Man braucht sich doch nur mal Verteidigungsminister Schoigu auf den Pressekonferenzen anzusehen. Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Man sieht ihm an, dass er bei der ganzen Sache kein gutes Gefühl hat.
Für die Russen ist es problematisch, solange sie der Ukraine nicht förmlich den Krieg erklärt haben und beim Begriff "besondere militärische Operation" bleiben. Denn ohne Kriegserklärung und Ausrufen des Verteidigungsfalls können sie nur maximal 150.000 Soldaten mobilisieren. Wehrpflichtige dürfen laut Gesetz im Ausland nicht eingesetzt werden.
Nun sucht man in Russland fieberhaft nach Freiwilligen. Dabei wird bestimmt einerseits Druck auf die aktuell Wehrdienstleistenden ausgeübt und andererseits kann ich mir Methoden wie vor 300 Jahren vorstellen, wo Werber mit einer Flasche Wodka durch die Dörfer und Unterschichtenviertel der Städte ziehen, um sich Unterschriften für den Kriegsdienst in der Ukraine zu erschleichen.
Ich finde es auch beschämend für eine Supermacht, dass in der russischen Bevölkerung gesammelt wird, um die eigenen Truppen in der Ukraine mit Drohnen auszustatten. Im Gegensatz zur Ukraine hat die russische Militärführung nämlich die Bedeutung von Drohnen im Gefecht gar nicht erkannt. Deshalb auch die hektische Übereinkunft mit Erdogan über die Lieferung türkischer Drohnen an Russland.
Obwohl ich die russischen Kräfte in der Konsequenz für überlegen halte, so müssen sie doch mit hohem Materialeinsatz und unter hohen Verlusten ihre Operationen durchführen. Entweder stehen sich in der Ukraine zwei doch verhältnismäßig schlechte Armeen gegenüber oder die ukrainische Armee konnte sich durch den Einsatz amerikanischer Militärberater von der sowjetischen Militärdoktrin emanzipieren und hat an Effektivität im Vergleich zur russischen Armee gewonnen.
Gruß Plancius
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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER