEI bloß von Schaubildern aus dem Fernsehen kennen. Präsentiert in einem Atemzug mit den "Fallzahlen" und sofort verinnerlicht.

Heute beim Ukraine-Konflikt ist es genau dasselbe. Viel zu viele gröhlen die Parolen von Springer-Leuten und ARD-Restles nach, statt zurückzublicken auf 2014. Auf die Horrorbilder auf dem Maidan oder in Odessa. Das ist ausgeblendet, als wäre es nie geschehen. Es gibt tatsächlich Menschen, die nicht glauben, dass es einen Putsch gegeben hat! Das macht mich schier kirre!

Ich habe noch die Hoffnung, dass die Geschichte noch aufzuhalten ist, aber sie ist verdammt klein geworden, weil noch immer Viele nicht wahrhaben wollen, dass Russland sich spätestens bei der Krimfrage veranlasst sehen wird zu überlegen, ob ein taktischer Schlag gegen Ramstein nicht gerechtfertigt und sinnvoll sein könnte, damit die verfluchten Pokerspieler und Hardliner in Washington sich einscheißen!

Warum die Menschen dieses große Wagnis eingehen, bloß um dem großen Meister innerhalb der NATO zu gefallen, der einem vermutlich auch noch die Energieionfrastruktur weggesprengt hat, wird mit wohl ewig ein Rätsel bleiben.

Gruß
stocksorcerer

Ich bin wohl am Ende auch zu feige. Aber es wird sie geben: Die neuen Martin Niemöller, Georg Elser, Claus Schenk Graf von Stauffenberg...

Revoluzzer @, Montag, 27.02.2023, 12:53 vor 1096 Tagen @ Andudu 4148 Views

...denn auch das liegt in der Logik der Geschichte. Offen ist nur ob bzw. wann sie als Helden des Richtigen anerkannt werden.

Nicht ganz ....

NST @, Südthailand, Montag, 27.02.2023, 13:00 vor 1096 Tagen @ Revoluzzer 4047 Views

bearbeitet von NST, Montag, 27.02.2023, 13:10

Und für die Sklaven mit richtiger Einsicht stellt sich eben die Frage: Pragmatismus oder Märtyrer werden?

Für den Sklaven mit Einsicht stellt sich die Frage - wem diene ich, dem Körper oder dem Geist?

Das konventionelle Leben dient zu 9x% dem Körper, seine Befindlichkeiten werden befriedigt und zwar in einem Ausmass der Besinnungslosigkeit.

Mal abgesehen von den Grundbedürfnissen - wie Unterkunft u. Nahrung, das kann zur Not auch eine Höhle sein - und 1x Essen pro Tag, ist mehr als ausreichend.

Alles was darüber hinausgeht - das sind all die zusätzlichen Wünsche, die das Denken des Körpers als Forderungen aufstellt. Die externen Sklaventreiber - die kann man im Notfall noch bekämpfen, was in Revolutionen u. Kriegen - Demonstrationen u. Streiks ja ständig in der Welt passiert.

Den tatsächlichen Täter der Versklavung - das eigene Denken - das wird nie als mögliche Ursache gesehen.

Die tatsächliche Revolution findet erst statt - wenn man das eigene Denken nicht mehr so einfach und kritiklos hinnimmt.
Es gilt: Geist ≠ Denken
Gruss

--
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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Denk ich mir auch manchmal...

Andudu, Montag, 27.02.2023, 13:02 vor 1096 Tagen @ sensortimecom 3602 Views

Es ist was Pathologisches, wissenschaftlich Unerforschtes. Eine sich weltweit ausbreitende Geisteskrankheit.

...irgendwas mit Handystrahlen oder so :-)

Aber ich glaube, dass es diese dummen Leute schon immer gab. Gerade auch unter Frauen, deren Horizont und psychologische Ausrichtung naturgemäß schon immer mehr auf den Hausstand und die Familie ausgerichtet war (die Moral und Logik dort, versagt aber halt bei Staatsproblemen meist).

