mal wieder Aktien: Vonovia

aliter @, Montag, 17.10.2022, 10:21 vor 1224 Tagen 3642 Views

Seit Mitte des Jahres ist der Kurs um mehr als 50% eingebrochen - man fragt sich warum?
Soll Vonovia enteignet werden oder bleiben sie auf den Energiekosten, die den Mietern nicht zuzumuten sind sitzen, was haben sich die Anleger und dabei sind sicher auch Grossinvestoren gedacht, dass sie in Zeiten der Inflation Sachwertaktien abstossen?
Inzwischen geht es langsam wohl wieder aufwärts. Vorige Woche ging es sogar um 5 % nach oben. Auffällig schien mir die Kommentierung in DLF " Wirtschaft am Mittag". Während sonst die Kommentatoren jeden Schwankung um 1 - 2 Prozentpunkte blumig und phantasievoll begründen, war bei dem Kurssprung von Vonovia keinerlei Kommentar, ich dachte zunächst ich hätte was überhört und habe die Aufzeichnung extra abgehört - merkwürdig und das bei einem Dax Konzern.
Jedenfalls behalte ich meine Aktien gemäss Elsässer und hoffe auf ein gutes zumindestens akzeptables Ende.

Mietpreisbremse ?

StS @, Montag, 17.10.2022, 11:26 vor 1224 Tagen @ aliter 2816 Views

Hallo aliter,

die Frage betrifft die Solvenz der Kunden der Vonovia. Diese befinden sich aktuell z.T. in einer Art passiv eigenverwalteten nicht deklarierten Insolvenz - weswegen staatliche Unterstützungsleistungen aller Art benötigt werden. Der damit eingeschlagene Weg staatskapitalistischer Marktregelung lässt die Schlussfolgerung zu, dass mehr Eingriffe nötig sind. Erwartbar wären Regulierungen für Lebensnotwendiges.

Also z.B. Grundnahrungsmittel und natürlich auch Wohnkosten. Ein Mietpreisdeckel wäre auch deswegen angemessen, weil kurzfristig sehr viele Menschen zusätzlich unterzubringen sind.

Da die aktuell steuerfinanzierten Maßnahmen im Volumen an die Exponentialfunktion erinnern, wären Eingriffe zu Lasten der Leistungserbringer logisch. Im Grunde eine Art der Direktbesteuerung ohne Verwaltungsaufwand und vor allem auch unmittelbar wirksam.

Quasi eine schnelle und unbürokratische Hilfe.

Leider spricht aus dieser Perspektive nicht besonders viel für fremdgenutzte Immobilien.

Grüße
StS

Nebenkostenexplosion überfordert manche Mieter - Staat muss/wird eingreifen. Deckelung, Verbot von Kündigungen usw.

ebbes @, Montag, 17.10.2022, 11:43 vor 1224 Tagen @ aliter 2823 Views

Außerdem werden die Kosten einer Renovierung immer höher, die manche Mieter auch nicht mehr bezahlen können. Die bleiben an dir hängen.Miete darfst du evtl. nicht mehr erhöhen.
Wie willst du in diesem Umfeld Gewinne erzielen?

ebbes

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Bafin-gerechte Warnung:
Obwohl ich mehr als 30 Jahre Erfahrung an der Börse habe, habe ich keine Ahnung vom Markt. Macht nicht nach was ich handle. Vertraut der Sparkasse Buxtehude und ihren Anlagetipps.

Was denkst du wie lange der Staat noch alles auffangen kann.

Durran @, Montag, 17.10.2022, 12:08 vor 1224 Tagen @ ebbes 2959 Views

Den Staat immer als Rettungsanker zu sehen ist völlig illusorisch. Was macht der Staat?
Er versucht immer häufiger bestimmte Bevölkerungsgruppen zu beruhigen. Mehr nicht.
Das macht er aber schon immer.

Nun die große Frage bleibt natürlich wie lange kann er das durchhalten? Kann er alles retten. Nein, natürlich nicht, da gibt es fiskalische Grenzen. Das sehen wir gerade in Großbritannien.
Irgendwann wird die Währung crashen. So wie es sich Scholz mit seiner grünen Anhängerschaft vorstellt wird es nicht laufen.

Wie krank ist das denn?

