OT: Ich suche nach einem bayerischen Begriff, wo Kinder den Ort aufräumen oder Müll aus Wald und Flur entfernen.

Plancius @, Sonntag, 12.02.2023, 13:16 vor 1111 Tagen 2669 Views

bearbeitet von Plancius, Sonntag, 12.02.2023, 13:21

In Bayern soll es eine Tradition geben, wo ein -oder zweimal im Jahr Kinder und Jugendliche den Ort aufräumen, Müll im Ort und aus der umgebenden Flur entfernen. Diese Aktion hat so einen speziellen Namen, den ich so toll fand, der mir aber entfallen ist. Eine Google-Suche war leider auch erfolglos. Auch zwei Franken und einen Niederbayern, die ich um Rat bat, konnten mir nicht helfen.

Ich würde gern eine solche Tradition hier auch verankern. Der Müll im Ort, auf den Spielplätzen, in der Flur, auf Feld- und Waldwegen, in den Straßengräben hat ein unerträgliches Ausmaß angenommen. Es gibt einige Idealisten, die auf ihren täglichen Spaziergängen mit Ihren Hunden bereits mit Müllbeutel und Müllgabel ausgestattet sind und auf ihren Wegen den Müll einsammeln. Sie können die Vermüllung einfach nicht mehr ertragen.

Ganz schlimm sehen die Kinderspielplätze aus. Die Kinder kaufen nach der Schule im Edeka von ihrem Taschengeld Tüten mit Chips und Dosen mit Energy Drinks und hinterlassen die Abfälle einfach auf dem Spielplatz, wo sie der Wind dann in die benachbarten Straßen, Parks und Büsche trägt.

Leider wird den Kindern seitens der Schule und der Eltern gar kein Umweltbewusstsein mehr vermittelt. Wo soll das denn auch herkommen? Die Eltern werfen ja ihren Müll selber aus dem Fenster ihrer Autos. Die Straßengräben selbst hin zu einzelnen Gehöften sind mittlerweile vermüllt. Anwohner, Besucher, Paketdienste werfen Kaffee- und Joghurtbecher, Flaschen, Zigarettenschachteln und allerlei anderen Unrat aus dem Autofenster.

Man kann an der Gleichgültigkeit der Mitmenschen, der Schulleitungen und der öffentlichen Verwaltung schon verzweifeln. Da werden seitens der Stadt und auch der Schulen immense Energien in ihre Ukrainer, Flüchtlinge, Kampf/Schule gegen Rassismus gesteckt, aber das naheliegende - für eine saubere und lebenswerte Stadt und Umwelt zu sorgen - ist gar kein Thema mehr, sondern die zunehmende Vermüllung wird wie ein Naturgesetz hingenommen.

Nachträglich muss ich feststellen, dass die Pioniergebote in der DDR Sinn gemacht haben. Wir Kinder sind schon frühzeitig zu Arbeitseinsätzen in der Ortspflege herangezogen worden. Aber heute ist einfach alles verlottert. Ignoranz, Gleichgültigkeit haben sich von oben nach unten durchgefressen.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Im eher russisch geprägten Ostdeutschland nannte es man Subbotnik.

Durran @, Sonntag, 12.02.2023, 13:53 vor 1111 Tagen @ Plancius 2034 Views

https://de.wikipedia.org/wiki/Subbotnik#:~:text=Der%20Subbotnik%20(von%20russisch%20%D1...

Im allgemeinen war 2 mal im Jahr der Subbotnik. Samstag, jeweils im Frühling und Herbst wurden Dörfer und Städte von den Bürgern der Unrat jeglicher Art beseitigt.

Abgesehen davon, Müll zu entsorgen ist fast unbezahlbar geworden. Zumindest hier bei mir. Bis zum nächsten Recyclinghof sind es bei mir 40 km. Wenn mal viel Pappe oder Rigipsplatten hat dann muss man dorthin. Die Entsorgung von Rigips z.B. ist dort teurer als Neuware im Baumarkt. Ein 10L Eimer Bauschutt kostet 5 Euro Entsorgung.

Brauch sich niemand wundern wenn es die Leute in den Wald kippen.

Vielen Dank an die Leserzuschriften: "RamaDama" ist das Wort, das ich gesucht habe (räumen tun wir). (owT).

Plancius @, Sonntag, 12.02.2023, 14:11 vor 1111 Tagen @ Plancius 1677 Views

Ramadama (owT)

Fidel @, Sonntag, 12.02.2023, 15:25 vor 1111 Tagen @ Sorrento 1582 Views

Flurputzete, Waldputztag, ... Ohne weiteren Text

Echo @, Sonntag, 12.02.2023, 16:56 vor 1111 Tagen @ Plancius 1438 Views

Ohne Text

Als Ergänzung: Im Schwäbischen heisst es "Putzete" (owT)

Albatros @, Lothringen, Sonntag, 12.02.2023, 16:59 vor 1111 Tagen @ Plancius 1363 Views

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