Der Unterschied zu früher ist lediglich, dass man heute jedem noch so dämlichen Moralapostel zuhört und alle die widersprechen mundtot macht. Ich vermute, dass das nicht ganz unwesentlich auf die Frauenquoten in den Medien zurückgeht. Die Gesellschaft ist verweiblicht, das hört man nicht nur am Radioprogramm, das spürt man bei der rigorosen sozialen Ausgrenzung Andersdenkender, das merkt man an der Aufkündigung abstrakter Regeln, das merkt man am Fehlen jeder widerspruchsfreien Logik, das merkt man an der massiven Aufwertung des Emotionalen und Subjektiven.

Das müsste nicht so sein, es gibt ja auch genug kluge Frauen und auch Männer, daher ist es wahrscheinlich von oben so gewollt, damit wir besser zu steuern sind. Wenn man die Dummen protegiert und fördert, ergreifen die Klugen automatisch die Flucht (der Klügere gibt nach) und denken sich: macht mal, ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt...

+1 oT.

Revoluzzer @, Montag, 27.02.2023, 13:29 vor 1096 Tagen @ NST 3022 Views

Verweigerung und Elitentausch

re-aktionaer @, Montag, 27.02.2023, 17:22 vor 1096 Tagen @ Revoluzzer 4045 Views

Hass auf Russland ist bei der Bevölkerung morgen in sein Gegenteil verkehrt und kommt und geht wie Glockenhosen und Plateusohlen.
Ich denke die Jugend macht es gerade richtig vor. Arbeitsverweigerung. Denn nichts ist bedrohlicher für das Geschmeiss an Beamten, Politikern, Funktionären und Förderungssaugern, wenn der Wirt kein Blut mehr gibt. Unsere jungen Menschen gehen lächelnd und ohne ein Sterbenswörtchen Kritik an den Zuständen zu üben, einfach nicht mehr arbeiten und beenden diesen Parasitismus durch schlichte Untätigkeit.
Eine träge zähe Masse von vollkommen idealbefreiten höflichen Faulpelzen. Egoistisch bis in die Haarspitzen. Heuchlerisch wie ihre Parasitenherren (Klimakleben und Urlaub in Bali). Damit macht man eben keinen Staat mehr.
Und genau das wird jetzt passieren. Und ich lach mir dabei einen Ast ab.
Was danach passiert, welche Gruppe an Idealisten hier ans Ruder kommen wird, bleibt natürlich abzuwarten. Die bisherige Gesellschaftsordnung aber entschläft gerade in untätiger Gleichgültigkeit.

Das hat mit "Dummheit" nix zu tun, sondern mit Denkfaulheit und Denkverweigerung

Avicenna, Montag, 27.02.2023, 18:10 vor 1096 Tagen @ sensortimecom 3287 Views

Warum verhalten sich die Menschen im ehemals so grossen Westen derart ungesund, dass sie sich nun selbst auszulöschen beginnen, wurde in den letzten Tagen mehrfach gefragt.

Das nach Wilhelm von Ockham (1288–1347) benannte Sparsamkeitsprinzip, kurz: Ockhams Rasiermesser, besagt, das zur Erklärung für ein und denselben Sachverhalt die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen ist.

Also fragen wir einfach: Was hat den Westen zivilisatorisch gross gemacht?

Das Denken und die Benutzung des Verstandes.

Was richtet ihn zugrunde?

Denkfaulheit und Denkverweigerung.

Der bekannte Hochschullehrer Ernst Pöppel, der an der Ludwig-Maximilians-Universität in München von 1976 bis 2008 als Professor für Medizinische Psychologie angehende Psychologen und Psychotherapeuten ausbildete, schätzte, "dass nur rund zehn Prozent der Menschen selber denken und ihr Leben in die eigene Hand nehmen. … Nicht zu denken ist in der Tat ein gesundheitlicher Risikofaktor." Diese ausgeprägte Denkfaulheit, so erklärt Pöppel auf dem Psychotherapie-Portal psychotherapie.com weiter, gäbe es "gerade auch bei Akademikern, von denen man eigentlich noch am ehesten annehmen sollte, dass sie selber denken wollen".

