Stromkosten müssen differenzierter gesehen werden als im Gelben dargestellt - Stichwort: Merit-Order.

ebbes @, Sonntag, 28.08.2022, 13:03 vor 1272 Tagen 3043 Views

Mich hat wirklich verwundert, dass ich die Merit-Order nicht gefunden habe, als ich die Suchfunktion benützt habe.
"Wir" sind doch normalerweise vorne, wenn es um die Aufklärung von Sachverhalten geht. Alles konnte ich aber nicht lesen. Möglicherweise hat es einer hier schon erklärt ohne dass ich es gelesen bzw. gefunden habe. Falls ich den Faden verpasst habe, kann HM meinen Beitrag löschen. Doppelt muss nicht sein. Bitte aber den Thread angeben, wo es "besprochen" wurde.
Denn die ist der Schlüssel für die hohen Strompreise.
Wer hat sich so einen Blödsinn ausgedacht? Henry Ford ist doch schon lange tot.
Vielleicht fehlt mir auch der Durchblick und erkenne die Vorteile nicht?!

Also mache ich die Kiste der Pandora einmal auf.
Wie wird der Strompreis berechnet, bzw. woher kommt der Strom aus der Steckdose?
Die Einspeisung erfolgt in der Reihenfolge der Höhe des Erzeugerpreises der Stromlieferanten aufwärts.
Aber und jetzt kommt es - das hätte ich mir auch so nie vorstellen können - der Spotpreis wird bestimmt durch den letzten Energieträger (Grenzkraftwerk), welcher Strom liefert.
Dies ist zurzeit meistens ein Gaskraftwerk. Also steigt der Strompreis automatisch höher, wenn der Gaspreis weiter "haussiert."
Warum die nicht den Durchschnitt nehmen, wie in anderen Fällen - keine Ahnung. Wenn 99 Prozent anders gedeckt werden können und man dann für das eine Prozent ein Gaswerk benötigt. Manipulationen sind Tür und Tor geöffnet. Natürlich haben die Versorger an einen hohen Strompreis interesse. Viele Bioenergiekraftwerke fahren erst ab einem bestimmten Strompreis hoch, vorher lohnt es sich nicht, habe ich gelesen.

Die meisten Stromverträge werden OTC (over the counter) ausgehandelt. Euer Stromlieferant hat, wenn er geschickt gehandelt hat und richtig im Sinne seiner Bestandskunden kalkuliert, einen viel niedrigeren Preis bezahlt, als der gehandelte an der Leipziger Strombörse.
(Deshalb kann z.B eprimo im Media-Markt immer noch angeneheme Tarife anbieten.)

Ich habe nur kurz "quergelesen", deshalb ohne Gewähr. Zu einer genauen Recherche fehlt mir die Zeit. Wer über besseres Fachwissen vefügt, her damit. Wir wollen (hoffentlich) alle was lernen.

Für den Anfang:

https://de.wikipedia.org/wiki/Merit-Order

Verständlich, dass Habeck diese Preisfindung ändern will.

Gruß

ebbes

--
Bafin-gerechte Warnung:
Obwohl ich mehr als 30 Jahre Erfahrung an der Börse habe, habe ich keine Ahnung vom Markt. Macht nicht nach was ich handle. Vertraut der Sparkasse Buxtehude und ihren Anlagetipps.

Sozialistische Plan- und Dirigismuswirtschaft vs. Marktwirtschaft

eesti @, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Sonntag, 28.08.2022, 16:06 vor 1272 Tagen @ ebbes 1839 Views

