Gaspreisbremse - Wird denn wirklich derjenige mit aktuell hohem Verbrauch belohnt?

Plancius @, Dienstag, 11.10.2022, 14:30 vor 1229 Tagen 5447 Views

bearbeitet von Plancius, Dienstag, 11.10.2022, 15:22

Hier ein paar Infos zur Gaspreisbremse:

https://www.focus.de/finanzen/analyse-zur-gaspreisbremse-gaspreisbremse-warum-uns-die-e...

Also ich habe das mit der Gaspreisbremse so verstanden:

- Im Dezember 2022 bekomme ich meinen monatlichen Abschlag zurück.
- Ab März 2023 bekomme ich 80% meines bisherigen Verbrauchs zu einem Gaspreis von 12 ct/kWh. Alles darüber hinaus muss ich zum aktuell gültigen Gaspreis zahlen, der vermutlich wesentlich höher als 12 ct sein wird.

Hierzu treffe ich folgende Aussagen.

Der monatlicher Gaspreis, den ich zu zahlen habe beläuft sich auf 150 EUR. Mein Abschlag beträgt jedoch 200 EUR. Die 600 EUR, die ich mehr zahle, gebe ich dem Gasversorger als zinslosen Kredit und bekomme diese 600 EUR jeweils im April bei der jährlichen Abrechnung vom Gasversorger wieder erstattet.

Dann bekomme ich doch dieses Jahr im Dezember vom Staat 50 EUR geschenkt, weil ja der monatliche Abschlag erstattet wird und nicht der tatsächliche monatliche Verbrauchspreis.

Wegen der Energiekrise habe ich diesen Sommer von Mai bis September bereits die Warmwasserbereitung via Erdgas ausgeschaltet. Hände wurden kalt gewaschen, Zähne mit kaltem Wasser geputzt. Die tägliche Dusche erfolgte im Garten per Solardusche.

Meine Raumtemperatur habe ich um 1°C bis 1,5°C abgesenkt. Bisher ist die Heizung komplett aus, bis auf 2 kühle Abende. Im Haus sind es immer noch zwischen 19 und 20,5°C.

Nach Bekanntwerden der Gaspreisbremse haben wir nun beschlossen, all unsere Gassparmaßnahmen zurückzunehmen, um unseren Verbrauch dieses Jahr wieder in die Höhe zu treiben. Wir werden auch den Kamin nicht mehr mit Holz heizen. Denn sonst werden wir ja nächstes Jahr bestraft, wenn als Basis für einen günstigen Gaspreis der diesjährige Verbrauch genommen wird.

Das erinnert mich immer an meinen Vater, der zu DDR-Zeiten in seinem Betrieb die Maschinen in den Betriebsferien zwischen Weihnachten und Silvester rund um die Uhr unter Volllast laufen hat lassen. Denn sein Strombudget für das kommende Jahr war immer das alte Jahr, jedoch mit der Maßgabe, mehr zu produzieren. Das neue Plansoll hätte er aber mit dem Strombudget des letzten Jahres nicht geschafft, also wurde der Strom vor dem Jahreswechsel sinnlos verballert.

Dass die rot-grün-gelb-schwarze Kamarilla in Berlin zu selbigen Methoden aus der stalinistischen Mottenkiste greift, hätte ich mir zu meinen Lebzeiten niemals zu träumen gewagt. Dieses sinnlose Energieverballern wurde in der DDR ab Mitte der 80er Jahre Usus, also kurz vor dem Untergang des real existierenden Sozialismus. Demnach scheint der Untergang der BRD auch nicht mehr weit weg zu sein. Nur dieses mal wird's uns härter treffen. Wir haben nämlich keinen reichen Bruder mehr im Westen.

Diese bürokratische Monster von Gaspreisbremse kann doch gar nicht funktionieren.

- Wie schon erwähnt fehlen gerade diesen Winter, wo Gas knapp sein wird, die Sparanreize.
- Was wird mit den Haushalten mit Öl-, Pellet- oder Holzheizungen?
- Was ist mit den Leuten, die gerade umgezogen oder in ein neues Haus gezogen sind, für die es keine Vorjahresdaten gibt?
- Was ist mit den Haushalten, die just gerade zu einem anderen Anbieter gewechselt sind, der aber keine Verbrauchsdaten des Vorjahres in petto hat?