Wenn also diejenigen, die von der Gesellschaft ausgebildet werden, die Gesellschaft zu führen, sich jedoch weigern, ihren Verstand zu benutzen, was bitte, wird dann das Ergebnis sein? Ist es nicht logisch, dass aus der Weigerung, den Verstand zu benutzen, zwingend der Untergang der Denkfaulen und der Denkverweigerer folgt?

Im Vergleich zur Zeit von Ockham haben wir heute die bedrohliche Situation, dass die technologische Entwicklung es den Denkfaulen und Denkverweigerern ermöglicht, auch diejenigen mit in den Abgrund zu reissen, die noch selber denken. Da braucht @Weiner sich keinen Wecker zu stellen; der grosse Knall lässt vom Wecker nicht mehr viel übrig.

Mit zum Denken ermutigenden Grüssen
Avicenna

--
"Niemand ist mehr Sklave als der, der sich für frei hält, ohne es zu sein" (Johann Wolfgang von Goethe, 1809)

Nicht Denkfaulheit, sondern Führungsfaulheit

Miesepeter @, Montag, 27.02.2023, 18:56 vor 1096 Tagen @ Avicenna 3061 Views

bearbeitet von Miesepeter, Montag, 27.02.2023, 19:11

Der bekannte Hochschullehrer Ernst Pöppel, der an der Ludwig-Maximilians-Universität in München von 1976 bis 2008 als Professor für Medizinische Psychologie angehende Psychologen und Psychotherapeuten ausbildete, schätzte, "dass nur rund zehn Prozent der Menschen selber denken und ihr Leben in die eigene Hand nehmen. … Nicht zu denken ist in der Tat ein gesundheitlicher Risikofaktor."

Dies sind genau die 10% mit einem IQ von 120 oder höher, also dem benötigtem Minimum, um in einer modernen, global verknüpften, wissenschaftlich dokumentierten Welt die komplexen Probleme sachgerecht erfassen und analysieren zu können.

Nicht jeder dieser 10% hat Zeit, Energie, Aufmerksamkeit, Neigung und Möglichkeit, sich jedem x-beliebigem Thema annehmen zu können, real erreichen nur ein Bruchteil dieser 10% eine angemessene Kompetenz.

Dies sind die Leute, welche den Rest durch Aufklärung, Beratung, Mandatsübernahme, Beeinflussung oder Zwang (je nach Veranlagung) führen müssten.


Wenn also diejenigen, die von der Gesellschaft ausgebildet werden, die Gesellschaft zu führen, sich jedoch weigern, ihren Verstand zu benutzen, was bitte, wird dann das Ergebnis sein? Ist es nicht logisch, dass aus der Weigerung, den Verstand zu benutzen, zwingend der Untergang der Denkfaulen und der Denkverweigerer folgt?

Es ist nicht die Denkfaulheit, sondern die Führungsfaulheit der Kompetenten. Die Auflösung der Vorstellung einer Führungsverantwortung von Funktionseliten in ihren nationalen Gesellschaften seit den siebziger Jahren hat dazu geführt, dass heute diese 10% agieren wie russische Oligarchen - sie kümmern sich um ihre eigenen wirtschaftlichen Belange und jetten ansonsten durch die Welt und machen Trophy-Snapshots. Die Belange ihrer intelektuell oder sozial schlechter gestellten Mitbürger interessieren sie wenig, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

So wird das Feld der gesellschaftlichen Führung komplett denjenigen überlassen, die gegen Bezahlung die Führungsfunktionen wahrnehmen, und diese nehmen sie natürlich wahr im Sinne ihrer Auftraggeber, also derjenigen, die sie bezahlen.

Gleichzeitig steigt die Komplexität der Verhältnisse permanent (vgl. Tainter), die Anforderungen an die Gruppe der Funktionseliten erhöhen sich also ständig, sowohl im ureigenen Kompetenzbereich wie auch im gesellschaftlichen Verantwortungsvereich, entsprechend weniger Kompetenz & Energie kann pro Problem noch investiert werden.

Nimmt man diese 3 Faktoren (Führungsfaulheit, Abgabe jeglicher Verantwortung an bezahlte "Experten", permanent steigende Komplexitätsanforderungen) zusammen, so ist es nicht verwunderlich, dass die Ergebnisse nicht mehr von der Art sind, dass sie die Interessen der Denkfähigen, oder gar der Gesamtgesellschaft gerecht werden.