Der von Dir (und im Wikipedia) beschriebene Effekt hat nur kurzfristig Bedeutung für die Preisverschiebung, wie auch in der Wikipediakritik erkannt.
Was wir derzeit erleben ist noch nicht 100%ig DDR-Mangelwirtschaft, noch reagiert und darf der Markt auf die dirigistischen Eingriffe und Steuerungen des Staates reagieren.
Und der Markt am Spotmarkt zuvorderst, reagiert ganz eindeutig auf die undurchdachten Eingriffe durch Politiker, die zwar einen guten Willen haben, leider von wenigen praktischen und marktwirtschafflichen Effekten auch nur ansatzweise eine Vorstellung haben.
Es ist doch für größte Dummköpfe nachvollziehbar, daß der Börsenpreis für Strom (und Gas) steigen muß, wenn man die billigen Erzeuger und Lieferanten so mit Zusatzkosten befrachtet, um Konkurrenten künstlich in die Wirtschaftlichkeit zu bringen, daß dann zwangsläufig der Gesamterzeugerpreis immer weiter steigt, obwohl (oder besser WEIL) man vermeintlich, aber nur vermeintlich gute und günstige Erzeuger in den wirtschaftlich rentablen Bereich für die Erzeugerfirmen manipulieren will.
Die Effekte zeigen sich doch bei Gaspreisen und Strompreisen überdeutlich.
Je mehr die wenig durch geisteskräftige Anschauungen glänzenden Politiker in den Markt eingreifen, desto höher steigen die Preise für den Endabnehmer.
Alle marktwirtschaftlichen und logischen Mahnungen werden konsequent weggewischt, seit Merkel und noch stärker bei den dummdreisten Grün-SPD-Politikern, deren Verständnis von marktwirtschaftlichen Folgen uns alle in den wirtschaftlichen Zusammenbruch befördert.
Wenn "Grüne Energie" nicht garantieren muß, daß Strom auch dann erzeugt und bereitgestellt werden kann, wenn die "Grünen Erzeuger" NICHT liefern können, dann muß diese Kosten und Vorhaltungen eben die künstlich benachteilige restliche Erzeugergruppe stemmen, preislich und "stofflich".
Wenn diese konventionellen Erzeuger aber wegen maßlosem Ausbau der geförderten Erzeuger nur noch sporadisch ihren Strom verkaufen dürfen, dann steigt natürlich der Grenzkostenpreis, zu dem ein rentabler Betrieb der konventionellen Kraftwerke noch möglich ist, massiv an.
Mit jedem weiteren Ausbau von Wind, Sonne und ähnlichen nicht stabil liefernden Erzeugern wird dieser Effekt verstärkt und läßt die Endpreise immer weiter steigen.
Wenn ich bei Gas den billigsten Anbieter (Russenröhrengas) sanktioniere, dann muß ich eben den höheren Preis für Gas bezahlen und weiter reichen, auch wenn er nun 30x höher ist.
Dieser schon 30x höhere Preis für Gas trifft dann noch zusätzlich auf die Effekte der dümmlichen Eingriffe noch dümmerer Politiker bei der Elektroenergieerzeugung zum Spitzenausgleich mit Hilfe von Gaskraftwerken.
Der reale Effekt für EE: 4Cent/kWh vor 3 Jahren am Spotmarkt gegen 60Cent/kWh derzeit am Spotmarkt.
Selbst der schwachsinnigste Beschauer sollte doch erkennen, daß man hier auf dem Holzweg ist und zumindest eine Denkpause einlegen, denn ganz offensichtlich hat da jemand irgend etwas nicht an dem komplexen Spiel verstanden oder will es absichtlich nicht begreifen.

--
MfG
LR

Alles ist ein Windhauch.

Ich finde es im Moment auch nicht, bin mir aber sicher, das wurde schon mal diskutiert: Forumsarchive; Stichwort: Grenzkraftwerk(e)

Mephistopheles, Sonntag, 28.08.2022, 16:07 vor 1272 Tagen @ ebbes 1712 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Sonntag, 28.08.2022, 16:29

Mich hat wirklich verwundert, dass ich die Merit-Order nicht gefunden habe, als ich die Suchfunktion benützt habe.
"Wir" sind doch normalerweise vorne, wenn es um die Aufklärung von Sachverhalten geht. Alles konnte ich aber nicht lesen. Möglicherweise hat es einer hier schon erklärt ohne dass ich es gelesen bzw. gefunden habe. Falls ich den Faden verpasst habe, kann HM meinen Beitrag löschen. Doppelt muss nicht sein. Bitte aber den Thread angeben, wo es "besprochen" wurde.
Denn die ist der Schlüssel für die hohen Strompreise.
Wer hat sich so einen Blödsinn ausgedacht? Henry Ford ist doch schon lange tot.
Vielleicht fehlt mir auch der Durchblick und erkenne die Vorteile nicht?!

Also mache ich die Kiste

"Büchse" (klugscheißerisch)

der Pandora einmal auf.
Wie wird der Strompreis berechnet, bzw. woher kommt der Strom aus der Steckdose?
Die Einspeisung erfolgt in der Reihenfolge der Höhe des Erzeugerpreises der Stromlieferanten aufwärts.
Aber und jetzt kommt es - das hätte ich mir auch so nie vorstellen können - der Spotpreis wird bestimmt durch den letzten Energieträger (Grenzkraftwerk), welcher Strom liefert.
Dies ist zurzeit meistens ein Gaskraftwerk. Also steigt der Strompreis automatisch höher, wenn der Gaspreis weiter "haussiert."

So funktioniert die Börse. Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens wird nach dem Preis der letzten gehandelten Aktie berechnet.
So ein Pech aber auch!

Normalerweise wäre der billigste Anbieter ein grundlastfähiges abgeschriebenes Atomkraftwerk; erst wenn die ausgelastet sind, dann käme der nächste Anbieter zum Zuge. Aus der Atomindustrie sind wir aber glücklich moral- und umweltbewusst getrieben soeben ausgestiegen.

Dann kämen die Kohlekraftwerke. Da sind wir aber nach der Volonté générale auch raus.

Dann kämen, wenn nicht schon vorher, die Braunkohlekraftwerke. Aber Braunkohle stinkt. Also auch weg.

Dann käme das Russengas. Der Strom ist aber nicht gelb, sondern teuflisch rot und böse. Also auch weg.

Dann kommt die Solarenergie, dumm nur, dass die Sonne meistens in der Nacht nicht scheint und dann, im Winter, wenn es kalt wird, dann geizt sie auch noch mit Photonen.

Erst dann kommt das Amigas, das ist zwar wegen der Profitgier der Amis teuer und schlecht; aber, so ändern sich die Zeiten, die Gier ist auf einmal nicht mehr schlecht und den marktwirtschaftlichen Wettbewerb brauchen wir auch nicht mehr. Hauptsache, wir handeln tugendhaft und solidarisch mit der Ukraine!

Was soll man da noch sagen? Vermutlich sind wir die einzigen Europäer, die so handeln, aber davon hat sich der einzigwahre tugendhafte Held, den Michel, noch nie beeindrucken lassen. Tugendhadft bis in den Untergang!

[[rofl]]

Gruß Mephistopheles

Wieso "differenzierter"?

Mirko2, Sonntag, 28.08.2022, 16:18 vor 1272 Tagen @ ebbes 1869 Views

bearbeitet von Mirko2, Sonntag, 28.08.2022, 16:28

Als ich die Erhöhung meiner Stromabschlagsrechnung bekommen habe, habe ich nichts "differenzierter" gesehen. Überall in der EU brechen die Dämme, keiner kann und will das noch bezahlen können/wollen.

HALT---> aus PL hört man nicht, dass die so unter der Energieverteuerungs-Last zu kämpfen haben. Man kann Meldungen lesen, dass es wohl bei einigen Lebensmittel zur Knappheit kommt, aber mehr auch nicht. Polen ist der NATO/USA wichtig, kommt es dort zur Verteuerung von Energie und zur Energiekrise, können die ihre Sache packen! Warum wohl hält die EU den Mund, weil Polen seit Monate die Mehrwertsteuer auf fast null gesengt hat und jetzt es verlängert hat ..(?). Noch vor ein paar Monate hat man sich das Mundwerk zerrissen, weil es durch den Tagebau an der Grenze zu PL Schäden in Zittau gegeben hat und heute, keine Sondersendung im MDR darüber.

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