Vielleicht erübrigen sich auch alle gedanklichen Konstrukte hierzu.
Vielleicht marschiert ja der Russe in ein paar Monaten ein.
Vielleicht explodieren ja all unsere Gasleitungen.
Vielleicht gibt es ja Krieg in Deutschland mit nuklearen Explosionen.
...

Gruß Plancius

--
"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Ja, folgendes ist jetzt wichtig

Manuel H. @, Dienstag, 11.10.2022, 15:19 vor 1229 Tagen @ Plancius 4892 Views

A) Alle Heizungen auf Maximum, Fenster dabei öffnen hilft.
B) Die Abschläge maximal erhöhen. Die Stromkonzerne bieten leider nur einen Korridor an.

Wenn Du in Summe mehr Geld ausgeben willst …

tomflitzebogen @, Dienstag, 11.10.2022, 21:21 vor 1229 Tagen @ Manuel H. 2826 Views

… ist das sicherlich korrekt, aber warum Du Geld verbrennen willst verstehe ich nicht. Die Wohlfühltemperatur im Haus wird doch in diesem Winter ähnlich wie im letzten bei Dir sein + Grüße!
tomflitzebogen

Einfach einen Zählerstand an den Versorgen melden, der einen um 20% gesteigerten Verbrauch zu 2021 ergibt, tut's auch

Sorrento @, Dienstag, 11.10.2022, 15:35 vor 1229 Tagen @ Plancius 4124 Views

der Mehrverbrauch wird dann zu den alten, für viele noch moderaten Preisen aus 2021 bezahlt.
Und wenn der tatsächliche (nicht: gemeldete) Verbrauch für 2022/23 genau so hoch liegt wie für 2021/22 kommt man-oh Wunder!-auf einen Minderverbrauch von 20%. Und spart sich so den teuren Bereich von 80% aufwärts[[hüpf]] Zwar kommt deswegen auch nicht mehr wirklich mehr Gas aus den Pipelines- aber wenn was fließt so ist das nächste Jahr für das eigene Portemonnaie somit gerettet.

Alter Bauerntrick!

Wenn die Versorger zum Nachgucken kommen (die sind ja nicht blöde) - wäre das dann "Betrug"? (oT)

Wayne Schlegel @, Dienstag, 11.10.2022, 16:16 vor 1229 Tagen @ Sorrento 3124 Views

(oT)

Wo haben die denn das Personal her?

Mephistopheles, Dienstag, 11.10.2022, 16:39 vor 1229 Tagen @ Wayne Schlegel 3421 Views

(oT)

:-P

Stichproben? Geschäftsaufgabenbedingte Habeck-Arbeitslose? Freies Corona-Personal mit Finderprämien? Wegen Subventionsbezug durch länger hier Lebende "interessant"?

Wayne Schlegel @, Dienstag, 11.10.2022, 16:50 vor 1229 Tagen @ Mephistopheles 3367 Views

bearbeitet von Wayne Schlegel, Dienstag, 11.10.2022, 16:56

Hast schon recht, flächendeckend wohl kaum machbar.

Andererseits schaffen die es ja auch, in m.E. ziemlich kurzen Intervallen zum zeitintensiven Zählerwechseln zu kommen.

Die kamen tatsächlich und suchten ein Gasleck!

Socke ⌂ @, Dienstag, 11.10.2022, 17:25 vor 1229 Tagen @ Wayne Schlegel 3611 Views

Stellte mich doof, bei mir alles in Ordnung, weiß auch nicht wo es leckt?
So passiert das, wenn man sich beim Ablesen vertut. Muss ja nicht mal mit Absicht gewesen sein.

--
Notquartier für das Gelbe:
http://derclub.xobor.de/
(Im Falle von Störungen beim Gelben soll dies nur als "Info-Kanal" dienen, bis das Gelbe wieder erreichbar ist, siehe hier)
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=509208

Wenn die Ablesung völlig unplausibel ist...

Manuel H. @, Dienstag, 11.10.2022, 17:55 vor 1229 Tagen @ Socke 3385 Views

dann müssen die ja raus, könnte ja auch ein Gasleck sein.

Manche leisten es sich auch, Externe mit der Ablesung zwischendurch zu beauftragen, beispielsweise, weil sich Tarife oder Umlagen ändern. Dann müssen sie nicht schätzen und haben Rechtssicherheit.

Deswegen stehen in manchen AGBs, dass im Zweifel der vom Stromkonzern abgelesene Wert gilt und nicht der vom Kunden durchgegebene Wert.

Wie die Ablesung funktioniert

Manuel H. @, Dienstag, 11.10.2022, 17:24 vor 1229 Tagen @ Sorrento 3655 Views

Den meisten Stromanbietern genügt es, wenn ihnen der Zählerstand telefonisch, per E-Mail oder im Kundenkonto oder über die App mitgeteilt wird.
Sie wissen, dass viele Stromnutzer beim Ablesen ihre Lesebrille vergessen haben, das Gekrakel im dunklen Keller oben am Computer nicht richtig entziffern können usw., das ist denen aber egal. Vertut man sich beim Notieren des aktuellen Zählerstandes, hat entweder der Konzern oder der Kunde Pech.

Im Moment sind natürlich alle Stromkunden im Vorteil, die ihren Verbrauch viel zu hoch ablesen. Also beim Gang in den Keller die Lesebrille nicht vergessen, damit man alles richtig macht und weder sich noch den Konzern bevorteilt.

Nur wenige Stromanbieter empfehlen, mit einem Handy ein Fotos zu machen, das kann dann meist maschinell gelesen werden und minimiert Fehler. Wer aber kein Handy hat oder mit seinem nicht umgehen kann oder mag, macht es halt wie oben beschrieben.

Warum soll der Konzern oder der Kunde Pech haben …

tomflitzebogen @, Dienstag, 11.10.2022, 21:29 vor 1229 Tagen @ Manuel H. 2692 Views

Einmal wird pro Jahr selbst abgelesen. Falsche Angaben sind möglich, klar.
Am Ende beim Wohnungswechsel, bzw. zwischen durch beim Zählerwechsel kommt der Anbieter und liest selbst ab und dann gibt es die Endabrechnung.

Spekulieren kannste zwar zwischendurch (mit falschen Werten), das ist dann aber wie an der Börse, mit Gewinn oder Verlust für Dich + Grüße!
tomflitzebogen

Genau.. OT.

Mitmacher @, Dienstag, 11.10.2022, 18:54 vor 1229 Tagen @ bulla 2731 Views

Ot

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"Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt." - Thomas Mann, Der Zauberberg

"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)

Dann freuen sich ja diejenigen, die ihre freiwillig höhere Abschlagszahlung beim Gas- und Energieversorger als Sparbuch nutzen

Plancius @, Dienstag, 11.10.2022, 21:49 vor 1229 Tagen @ bulla 2879 Views

Da es keine Zinsen mehr gibt, nutzt so manch einer freiwillig höhere Abschläge für Strom und Gas als eine Art Sparbuch. Die fette Rückzahlung im Frühjahr wird dann als willkommenes Urlaubsgeld angesehen.

Es gibt auch geschiedene Männer, die über freiwillig höhere monatliche Abschläge ihren Unterhalt an die Ex und Kinder reduzieren.

Diese genannten Gruppen kommen dann wohl ab nächstem Jahr in den Genuß eines höheren Kontingents preiswerten, staatlich subventionierten Gases.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Gaspreisbremse erhöht die Preise

Manuel H. @, Mittwoch, 12.10.2022, 08:29 vor 1228 Tagen @ Plancius 2581 Views

Erinnert Euch an die MwSt-Subvention für Hoteliers. Da wurde die MwSt von 19 auf 7% für den Übernachtungspreis gesenkt (das meist dazugehörige Frühstück blieb bei 19%). Was hatte das für einen Effekt: So gut wie kein Hotelier gab die Subvention an seine Hotelkunden weiter.

Für geschäftliche Hotelkunden wurde so das Reisen sogar teurer, da diese nun weniger MwSt in ihren Steuererklärungen erstattet bekommen. Außerdem war es geduldete Praxis, das Frühstück in dem Übernachtungspreis zu "verstecken", so dass geschäftliche Kunden einerseits das "kostenlose" Frühstück in Anspruch nehmen konnten, aber dennoch die Pauschalen für Frühstück als Spesen steuerlich oder gegenüber der Firma geltend machten. Nun mußte aber das Frühstück wegen der differenten Steuersätze auf der Rechnung gesondert ausgewiesen werden, was meist dazu führte, dass Kunden auf das (meist qualitativ ungenügende) Frühstück verzichteten. Dem mageren Zusatzgewinn durch 8 Prozentpunkte MwSt Ersparnis standen nun erheblich höhere Umsatzverluste durch verminderte Frühstücksverkäufe entgegen, oft bis zur Unrentabilität der personalintensiven Frühstücksstation.