Und so kommt es dann, dass Sarah Wagenknecht - eine sympthatische und mutige Frau, aber auch kein politisches Jahrhunderttalent - quasi schon allein im Regen steht, wenn sie nur die Beachtung der banalsten Grundinteressen der deutschen Gesellschaft einfordert. Nicht weil es innerhalb der 10% allgemein an Mitdenkenden mangelt, sondern weil diese Denkenden zwar gerne mitdenken, aber keinesfalls die Mühen der Verantwortung und Führung auf sich nehmen wollen.

Gruss,
mp

Alle anderen Raubtiere

Mephistopheles, Montag, 27.02.2023, 21:07 vor 1096 Tagen @ NST 2809 Views

Mal abgesehen von den Grundbedürfnissen - wie Unterkunft u. Nahrung, das kann zur Not auch eine Höhle sein - und 1x Essen pro Tag, ist mehr als ausreichend.

Nehmen auch nur max. 1* am Tag Nahrung zu sich, wenn überhaupt. Die Jagd ist nicht jeden Tag von Erfolg gekrönt.
Danach ist Schluss, Feierabend. Es gibt so gut wie kein Raubtier, das nach erfolgreicher Jagd ein zweites Mal aufbricht.

Bei den Menschen war das genau so, bis irgendeiner auf die Idee kam, sich von Gräsern zu ernähren. Von Gräsern wird man nämlich nicht nachhaltig satt. An dieser Erbsünde leiden wir noch heute.

Alles was darüber hinausgeht - das sind all die zusätzlichen Wünsche, die das Denken des Körpers als Forderungen aufstellt. Die externen Sklaventreiber - die kann man im Notfall noch bekämpfen, was in Revolutionen u. Kriegen - Demonstrationen u. Streiks ja ständig in der Welt passiert.

Den tatsächlichen Täter der Versklavung - das eigene Denken - das wird nie als mögliche Ursache gesehen.

Ein weiterer Schritt in der Versklavung:
Arbeitszeiterfassung nun Pflicht: Das müssen Sie jetzt wissen

Die tatsächliche Revolution findet erst statt - wenn man das eigene Denken nicht mehr so einfach und kritiklos hinnimmt.
Es gilt: Geist ≠ Denken
Gruss

Gruß Mephistopheles

Sich in Führungspositionen zu halten ist härteste Knochenarbeit ...

NST @, Südthailand, Dienstag, 28.02.2023, 02:24 vor 1096 Tagen @ Miesepeter 2758 Views

bearbeitet von NST, Dienstag, 28.02.2023, 02:34


Es ist nicht die Denkfaulheit, sondern die Führungsfaulheit der Kompetenten. Die Auflösung der Vorstellung einer Führungsverantwortung von Funktionseliten in ihren nationalen Gesellschaften seit den siebziger Jahren hat dazu geführt, dass heute diese 10% agieren wie russische Oligarchen -

So wird das Feld der gesellschaftlichen Führung komplett denjenigen überlassen, die gegen Bezahlung die Führungsfunktionen wahrnehmen, und diese nehmen sie natürlich wahr im Sinne ihrer Auftraggeber, also derjenigen, die sie bezahlen.

.... und bedarf immer 100% Einsatz. Ganz unabhängig in welchem Sektor das geleistet wird. Sobald der Führer schwächelt - und das kommt zwangsläufig mit dem Alter .... bricht alles auseinander.

Es seid denn, es wurde alles auf die Ausbildung von Nachfolgern gesetzt - das sind dann die direkten Nachfolger persönlich ausgebildet - aber im Regelfall schon eine Klasse schlechter. So geht es dann weiter ..... in der 3. Generation ist der Kern ausgehöhlt.

Hat das die Führungsperson versäumt, egal aus welchen Gründen - geht alles noch schneller dem Ende entgegen. Wirklich funktioniert hat das noch nie ..... weder in den Religionen noch in den denkenden Disziplinen.