NST @, Südthailand, Montag, 17.10.2022, 12:51 vor 1224 Tagen @ Durran 2955 Views

Den Staat immer als Rettungsanker zu sehen ist völlig illusorisch. Was macht der Staat?

..... es wird versucht das künftige frieren für den Frieden mit staatl. Massnahmen - also Bürgervermögen zu lindern.

Die Ursache abzustellen - die Aggression der NATO gegen Russland, steht dabei überhaupt nie zur Diskussion.
Ihr habt definitiv schon verloren, ganz unabhängig davon was mit Russland passiert. Verloren deshalb, weil ihr die Ursache und Wirkungskette einfach ignoriert.
Gruss

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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Deutschland traut sich "aus Gründen des Staatswohl" (warum wohl?!) nicht einmal Infos über die Pipeline-Anschläge zu veröffentlichen. Was du verlangst ist utopisch! nur Link

ebbes @, Montag, 17.10.2022, 13:16 vor 1224 Tagen @ NST 2525 Views

https://test.rtde.live/inland/151740-aus-grunden-staatswohls-informationen-zu/

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Bafin-gerechte Warnung:
Obwohl ich mehr als 30 Jahre Erfahrung an der Börse habe, habe ich keine Ahnung vom Markt. Macht nicht nach was ich handle. Vertraut der Sparkasse Buxtehude und ihren Anlagetipps.

So lange durch die erschaffene Geldmenge die Inflation (wegen der möglichen Rezession) nicht angeheizt wird.

ebbes @, Montag, 17.10.2022, 13:03 vor 1224 Tagen @ Durran 2355 Views

Außerdem wird das "Gesamtkapital" nicht erhöht. denn durch die gesunkenen Aktien- und Immobilienpreise hat sich das Vermögen verringert.

Manche Firma muss sich entscheiden Produktonskürzung (Angebot verringern) und Preis halten, wobei das nicht so leicht ist (Entlassungen und Maschinen herunterfahren) oder Preissenkung und Gewinne opfern in einer Rezession.

Das englische Pfund ist ein anderer Fall, weil es keine Leitwährung mehr ist, deshalb kann die Inflation schwerer abgebremst werden.
Gibt dazu Videos im Netz, die es ganau erklären warum Pfund und Euro unterschiedlich betrachtet werden müssen, die ich jetzt aber nicht suche.

ebbes

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Bafin-gerechte Warnung:
Obwohl ich mehr als 30 Jahre Erfahrung an der Börse habe, habe ich keine Ahnung vom Markt. Macht nicht nach was ich handle. Vertraut der Sparkasse Buxtehude und ihren Anlagetipps.

Das hängt von den üblichen Verdächtigen ab

Manuel H. @, Montag, 17.10.2022, 13:08 vor 1224 Tagen @ Durran 2403 Views

Deutschland hat ja keine Geldsouveränität. Wenn es Geld erschaffen will, muß es sich an ein übernationales Kartell aus den üblichen Verdächtigen wenden. Die werden mit Freuden für die BRD das Geld erschaffen, solange Deutschland deren geopolitischen Ziele erfüllt und den Sack erst zumachen, wenn es deren Interessen dient.

Also ist alles nach oben offen. Kritisch wurde es mal, als der Bundestag drohte, Hartz4 nicht zu ratifizieren oder vor Jahren 5 Euro Erhöhung für Hartz4 zu genehmigen als die üblichen Verdächtigen das als unnötig empfanden.

Jetzt gibt es volles Hartz4 auch an Vermögende im Mercedes mit Grundbesitz in Kiew, vorausgesetzt, man ist ukrainischer Staatsbürger oder kann einen dementsprechenden Reisepass vorweisen.

Die Big Player gehören transatlantischen Heuschrecken

Manuel H. @, Montag, 17.10.2022, 13:03 vor 1224 Tagen @ ebbes 2469 Views

Die sind liquide genug, um lächerliche Zahlungsverzüge der Mieter aussitzen zu können.
Den Räumungsklagen werden die Gerichte recht geben, dann können sie zu aktuellen Konditionen neu vermietet werden. Ukrainer, Araber, Nordafrikaner, Afghanen stehen Schlange, dürfen höhere Mieten zahlen und die Energiekosten übernimmt der Staat. Deutschland wird bunter.

Die kleinen Vermieter sollen illiquide werden. Räumungsklagen dauern und kosten Hölle, da werden die kleinen Vermieter zahlungsunfähig und notverkaufen an die Big Player.

