Hallo Mephistopheles,
du musst Dir die Wirkung angucken. Wenn die Regierung morgen Blei als Abgabe verlangt, wird Blei aus dem Warenkreislauf verschwinden und krass aufwerten. Die eine Ware, die als Geld deklariert wird, die wird etwas besonderes. Und diese besondere Ware, die ganz anders ausfallen kann, wird als Geld bezeichnet. Du kannst Blei auch durch Weizen ersetzen. Das Ergebnis wäre mit jeder Ware gleich. Das liegt an der Straf-Androhung.
wenn man den Geldbegriff nur auf Münzen und Noten anwendet und nicht auf Naturalien, die wie Geld auch zu vorher festgelegten Terminen beim Herrscher abgegeben werden müssen, dann ist die Geld-Definition unsinnig gewählt.
Die Naturalien müssen eben nicht zu verher festgelegten Terminen beim Herrscher abgegeben werden; sondern als Pachtzins (Pacht kommt von pactum) an den Eigentümer übergeben werden. Der Pächter musste sich nicht verschulden, sondern einen Teil seiner Ernte abgeben. Deswegen war die Abgabe auch kein Geld.
Sorry, ich sage, wenn das Verhalten der Menschen zu bestimmten Waren, egal was diese Ware gerade ist, immer gleichartig ist, und diese Ware seit langer Zeit als Geld bezeichnet wird, kannst Du diese Bezeichnung auch rückwirkend auf alle Waren anwenden, wo die Menschen dieselben Verhaltensweisen zeigten.
Wer muss sich denn heute als normaler Grundsteuerzahler verschulden, um seine Grundsteuer zu bezahlen?
Wem das nicht passte, der konnte abhauen in die nächstgelegene freie Reichsstadt, die oftmals nur einen Tagesmarsch entfernt lag. Damit war er seiner Abgabeverpflichtung ledig. Stadtluft macht frei.
Da wurden andere Abgaben gezahlt. Stichwort: nur als Beispiel: Marktrecht, Markttage.
Genau darum wurde in den Bauernkriegen gekämpft, als die Fürsten verlangten, die Pacht in Geld zu entrichten. Um an Geld zu gelangen, musste sich der Bauer verschulden.
Wieso das? Wenn er seine Waren gegen Geld verkauft, reicht das doch wohl aus?!
Diese Sorte war für den Herrscher sehr Vorteilhaft, weil er nicht erst nach der ersten Abgabe zahlen konnte, sondern bereits vor der ersten Abgabe. Was die Vorfinanzierungskosten von Herrschaft massiv absenkt. Klar passte das der Bevölkerung nicht so sehr. Das ist nun mal so, wenn man beherrscht wird. Trotzdem hat sich diese Art von Geld einfach durchgesetzt, weil es für die Stabilität der Herrscher einfach besser war.
Einen Warenkredit, also wenn der einem Bauer dem anderen Saatgut leiht, würdest Du doch wohl auch als Kredit bezeichnen.
Nein, das bezeichnet man als Leihe.
Ab wann gab es einen Unterschied von Kredit und Leihe?
Warum ein Warengeld nicht auch als Geld?
Weil eine Ware kein Geld ist. Man muss sich nicht verschulden, wenn man eine Ware handelt, aber dann, wenn man sie bezahlen möchte.
Das ist dieser Debitisten-Knoten, der ganz einfach Dinge fürchterlich kompliziert darstellt. Diese Unterscheidung von Verschuldung und Bezahlung ist doch völliger Unsinn. Tausende von Menschen bezahlen heute und sind kein bisschen verschuldet. Ja, ein Mensch muss in Vorleistung gegangen sein, um mit Geld bezahlen zu können. Bei Kreditgeld, muss es natürlich einen Schuldner geben. Aber schon wenn Du Goldnuggets als Geld bezeichnest und solange selbige in der Natur zu relativ leicht zu finden waren, erforderten diese auch nur eine Vorleistung. Jeder Bauer musste auch in Vorleistung gehen, um mit Naturalien bezahlen zu können. Klar kann man jede Vorleistung als Verschuldung verkomplizieren. Aber wo ist der Mehrwert von dieser Definition. Das bringt uns kein bisschen weiter. Der Debitismus erklärt gar nichts. Ist ein völlige Sackgasse.
Auch normale Metalle, die in Form von Erz abgeliefert werden mussten, waren natürlich Geld im Sinne der einzig sinnvollen Definition:
Geld ist die abstrakte Ware, die von den zu schützenden Untertanen beim Herrscher wiederkehrend zu vorab festgelegten Terminen unter Strafandrohung bei Nichtleistung abzuliefern ist.
Diese Definition ist für Geld nicht sinnvoll, da sie die Verschuldung nicht erwähnt.
Gut, dann schreibe bitte Deine Definition mal auf. Und dann prüfen wir mal deren Sinngehalt oder wir prüfen, welche einfacher aber hinreichend ist.
Dieses Geld hat sich seit der neolithischen Revolution ständig verbessert und je besser das Geld funktioniert, umso mächtiger können Herrscher werden. Und die meisten Herrscher sind am Geld gescheitert und nicht an äußeren oder inneren Feinden oder Nebenbuhlern. Einfach falsches Geld-Management und "ihr Reich" ging deshalb verloren.
Das Geld wurde nicht verbessert, sondern lediglich auf immer weitere Bereiche ausgeweitet. Habe ich ja erst kürzlich erwähnt, dass die Sonne, die noch vor wenigen Jahrzehnten ein freies Gut war, jetzt nache dem Energiertrag von Solarpanelen bewertet wird.
Doch, das Abgabegut wurde sehr wohl verbessert. Das ist völlig eindeutig. Z.B. die Banknoten, hatten gegenüber dem Münzgeld deutliche Vorteile. Sie waren leichter und sicherer zu transportieren als Münzen. Zentralbanknoten sind besser als Banknoten.
Anfänglich (bei den Jägern und Sammlern) wurden sicher ganze Tiere als Abgabegut verlangt. Die waren aber nicht gut teilbar, sondern mussten/konnten von der gesamten "Räuberbande" gemeinsam verzehrt werden. Als Geld teilbar wurde (z.B. Getreidekörner oder Erz) konnten die Räuber bezahlt werden und waren damit aus den Untertanen beliebig rekrutierbar.
Die gesamte Geldgeschichte lässt sich anhand meiner Definition ganz einfach, logisch und klar darstellen. Sie erklärt auch die Geschichte menschlicher Zivilisation und alle heutigen und auch die zwischenzeitlichen Geldprobleme.
Grüße
Morpheus
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