Authentische Führungspersönlichkeiten, die sind nicht an geldwerten Dingen interessiert - das unterscheidet sie von Angestellten. In Universitäten, anderen Lehreinrichtungen werden Angestellte ausgebildet. In allen Bereichen - wie beruflicher Schulung werden Angestellte ausgebildet. Führungspersönlichkeiten sind dem Nerd Status zugeordnet. Denen geht es um ihre Sache - was anderes interessiert sie nicht.

Nerds in jedem Sektor bewegen sich max. im 1% Bereich der Restbevölkerung. Durch schriftliche Aufzeichnungen dachte man, kann das Gedankengut eines Gründers gespeichert werden. Das geht auch - was aber nicht geht, ist die Absicht, die Intentionen dieses Gründers zu speichern (das sind seine Antriebskräfte, seine ureigene Energiequelle). Lediglich das Wissen dieses Gründers lässt sich speichern.

Daraus lässt sich recht einfach schliessen, es ist nicht das Wissen das entscheidend ist - es ist die Art der Anwendung.

Maradona oder Messi - die könnten alles über Fussball aufschreiben was sie wissen - daraus entstehen aber keine neuen Messis u. Maradonas. Der kommende neue Fussball Nerd - muss eigene Wege einüben und finden damit er die alten Meister übertreffen kann.

Das ist das Problem mit dem Denken - nur eines von vielen anderen. Es ist einfach nicht die Lösung, für die Probleme die uns erwarten. Sie führen uns nur in Abwärtsspiralen - und alles muss von vorne neu gestartet werden und dann noch einmal, und noch einmal und ..... und wenn sie nicht gestorben sind (die gespeicherten Gedanken - das glorifizierte Wissen), bekriegen sie sich noch heute ...
Gruss

--
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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Wettbewerb ist der Schlüssel!

Revoluzzer @, Dienstag, 28.02.2023, 08:42 vor 1096 Tagen @ Avicenna 2609 Views

bearbeitet von Revoluzzer, Dienstag, 28.02.2023, 08:48

Europa war seit dem Untergang des römischen Reiches ein brutaler, wettbewerbsintensiver Ort. Nirgendwo auf der Welt gab es ähnliches: So viele Gruppen und Kleinstaaten, die im wahrsten Wortsinne auf Leben und Tod miteinander im Wettbewerb (und Kooperation) standen.

Diese historisch einmalige Situation hat das Denken, den Wirklichkeitsbezug, die Vernunft ERZWUNGEN.

Diese Situation gibt es nicht mehr.

Es fehlt seit 80 Jahren der Druck des Wettbewerbs, der freiwilligen Kooperation (EU/USA), die Autonomie, um Eigenverantwortung im Wettbewerb und in der Kooperation zu leben.

Und es geschieht dann, was immer passiert: Die Gesellschaft wird dekadent. Man will sich an selbstformulierten Idealen orientieren.... Das ist doch viel schicker und angenehmer. Der Gegner/Partner ist nicht mehr außen, sondern innen, die eigenen Leute, die zu bekämpfen ja auch so viel einfacher ist.

Dass die "Akademiker" an der Vorfront der Degeneration stehen, ist ebenso logisch: In einer vor Wettbewerb geschützten Gesellschaft nehmen sie oft privilegierte, also vor nochmal vor Wettbewerb geschützte Positionen ein.

Wer so geschützt und behütet ist, wie soll der innovativ sein? Und selbst wenn Einzelne innovativ sind: Wie soll das sich gesellschaftlich durchsetzen? Und was völlig bekämpft wird, fast unmöglich ist: Echte Innovationen, Innovationen, die die Gesellschaft, den Staat selbst voranbringen, verändern.

Wir brauchen wieder Wettbewerb, dann kommt das Denken von alleine wieder.

Dumm ist nur, dass Denken kulturelle und nationale Voraussetzungen hat, die die EU nicht bietet. Ja mehr noch: Die EU unterdrückt für die europäischen Nationen den wichtigsten Wettbewerb: Den mit den Nachbarn.

Also auch wenn heute der Wettbewerb global ist, muss als erstes die EU weg.

Was zu reformieren ist, ist soooooooooooo unglaublich klar. Und sooooooooooooo völlig unrealisierbar.