In einem Jahr sind dann wieder die Zwangsversteigerungen voller Angebote.

Die seinerzeitigen "Integrationsprogramme", die 1.500 Euro Prämie den Vermietern gaben, die Nichtdeutsche statt Deutschen Wohnungen gaben, haben eh nur die Big Player abgeschöpft.

Schulden knapp 43 Mrd. €, Marktkap. ca. 16 Mrd. €, Nettoergebnis ca. 3 Mrd. € + weitere Zahlen & Bedingungen am Immobilienmarkt desaströs

Vatapitta @, Montag, 17.10.2022, 13:02 vor 1224 Tagen @ aliter 2933 Views

bearbeitet von Vatapitta, Montag, 17.10.2022, 13:33

Moin moin,

nicht nur die staatlichen Maßnahmen zur Wiederwahl = Erhaltung der Pfründe, belasten Vonovia.
Die hohen Dividenden haben einen deutlichen Abbau der Schulden verhindert.

Wenn die Kredite nach und nach mit z.B. 3% höheren Zinsen refinanziert werden müssen, schmilzt der Gewinn langfristig dahin.
Das ist Großinvestoren klar und m. E. auch deshalb der Rückzug.

Beim Marketscreener findet ihr weitere Zahlen zum Unternehmen.
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Gewinne aus möglichen Verkäufen von Immobilien sind auf längere Sicht nicht zu erwarten.

Hypoport schwach - 'Bedingungen am Immobilienmarkt desaströs'


Gruß Vatapitta

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Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

Nun ja, Buchwert je Aktie bei knapp 43,-- Euro, ...

Hochtaunus @, Montag, 17.10.2022, 19:02 vor 1223 Tagen @ Vatapitta 2157 Views

... da können noch einige Verluste oder Abschreibungen abgefedert werden, bevor man bim aktuellen Börsenkurs ankommt. Ich halte den Kursrutsch für übertrieben und bin selber mit einer Position eingestiegen (die allerdings aktuell mit ca. 15% im Minus ist).

Und noch eine andere Betrachtung: Wenn ich die Bilanzsumme mal grob durch die Anzahl der Wohnungen und Häuser im Eigentum der Firma teile, komme ich auf einen Wert von 190.000 Euro. Ok, sagt jetzt für sich jetzt nich so viel aus, aber macht auch nicht den Eindruck einer grob falschen Bewertung. Oder anders gesagt: Beim derzeitigen Kurs wäre jede Wohnung mit weniger als 100.000 Euro bewertet.

Ich bin auch bei VNA...

unasses @, Montag, 17.10.2022, 19:23 vor 1223 Tagen @ Hochtaunus 2136 Views

...investiert, leider zu früh und mit 55% im Minus.

Hast Du bei Deiner Berechnung auch die Schulden abgezogen?

Was kommt raus, wenn man das Eigenkapital durch die Anzahl der Wohnungen teilt??

VNA und andere Immowerte sind ja grade wegen der Schulden so abgeschmiert. Die wirken wie ein Hebel - bei höheren Zinsen nur in die andere Richtung.

Ich habe so gerechnet: ...

Hochtaunus @, Montag, 17.10.2022, 19:27 vor 1223 Tagen @ unasses 2166 Views

Buchwert je Aktie = Eigenkapital / Anzahl der Aktien
Rechnerischer Wert je Wohnung: Bilanzsumme / Anzahl der Einheiten im Eigentum

Zahlen aus dem H1-Bericht 2022.

Werden Vermieter wegen der höheren Zinsen jetzt Mieterhöhungen durchsetzen können? auch 10% oder 20%? Das wäre ein Brandbeschleuniger für die Inflation

BerndBorchert @, Dienstag, 18.10.2022, 08:55 vor 1223 Tagen @ aliter 1913 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Dienstag, 18.10.2022, 09:05

Ist da nicht so ein Hebel: wenn Zinsen um 1 Prozent steigen, müssten Mieten um ca. 10% steigen, um den Immobilienkäufern eine dem Kaufpreis entsprechende Verzinsung zu bieten?

Oder etwas anders gefragt: könnte es so laufen, dass die in den letzten Jahren um 20, 30, 40 Prozent gestiegenen Immopreise jetzt auf die Mieten übertragen werden?

Bernd Borchert

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