Die Milliarden an Steuergeldern, die nun über zusätzliche Staatsverschuldung ausgeschüttet werden, werden also zum größten Teil von den Energielieferanten bzw. den Spekulanten an den Spot-Märkten vereinnahmt. Sie werden also bei künftigen Energiepreiserhöhungen einkalkuliert.

Man darf gespannt sein, welche Gesetzeslücken die Energiehändler dabei wahrnehmen werden, um analog zu CumEx die Energiesubventionen auch ohne Energielieferungen einzukassieren.

Ölpreisbremse gegen Russland möglicherweise doch wirkungsvoll

Manuel H. @, Mittwoch, 12.10.2022, 08:49 vor 1228 Tagen @ Plancius 2932 Views

Ab Dezember soll Russland gezwungen werden, seine Bodenschätze zu Tarifen zu verkaufen, die nur knapp über den Produktionskosten liegen. Sie werden dann über die spekulativen Spot-Märkte zugunsten unserer üblichen Verdächtigen gegen den Verbraucher verteuert.

Denn diese neue Sanktion soll ja nicht dem westlichen Verbraucher helfen, sondern Russland schwächen und Vermögen zugunsten weniger übernationaler Player umverteilen.

Das könnte sogar gelingen, da die westliche Tankschiffahrt von westlichen Tankschiffen dominiert wird, die man bei drakonischen Strafandrohungen zum Mitmachen zwingen kann. Der Versicherungsmarkt wird von London aus dominiert. Ein überzeugender Wink nach London und die russische Energie kann mangels Versicherung nicht mehr transportiert werden.

Um die OPEC zu Produktionserhöhungen zu zwingen, damit Russlands Öl unnötig wird, ist geplant, das Opec-Kartell nach Jahrzehnten als das zu erkennen, was es ist: Ein Kartell. Gegen Kartelle haben die USA scharfe Gesetzesmöglichkeiten der Zerschlagung. Man könnte analog zum Raub der Vermögenswerte des russischen Volkes nun auch die Vermögen der erdölexportierenden Nationen rauben (euphemistisch "einfrieren")

Russland bliebe dann nur:
A) Aufbau einer eigenen Tankerflotte (nur, wo soll die anlegen dürfen?)
B) Aufbau einer eigenen Versicherungswirtschaft
C) Ausbau des Exports an China und Ostasien, soweit diese Länder fähig sind, sich Anschluß-Sanktionen gegen sie zur Wehr zu setzen

Wie könnte sich die OPEC ihrer Zerschlagung und Wegnahme ihrer Vermögenswerte widersetzen?

PS
In den USA wird bereits diskutiert, ein Export-Verbot für Öl zu erlassen. Also nix mehr mit Energielieferungen an Europa.

https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9049

Bei einem Spritpreis von 10 Euro je Liter gibt es bestimmt wieder so einen Doppelwumms vom Bundes Olaf.

Durran @, Mittwoch, 12.10.2022, 09:31 vor 1228 Tagen @ Manuel H. 2666 Views

Ich rechne mit extrem steigenden Benzin und Heizölpreisen. Derzeit im Schnitt noch für 2 Euro zu haben.
Der Gaspreis hat sich mit dem Ende der Gaslieferungen aus Russland auch beim 5 - fachen Preis und mehr eingependelt.

Öllieferungen aus Russland wird der nächste Sargnagel für unsere Industrie. Schwedt und Leuna stehen schon kurz vor dem Knock Out. In Frankreich gibt es schon Rationierungen an den Tankstellen.
Da ist der Sprit schon knapp.

Nochmal. Ohne russische Energielieferungen bricht das deutsche Geschäftsmodell krachend zusammen.
Das soll wohl auch das große Ziel dahinter sein.

Rationierungen in Frankreich haben nichts mit Ölknappheit zu tun

Ankawor @, Mittwoch, 12.10.2022, 11:59 vor 1228 Tagen @ Durran 2531 Views

Es wird einfach für mehr Lohn gestreikt. Die Regierung hat befohlen, wieder an die Arbeit zu gehen.

https://www.lemonde.fr/economie/live/2022/10/12/penurie-de-carburants-suivez-en-direct-...

Dass im Bericht gesagt wird, es gäbe keine Blockaden, stimmt aber nicht. Wir haben vor ein paar Tagen an mehreren Stellen LKWs gesehen, die auf der linken Autobahnspur angehalten und lange Staus verursacht haben.

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