Völlig richitg. Das Problem ist nur auf Ebene des äußeren Rahmens, heute der Weltpolitik, zu lösen. Und darum ist Putins "Multipolarität" die einzige Hoffnung für die Menschheit.

Revoluzzer @, Dienstag, 28.02.2023, 08:46 vor 1096 Tagen @ NST 2606 Views

Der neue Kannibalismus - staatlich organisiert ...

NST @, Südthailand, Donnerstag, 02.03.2023, 02:44 vor 1094 Tagen @ Revoluzzer 2313 Views

bearbeitet von NST, Donnerstag, 02.03.2023, 03:04

Dass die "Akademiker" an der Vorfront der Degeneration stehen, ist ebenso logisch: In einer vor Wettbewerb geschützten Gesellschaft nehmen sie oft privilegierte, also vor nochmal vor Wettbewerb geschützte Positionen ein.

.... am Beispiel Freiburg einer der Zentralen der Häuslebauer - und der Grünen Khmer..... dort gibt es ja recht viele Akademiker ... und Grundstücksbesitzer mit Eigenheim ... viele alte weisse Mieter und neue dynamische Raktenwissenschaftler (steuerfinanziert)...

Grundsteuer-Schock: „Mein Haus wird unbezahlbar!“

Jetzt werden genau jene zur Kasse gebeten, welche den Maoisten Kretschmer gewählt haben. Das ist doch ein sehr schönes Bsp. für Karma, das relativ zeitgleich eingefahren wird. Die Ursache und Wirkung ist noch klar erkennbar.

Solche Ereignisse, die dürften in den kommenden 10 Jahren sehr gehäuft auftreten. Verhindern lässt sich nichts mehr - denn es wurde ausgesät und wenn es ausgereift ist, passiert es eben. Ob man die Ursache dann noch ermitteln will - sehr wahrscheinlich nicht, das Überleben dieser Ernten dürfte die meiste Zeit beanspruchen.

Noch gibt es Hoffnung .... es wird alles gut. Sicherrrrr ....
Gruss

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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Die Hoffnung - das noch als Nachtrag .... die kommt von Prof. Markus Söderlund ....

NST @, Südthailand, Donnerstag, 02.03.2023, 04:26 vor 1094 Tagen @ NST 2294 Views

bearbeitet von NST, Donnerstag, 02.03.2023, 04:40


Noch gibt es Hoffnung .... es wird alles gut. Sicherrrrr ....

..... und ist als sehr nachhaltig zu bewerten.

Anstatt frisch Verstorbene zu bestatten, könnte man ihr Fleisch zu Nahrungsmitteln verarbeiten.

... guten Appetit ....

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Das schaffen wir .... wer möchte nicht gerne einen „ Lachenden Tod“
Gruss

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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Wie geht es weiter - Menschlein .....

NST @, Südthailand, Sonntag, 05.03.2023, 15:21 vor 1090 Tagen @ NST 2027 Views

Das schaffen wir .... wer möchte nicht gerne einen „ Lachenden Tod“

..... 4000 ELO gegen den besten Spieler, mit knapp 2900 ELO - plus einer Vorgabe von 1 Figur ....

Magnus mit einer FIGUR MEHR! | Stockfish 15.1 vs Magnus Carlsen

Hier glaubt immer noch die Mehrheit an so etwas wie Bewusstsein ist was spezifisch menschliches ....

Dazu kurz vor Einführung von ChatGPT 4 .... was und wie funktioniert das ganze eigentlich - So funktioniert ChatGPT - die erste "echte" künstliche Intelligenz (Transformer und neuronale Netze)

Das was wir als menschliches Denken und Bewusstsein wahrnehmen, lässt sich offenbar einfach nachbauen. Täglich wachsen die Fähigkeiten der KIs .... - während hier immer noch über die Einzigartigkeit des menschlichen Denkens philosophiert wird.

Diese letzte Bastion der Einzigartigkeit wird noch in diesem Jahrhundert fallen. Gleichzeitig graben sich die letzten Verfechter des menschlichen Geistes ein - in ihre Gräben, unfähig der Realität ins Auge zu schauen. Es ist eben nicht nur Corolla, die Ukraine .... und diesmal werden nicht nur die Kleider des Kaisers fallen ....
Gruss

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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

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